1864: Damaris. Ihr eigenes Lebensbild ist aus ihren hinterlassenen Papieren von ihrer jüngsten Schwester,der Frau von Bömberg, in sehr anziehender und geistvoller Weise dargestellt; der erste Abschnitt biszum Tode ihres Mannes erschien 1868 im Druck, während der zweite Abschnitt in handschriftlichen Exem-plaren in den Händen einiger Familien-Mitglieder ist. Ihr und ihres Gemals Bildnisse befinden sich imSchlosse zu Wolfshagen.
Ihr ansehnlicher, in Ostpreussen belegener Grundbesitz, vererbte sich in folgender Weise: die Skan-dauer Güter erhielt ihres Mannes Neffe, Graf Wilhelm von Schwerin auf Göhren (No. 26); dessen Schwester,die Gräfin zu Solms (No. 22), die Plinkeim-Wehlackschen Güter; die Güter Dombehnen undBodehlen aber die Frau von Alvensleben geb. Gräfin von Schwerin a. d. H. Wildenhoff (Taf. XVIII. 56),welche letztere sie als Pflegetochter erzogen hatte; 1 ) das Berliner Haus bekam ihre jüngste Schwester,Frau von Bomberg.
17. Graf Carl Friedrich Otto.
1774—1804.
(7. Sohn von No. 8.)
geboren zu Wolfshagen 25. September 1774, diente seit 1789 bei dem Husaren-Begiment Baron von Ebenund Brunnen No. 2 2 > zu Berlin, ward 1790 Cornet, 1792 Lieutenant, erwarb 1794 im Feldzuge am Bheinden Orden pour le merite, ward 1800 Premier-Lieutenant, nahm 1803 den Abschied als Bittmeisterund ging zur Unterstützung seines Vaters in der Bewirthschaftung der ausgedehnten Güter nach Wolfshagen,woselbst er jedoch schon am 11. Februar 1804 noch vor vollendetem 30. Lebensjahre starb. Er wurde zuKrekow beigesetzt. Sein Bildniss befindet sich zu Wolfshagen. Ein edler Charakter und ausgezeichneteGaben des Geistes waren bei ihm mit einer ungewöhnlich schönen ritterlichen Erscheinung verbunden; zuerstein tapferer Offizier, ward er später ein tüchtiger Landwirth. Von ihm stammt die, später von seinenBrüdern (No. 12 und 18) vielfach glücklich ausgeführte Idee, aus Waldungen Vorwerke zu schaffen.
18. Graf Johann Christoph Hermann.
1776—1858.
(8. Sohn von No. 8, Vater von No. 19 bis 26.)
geboren zu Wolfshagen 18. Juni 1776, trat 1789 bei dem Infanterie-Begiment von Kleist No. 12 (späterBegiment Herzog von Braunschweig-Oels) zu Prenzlau als Junker ein, ward im März 1794 Lieutenantund machte in jenem Jahr die Bhein-Campagne, insbesondere die Kanonade von Valmy, mit; bildete sichdann während dreier Jahre zu Berlin auch theoretisch aus und garnisonirte bis 1806 in Prenzlau undTemplin, in der letzten Zeit als Bataillons-Adjutant; seit 1805 war er Premier-Lieutenant. Am 14. Oc-tober 1806 kämpfte er in der unglücklichen Schlacht bei Auerstädt mit, wurde mit seinem Bataillon beidem Versuche, sich nach Erfurt durchzuschlagen, gefangen genommen und nach Chalons sur Marne gebracht.Nach dem Frieden in die Heimath zurückgekehrt, erbat er den Abschied, den er als Hauptmann erhielt,und begab sich zur Unterstützung seines Vaters in der Verwaltung der Güter nach Wolfshagen. Doch dasJahr 1813 rief auch ihn wieder zu den Waffen; er wurde als Kompagnie - Chef bei dem 2. Bataillon desLeib-Infanterie-Begiments No. 8 wieder angestellt und schlug alle Schlachten, bei denen sein Begiment be-theiligt war, mit; am 19. Mai im Gefecht bei Königswartha verwundet, übernahm er trotzdem — dasämmtliche Vorgesetzte theils gefallen, theils verwundet waren — das Kommando des Begiments, welcheser auch in der Schlacht bei Bautzen (20. Mai) und im Gefecht bei Siegersdorf führte und an dessen Spitzeer bis zum 23. Juni blieb; von da ab führte er ein Bataillon. Am 27. Juni 1813 verlieh ihm der Königdas eiserne Kreuz 2. Klasse. Er nahm darauf rühmlichen Antheil an den Schlachten an der Katzbach(26. August) und bei Wartenburg (3. October), und stürmte am 16. October mit seinem Batailion dieBatterien bei Möckern, 3 ) in Folge welcher Heldenthat er am 8. December das eiserne Kreuz 1. Klasse
1) Auch die 1838 verstorbene Gemalin des Grafen Albert von Schwarzenau, Caroline von Wenden, war ihre Pflegetochter
gewesen. 2) Später Leibhusaren-Regiment. 3) Yorks Leben von Droysen. 2. Bd. S. 363.