Er war 1690 nach Widdin commandirt, nach dessen Uebergabe er als Oberstlieutenant nach der InselOrsawa geschickt wurde. Bei einem der vier Wochen lang fortgesetzten heftigen Angriffe auf dieselbe,ward er schwer verwundet, und gerieth so nach ihrer Einnahme in Gefangenschaft. Als er nach dem schongefallenen Belgrad überführt werden sollte, starb er auf dem Marsche dahin im Jahr 1690 oder 1691. SeineGemalin, Maria Theresia Freiin von und zu Egloffstein — Tochter eines Kurpfalzischen Kammer-herrn und einer geb. Freiin von Bernstorff — mit welcher er sich 1684 zu Wien vermält hatte, rettetesich fünf Tage vor der Uebergabe Belgrads; erkrankte aber schwer bei Schimontura und starb zwei Meilenvor Ofen, woselbst sie standesgemäss beerdigt wurde. 1 )
Seine vom Vater ererbten 2 ) Wolfshagenschen Güter kamen an seinen ältesten Bruder (No. 4),welcher dieselben schon seit 1686 verwaltet hatte; die ihm ebenfalls zugefallenen, von seinem Oheim Bo-gislav (Taf. XVII. 8) herrührenden, 3 ) väterlichen Güter Thunow mit Geritz und Streckentin, welche zu-nächst zum Leibgedinge seiner Stiefmutter gehörten, hatte er 1684 an Peter Heinrich von Zastrow ver-pfändet, von dem sie 1686 sein Bruder Otto (No. 4) einlöste.
Die Gesammthand an den Wopersnowschen Gütern hatte er versäumt. 4 )
12. Freiherr Johann Bogislav.
1656 — 1677.
(6. Sohn von No. 1 [1. Ehe].)
geboren zu Cölln a. d. Spree 6./16. Januar 1656, wurde von seinem Oheim Bogislav (Taf. XVII. 8), demkurbrandenburgischen General, an Sohnes Statt angenommen und begleitete denselben 1674 zu der Armeeder Verbündeten nach Holland, woselbst er am 11. August in der Schlacht bei Senef schwer verwundetwurde. 5 ) Er wird später als Lieutenant in englischen Diensten bezeichnet und starb auf der Reise 25. No-vember 1677 zu Chälons in Frankreich. Vermuthlich war seinem Oheim und Adoptiv-Vater sein Tod nochunbekannt, als derselbe ihn in seinem Testament 6 ) vom 1. Januar 1678 zum Erben der Güter Zuchen undSchübben einsetzte, welche nunmehr seinem Vater zufielen.')
13. Freiin Luise Charlotte.
1657.
(6. Tochter von No. 1 [2. Ehe].)
getauft 2./12. Juli 1657, starb als Kind.
14. Freiin Amalie Henriette.
1658— 1699.
(7. Tochter von No. 1 [2. Ehe].)
geboren zu Cölln a. d. Spree 3./13. December 1658, vermält zu Berlin 14. Februar 1678 mit FriedrichWilhelm Freiherrn von Wittenhorst zu Sonnsfeld auf Sonnsfeld, Aspel u. s. w., nachmals Königl.Preuss. Generallieutenant und Chef eines Dragoner Regiments, Ritter des Schwarzen Adler-Ordens, Erbschenkdes Herzogthums Cleve u. s. w. (f 1711), als dessen Gattin sie am 30. September (oder 18. October, oder18. November) 1699 starb. Ein Sohn aus dieser Ehe heirathete Anna Dorothea von Schwerin a. d. H.Rehberg (Taf. XXI. 8).
1) Nach dem Bericht eines Augenzeugen, des Lieutenant Georg Julius von Schauroth, im Archiv zu Wildenhoff. — Im
Jahr 1686 wurde gegen die Gemalin Friedrich Heinrichs ein seltsamer Prozess (ficti partus halber) bei der Juristen -Facultät zu
Frankfurt a. 0. verhandelt, in Folge dessen sie zu der Familie von Rieben nach Galenheck in Meklenburg entwich, später in
Löckenitz verhaftet, aber 10. December 1686 wieder entlassen wurde. 2) U. B. II. 649. 3) U. B. II. 647. 4) Archiv in Wilden-
hoff. — Vgl. U. B. II. 653. 5) Vgl. bei Taf. XVII. 8. 6) U. B. II. 647. 7) Vgl. bei No. 1.
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