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2 (1878) Biographische Nachrichten über das Geschlecht von Schwerin
Entstehung
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10. Freiherr Moritz Friedrich.

1652 1686.

(4. Sohn von No. 1 [1. Ehe], Vater von No. 26 und 27.)

geboren 1652. Fürst Moritz von Nassau und Graf Friedrich von Waldeck waren seine Pathen.

Er diente als Rittmeister unter den Kaiserlichen Truppen, scheint als solcher zur katholischen Kircheübergetreten zu sein, dann aber wiederum die Religion gewechselt zu haben; 1 ) trat 1679 nach seines YatersTode in Kurbrandenburgischen Kriegsdienst 2 ' und ward gleichzeitig Kammerherr des grossen Kurfürsten.1682 aber war er bereits in Polnischen Diensten als Oberst der Königlichen Leibgarde zu Pferde. 3 ' Erward wahrscheinlich wiederum katholisch 4 ' und starb auf dem Feldzuge gegen die Türken und Tartaren21. September 1686 im Lager von Jaass in der Wallachei an der rothen Ruhr.

Er besass aus der väterlichen Erbschaft 5 ' die Zachanschen Güter: Zachan, Gr. Schlatikow undZadelow, und die von seinem Oheim Bogislav (Taf. XVII. 8) herrührenden Lassehnschen Güter, 6 ' zuwelchen letzteren er 1680 noch die Güter Timmenhagen, Mitkenhagen, Kamphof und Lappenhagen vonFranz von Weiher kaufte. Ferner kaufte er noch im Jahr 1683 vom Kron-Schwertträger Bielinski die imdamaligen Königreich Polen belegenen Güter Malczewko, 7 ' Gross- und Klein-Turze, 8 ' welche er 14. Juni1686 an den von Janitz verpfändete. Ausserdem war ihm, wie seinen Brüdern, die Anwartschaft auf dieBlanckenburgschen Lehngüter in Meklenburg und die gesammte Hand an den Wopersnowschen Gütern er-theilt. 9 '

Ihn beerbte seine Wittwe, welcher jedoch von seinem Bruder Otto der Güterbesitz streitig gemachtwurde. Erst 1706 endeten die langjährigen Prozesse dieserhalb; der Wittwe verblieben die Zachanschen,Lassehnschen und Timmenhagenschen Güter. 10 '

Er war vermält seit 5. October 1682 mit Sophie Hedwig Freiin von Mardefeld, 11 ' Tochterdes Schwedischen Generalfeldmarschalls Conrad Freiherrn von Mardefeld und der Auguste Eleonore geb.von der Lancken. Dieselbe war geboren zu Demmin 26. Februar 1662 und hatte sich vermält 1) mit demKurbrandenburgischen Generalmajor und Geh. Kriegsrath Heinrich von Hallard gen. Elliot (f 1681). Nachdem Tode ihres zweiten Mannes heirathete sie 3) 3. October 1687 den Preuss. Staatsminister und Kanzlervon Hinterpommern Lorenz Georg von Krockow auf Polzin (f 1702) und 4) nach 1705 den Preuss. General-Lieutenant Johann Georg von Tettau (f 1713).

11. Freiherr Friedrich Heinrich.

16541690.

(5. Sohn von No. 1 [X. Ehe].)

geboren zu Cölln a. d. Spree 4./14. Juli 1654, ward Kammerjunker der Kurfürstin Luise, der Gemalindes grossen Kurfürsten, und begleitete dieselbe 1665 auf ihrer Reise durch das Magdeburgische und Halber-städtische; später wurde er Kammerherr des Kurprinzen Friedrich, des nachmaligen ersten PreussischenKönigs, begab sich aber um das Jahr 1684 unvermuthet ausser Landes und in Kaiserliche Dienste, in welchener als Hauptmann im Regiment zu Fuss des Feldmarschalls Fürsten Salm am Türkenkriege Theil nahm.

1) Am 22. November 1679 bittet die Herzogin Luise zu Liegnitz und Brieg für Moritz, der die vorige, aus Uebereilung und

Mangel genügsamer Fundamente, verlassene Religion wieder annehmen will; der Kurfürst möge gestatten, dass dies in seiner Gegen-

wart geschehe. Moritz war eine Zeitlang in Wien, dann in Prag und hat in Ohlau von dem Hofprediger der Herzogin seine

Information erhalten. 2) Bei Eröffnung des väterlichen Testaments, 22. December 1679, wird er als abwesend bezeichnet. 3) Vgl.

U. B. II. 653. 4) Ein Bericht der Hinterpommerschen Regierung an den grossen Kurfürsten, aus Colberg 26. November 1685,

lautet dahin, dass nach ihrer Kenntniss Niemand anders der katholischen Kirche zugethan sei als: 4. Wil vor gewiss

verlauten, alss wan der Freyherr Moritz von Schwerin auch bey den Polnischen Jesuitern sich zu Veränderung der Religion ver-

leidten lassen und noch stets dabey verharre. Weil Er aber sich selten allhier befindet, auch gegenwärtig würcklich in Königlichen Pol-

nischen Diensten ist und das Leib Regiment zu Pferde commendiret, so können Wir eigentlich nicht wissen, an ivas vor eine Kirche Ersich halte; Seine Gemahlin aber hält sich zu der Reformirten Gemeine. Geh. Staats-Archiv zu Berlin. 5) U. B. II. 649. 6) Wegendes an diesen Gütern seiner Stiefmutter zugefallenen Leibgedinges, schloss er mit dieser 27. September 16.80 einen Vergleich.Vgl. U. B. II. 647, 649. 7) Identisch mit Malczewo im Kreise Gnesen, Regierungs-Bezirk Bromberg? 8) Im Kreise Stargard,Regierungs-Bezirk Danzig. Sie werden U. B. II. 679 fälschlich die Thuroschen Güter genannt. 9) U. B. II. 653. Vgl. No. 4.

10) U. B. II. 679. 11) Sie brachte ihrem Manne 47,700 Thaler Heirathsgut und 6300 Thaler Paraphernalien zu. Geh. Staats-

Archiv.

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