seiner aristokratischen Herkunft zum echten Manne des deutschen Volkes machte. Grosse Achtung vor demEechte Anderer, vollste Uneigennützigkeit und grosse Bescheidenheit bei voller Selbstständigkeit zeichnetenihn aus. Vorzüglich galt ihm der Grundsatz: Recht geht vor Macht , wie er demselben in einer Sitzung desAbgeordnetenhauses am 27. Januar 1863 Ausdruck gab, in Erwiederung einer Rede des Ministerpräsidentenvon Bismarck, welche nach seiner Meinung in dem Satze: „Macht geht vor Becht" culminirt habe. 1 )
Die Stadt Berlin legte von der Verehrung, welche hier dem Grafen in allen Kreisen entgegengebrachtwurde, Zeugniss ab, indem sie ihn zum Stadtrath wählte, welches Amt er erst kurz vor seinem Todeniederlegte. Seitens der Stadt Anclam war er aus Anlass der Feier seiner silbernen Hochzeit am 6. August1859 zum Ehrenbürger ernannt worden. Die Universität Greifswald hatte ihm im October 1856 dasDiplom eines Doctor juris hon. causa verliehen.
Die Anerkennung der Könige Friedrich Wilhelm IV und Wilhelm bekundete sich in der Verleihungdes Rothen Adler-Ordens, dessen 1. Klasse er 1863 erhielt.
Als väterliches Erbe besass Graf Max die Putzarsclien Güter: Putzar mit Charlottenhorst, Glien,Boldekow, Bornmühl, Zinzow mit Bubenow, Borntin und Cavelpass. Dazu kaufte er 1846 die PollnowerGüter in Hinterpommern: Pollnow mit Seiberg, Vettrin und Jatzingen, vertauschte diese Besitzung 1849und 1850 gegen das Rittergut Rogätz im Kreise Wollmirstädt (Provinz Sachsen); nahm aber 1851 auchdie beiden Güter Vettrin und Jatzingen wieder zurück. Rogätz verkaufte er wieder im Jahr 1871.Das 1856 von ihm gekaufte Gut Schmuggerow gab er seiner Tochter (No. 49) zur Mitgift. SeinenAntheil an der Spantekower Besitzung verkaufte er durch Vertrag vom 27. August 1856 an seinenBruder Victor (No. 31).
Graf Max starb zu Potsdam 3. Mai 1872 und ward auf dem Kirchhofe zu Putzar beerdigt.
Vermält hatte er sich zu Berlin 6. August 1834 mit Hildegard Marie Schleiermacher, jüngstenTochter des bekannten Theologen und Philosophen, Dr. theol. Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher,Prediger an der Dreifaltigkeitskirche zu Berlin, ordentlicher Professor an der Universität, Secretair derphilosophischen Klasse der Königl. Academie der Wissenschaften, und der Henriette geb. von Mühlenfels,verwittwet gewesenen von Willich. Dieselbe ist am 12. Juli 1817 zu Berlin geboren und lebt dort auchjetzt als Wittwe. 2 '
27. Gräfin Emma Caroline Friedrike Henriette.
1807 — 1846.
(2. Tochter von No. 11.)
geboren zu Neu-Brandenburg in Meklenburg 10. Februar 1807, lebte zumeist in Putzar, starb unvermältzu Berlin 26. April 1846.
28. Graf Moritz Emil.
1808.
(2. Sohn von No. 11.)
geboren zu Boldekow 26. April 1808, starb ebendaselbst 14. Mai 1808.
29. Gräfin Rosalie Wilhelmine Sophie Ernestine Ottilie.
1811 — 1867.
(3. Tochter von No. 11.)
geboren zu Boldekow 30. April 1811, vermält zu Putzar 8. October 1833 mit Dr. Adolf FriedrichKrech, Professor und Director des Friedrichs-Gymnasiums zu Berlin (geb. 13. Juni 1803, gest. 12. Mai1869), starb zu Berlin 21. Juni 1867.
1) Eine dem Grafen vom Abgeordnetenhause gewidmete silberne Ehrensäule trägt die Inschrift:
Für Preussens Ehre hat Dein grosser Ahn
Im Tode noch die Fahne hoch gehalten.
Sein war des Kriegs, Dein ist des Friedens Bahn,
Doch gleichem Ziele gilt Dein Streben und Dein Walten.
2) Preussische Jahrbücher, Berlin 1874. Bd. 34. Heft 6, enthalten eine Reihe von Briefen von Ernst Moritz Arndt (dermit einer Schwester Schleiermachers verheirathet war) an den Grafen Max und seine Gemalin aus den Jahren 1843 —1858.
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