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2 (1878) Biographische Nachrichten über das Geschlecht von Schwerin
Entstehung
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17. Gräfin Philippine Dorothea Sophie Friedrike Beate.

1785 1857.

(3. Tochter von No. 5.)

geboren zu Schwerinsburg 21. October 1785, zog 1836 nach Friedland in Meklenburg, wo sie *2 Häuserkaufte und eine Armenschule gründete; zuletzt lebte sie bei ihrem Bruder Fritz (No. 13) in Berlin, wo-selbst sie 15. Juli 1857 starb und auf dem Dreifaltigkeits - Kirchhofe beerdigt ward. Ihre hinterlassenen,aber ungedruckten, Gedichte zeugen von dichterischer Begabung.

18. Gräfin Amalie Wilhelmine Eriedrike Juliane Marie

Beate.

1787 1843.

(4. Tochter von No. 5.)

geboren zu Schwerinsburg 8. Mai 1787, vermalte sich zu Berlin 24. Januar 1815 mit dem Königl. Preuss.Generalmajor und Commandanten von Erfurt, Carl von Kehler (geb. 3. November 1769, gest. zu Berlin18. September 1847),und starb zu Berlin 12. Februar 1843.

19. Graf Casimir Wilhelm Ludwig Carl Bogislav.

1791 1874.

(6. Sohn von No. 5, Vater von No. 44 bis 47.)

geboren zu Schwerinsburg 21. Februar 1791, besuchte von 1803 bis 1808 das Pädagogium zu Halle, stu-dirte dann bis 1810 zu Berlin die Forstwissenschaften, hielt sich bis Ende 1811 auf der OberförstereiGrimnitz auf und setzte dann seine Studien zu Berlin fort. Hier gehörte er am 20. Februar 1813 zu den-jenigen Studenten, welche sich dem Kosaken-Pulk unter Tettenborn anschlössen, als dieser in das von denFranzosen besetzte Berlin eindrang und die Besatzung allarmirte. 2 > Er wurde bei dieser Gelegenheit schwerverwundet 3 ' und musste bis zum Einzüge der Bussen am 4. März vor den nachforschenden Franzosen ver-borgen gehalten werden. Nach seiner Wiederherstellung trat er als freiwilliger Jäger in das 6. Kürassier-Kegiment ein, welches zu der Schwarzenbergschen Armee gehörte, und machte die Schlachten von Dresden(26. und 27. August 1813), Kulm (30. August) und Leipzig (18./19. October) mit. Nach längerer Krank-heit ging er dann im März 1814 wieder zur Armee nach Frankreich, nahm aber nach dem Pariser Friedenseinen Abschied. 1815 pachtete er von seinem Schwiegervater (Taf. XXI. 15) das Gut Hohenbrünzow,kaufte 1821 Bollentin, welches er 1823 wieder verkaufte, und erwarb dagegen im selben Jahr das GutBebberow im Lauenburger Kreise. Nach einem daselbst 1835 erlittenen grossen Brande verkaufte er auchdieses und zog nach Friedland in Meklenburg -Strelitz, woselbst er 1840 ein Haus kaufte. Dort feierteer auch am 23. Mai 1873 mit seiner zweiten Gemalin seine goldene Hochzeit, das erste derartige Fest inder Schwerinschen Familie, und starb dann ebendaselbst, erblindet und im fast vollendeten 83 sten Lebens-jahre, am 7. Februar 1874; seine Leiche ist auf dem Kirchhofe zu Schwerinsburg beigesetzt.

Seinen Antheil an der Spantekower Begüterung hatte Graf Wilhelm durch Vertrag vom 27. August1856 an seinen Neffen Victor (No. 31) verkauft.

1) General von Kehler war in 1. Ehe vermalt mit Wilhelmine von Kropff. 2) Beitzke, Geschichte der Deutschen Freiheits-

kriege 1813 und 14. Berlin 1853. Bd. I. S. 184. Plotho, Krieg 181315, Bd. I. S. 40 und 41. Venturini, Beiträgezur Gesch. d. Jahres 1813. II. S. 96. 3) In dem Buch des Geh. Staats-Archivs über die 1813 gebrachten Opfer heisst es: derjunge Graf Schwerin war Einer der Fünf, die zur Königswache sprengten; er starb durch eine Kugel. Dagegen besagt der Berichtder Ober-Regierungs-Commission an des Königs Majestät vom 21. Februar 1813, betreffend den Ueberfall der Russen, das For-ciren des Schönhauser Thores u. s. w.: auch ein hiesiger Studirender, ein junger Graf von Schwerin, ist bedeutend verwundet.

Siehe auch eine ziemlich genaue Beschreibung des Vorfalls: Neue Preussische (Kreuz-)Zeitung No. 108, Beilage vom 10. Mai1863; auch Vossische Zeitung vom 6. und 11. März 1813.

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