dorff (a) am 1. October 1787 für 75000 Thaler an seinen jüngsten Bruder (No. 5) abgetreten; die GüterZinzow, Rubenow, Borntin und Cavelpass aber hatte er aus dem Lehnsgange verkauft. 1 ) Die ihmvom Könige am 5. Juli 1763 verliehenen Güntersberg'schen Lehngüter Gross-Weckow und Schinchow imCamminer Kreise hatte er, nachdem dieselben 1764 zu Gunsten der Güntersberg'schen Töchter allodificirtwaren, diesen gegen Entschädigung abgetreten. Auch die durch Kauf erworbenen Güter Cardinen, Ploczund Rehberg in Westpreussen hatte er später wieder verkauft.
Vermalt hatte er sich zu Königsberg 17. December 1783 mit Wilhelmine Johanna Freiinvon Rehbinder, geb. 6. December 1766, starb 21. December 1829, Tochter des Kaiserlich RussischenStaatsraths, Obersten und Residenten zu Danzig, Johann Wilhelm Freiherrn von Rehbinder und der LuiseGottliebe geb. von Kainein.
Ein lebensgrosses Bildniss des Generals, in Oel gemalt, befindet sich in Schwerinsburg.
5. Graf Heinrich Bogislav Dettlof.
1743—1791.
(3. Sohn von No. 1, Vater von No. 10 bis 19.)
geboren zu Berlin 10. Juni 1743,kam 1757 auf die Ritter-Akademie zu Alt-Brandenburg, studirte daraufin Halle und 1763 in Göttingen, trat 1764 auf Königliche Veranlassung beim Kürassier - Regiment vonVasold No. 6 zu Aschersleben in Dienst, ward am 1. December j. J. Cornet, nahm aber schon 1769wieder den Abschied und ging auf seine, ihm durch brüderliche Vergleiche vom 19. Mai 1760 und31. October 1768 aus der Erbschaft seines Vaters und seines Oheims 3 ' zugefallenen Güter: Schwerins-burg, Wusseken, Löwitz, Ducherow mit Mollwitz, Luisenhof, Wittstock, Müggenburg (b)und Antheile an Drevelow und Thurow.
Von diesen verkaufte er 1769 Müggenburg (b), 4 > 1784 Wittstock 5 ) und 1786 das ganze Gut Thurow,dessen nicht ererbten Antheil er 1774 gegen seinen Besitz in Drevelow eingetauscht hatte. Auch die 1787von seinem Bruder (No. 4) gekauften Güter Stretense, Panschow (a), Tetterin (a), 6 > Curtshagen und Neuen-dorff (a) 7 > verkaufte er wieder.
Dagegen erwarb er durch Kauf zunächst am 22. April 1782 von seinem Bruder, dem Comthur (No. 2),die Putzarschen Güter: 8 ' Putzar, Glien, Boldekow mit Charlottenlust (Wendfeld), Bornmühl und Sarnow,und am 20. Januar 1789 von dem Landrath Moritz Friedrich Wilhelm von Schwerin (Taf. XV. 17) dasGut Busow.
Seinen Wohnsitz hatte er im Schlosse zu Schwerinsburg, woselbst sich zu jener Zeit ein sehr glänzen-des Leben entfaltete. Eine zahlreiche Bibliothek, eine ausgewählte Gemälde-Sammlung, eine gut besetzteKapelle und ein wohleingerichtetes Theater trugen zur Unterhaltung der stets zahlreichen Gäste bei. 9 '
Seinem Oheim, dem Feldmarschall, liess er auf dem Schlosshofe zu Schwerinsburg ein Standbild er-richten, welches 26. October 1790 feierlich enthüllt ward. 10 '
1788 ward der Graf Landschaftsdeputirter und gegen Ende des Jahres 1790 zum General-Landschaftsrath von Pommern erwählt.
Er starb im Alter von 48 Jahren am 17. September 1791 zu Schwerinsburg und ward am 20. Sep-tember im Erbbegräbniss zu Wusseken beigesetzt.
Am 25. November 1774 hatte er sich zu Schwerinsburg vermält mit der älteren Tochter seinerSchwester (No. 3), Anna Beate Luise von Ramin, geboren zu Stettin 10. September 1752, welche alsWittwe abwechselnd in Prenzlau, Löwitz, Berlin und Schwerinsburg lebte und im letztgenannten Schlosse11. Juni 1826 starb; am 15. Juni wurde sie auf dem Kirchhofe zu Schwerinsburg beerdigt. Sie war eine
1) Diese Güter wurden erst 1834 von seinem Neffen (No. 11) wieder eingelöst. 2) Kirchenbuch der Dreifaltigkeits-Kirche
zu Berlin: getauft 20. Juni. 3) U. ß. II. 718. 4) Familienbuch der von Eickstedt. Ratibor 1860. S. 781. 5) Verträge vom
17. December 1784 und 8. December 1785. 6) Verträge vom 24. September und 31. December 1788 und 4. Februar 1790.
7) Curtshagen und Neuendorff (a) gelangten durch Verträge vom 23. December 1790 und 17. Januar 1791 an Otto Ludwig Friedrich
von Borcke, von dem sie 1820 Carl August Curd von Schwerin (Taf. VI. A. 21) erwarb. 8) Dieselben waren schon 1766 ver-
pachtet. 9) Schilderungen des Schwerinsburger Lebens aus jener Zeit sind enthalten in: Joh. Christian Brandes, Schauspiel-
director, Meine Lebensgeschichte. Berlin 1800. 3. Bd. S. 98 ff. und Kapitel 16. Vom Grafen heisst es darin: er war ein un-gemein wohlthätiger und menschenfreundlicher Mann, der keinen anderen Fehler hatte, als dass er Pracht und Aufwand liebte, wodurcher seine sehr ansehnlichen Einkünfte nach und nach merklich geschmälert hatte. 10) Vgl. S. 204.