55. Barbara.
vor 1700.
(Tochter von No. 24.)
war vermalt mit dem nachmaligen Königlich Dänischen Grosskanzler und Premier-Minister Ulrich Adolfvon Holstein, Kitter vom Danebrog. Derselbe ward im Jahr 1700 zum Freiherrn von Fuirendahl er-nannt, und 1708 in den Grafenstand erhoben, gleichzeitig seine Begüterung unter dem Namen Holsteinburgzur Grafschaft gemacht. Bei dieser Gelegenheit ward in dem 2. und 3. Quadrat des vermehrten gräflichenWappens die Schwerinsche rothe Raute im silbernen Felde aufgenommen.
Barbara starb vor dem 24. December 1700, denn an diesem Tage vermälte sich ihr Wittwer in zweiterEhe mit Christina Sophia Gräfin von Reventlow, einer Schwester der zur Königin von Dänemark gekröntenGräfin Anna Sophia, Gemalin des Königs Friedrich IV.
56. Jürgen Christoph.
1633 — 1706.
(Aeltester Sohn von No. 26, Vater von No. 62.)
geboren 23. Februar 1633, ward am 23. October 1645 auf der Universität Greifswald eingeschrieben.
Er erbte von seinem Vater die Güter Zinzow und Borntin, sowie einen Antheil an Putzar; dochmachte dieser letztere wahrscheinlich noch nicht den ganzen, von seinem Grossvater Joachim (No. 10) da-selbst gehabten Besitz aus, obgleich er in der Mitte des 17. Jahrhunderts dessen einziger noch lebenderEnkel war. Es scheint, das der von Rüdiger (No. 23) auf seine Söhne übergegangene Antheil in den Pfand-besitz des Franz Felix von Borcke gelangte. 1 ) Dagegen erbte Jürgen Christoph 1663 auch den Antheil,welchen Curd Dettlof (No. 38) in Putzar besass 2 ' und der von dessen Vater Ludolf (No. 13) stammte;so dass Jürgen Christoph nunmehr in dem Besitz fast des ganzen Gutes und seiner Zugehörungen sichbefand. Er wohnte im Schlosse zu Putzar; gleichzeitig mit dem eben erwähnten Hauptmann Franz Felixvon Borcke. 3 ' Zwischen diesen beiden ward 1673 eine streitige Rechtssache wegen einer Mühlen-Rutheund wegen der Boldekower Holzung verhandelt, die aber durch gütlichen Vergleich vom 29. December 1674beigelegt wurde; doch kam es später noch einmal zu Streitigkeiten, denn am 13. April 1675 stellte JürgenChristoph eine Vollmacht für Dr. Jacob Gerdess als seinen Advokaten aus, in Sachen seiner beim König-lichen Ober-Appellations-Gericht zu Wismar habenden Rechtssachen wider Franz Felix von Borcke.
Am 2. Januar 1678 empfing auch er, zugleich mit anderen Vettern, die gesammte Hand an den Gütern,welche der Generalmajor Bogislav von Schwerin von der Linie Altwigshagen (Taf. XVII. 8) in Vorpommernerworben hatte. 4 '
Am 12. April 1696 bekennt er in einer zu Putzar ausgestellten Verschreibung an seinen Vetter, denGeneralmajor Dettlof von Schwerin von der Linie Löwitz (Taf. X. 23), eine Schuld von 10000 Thalern,welche er von Ostern 1697 mit 5 Procent zu verzinsen verspricht, und verpfändet ihm zu grösserer Sicher-heit seine Lehngüter Putzar, Borntin und Zinzow. 5 ' Am 1. Juli 1705 erscheint er in dem von der Schwe-dischen Regierung in Pommern ausgestellten Lehnbriefe. 6 '
Am 4. October 1663 hatte sich Jürgen Christoph zu Leissin vermält mit Catharina Elisabethvon Flemming, Tochter von Ewald Joachim von Flemming auf Ribbertow und Leissin nnd der Agnesgeb. von Flemming a. d. H. Böck und Martentin. Sie war geboren zu Stettin 1. Januar 1638 und starban den Masern zu Putzar 21. December 1664, Morgens 5 Uhr. Sie ward am 25. October 1665 nebst ihremSöhnlein zu Putzar beigesetzt. 7 '
Jürgen Christoph starb zu Putzar am 19. März 1706 und wurde in der dortigen Kirche beigesetzt,woselbst der noch (1876) wohlerhaltene Leichenstein dicht am Altar sein Bildniss in ganzer Figur in ritter-licher Rüstung zeigt. Mit ihm erlosch die Putzarsche Linie im Mannesstamme. Die Putzar-schen Güter kamen darauf — nach vorhergegangenem Vergleich mit dem Oberstlieutenant Philipp Juliusvon Schwerin (Taf. XXI. 1) — an den Generallieutenant Dettlof von Schwerin (Taf. X. 23), welcher auchden Antheil des Hauptmann von Borcke wieder einlöste.
1) Vgl. Anm. 3 auf dieser Seite. 2) U. B. II. 600. 3) Franz Felix von Borcke, Erbherr auf Crieneke, Fürstl. Meklenb.
Hauptmann, war der Vater der Dorothea Elisabeth, Gemalin des Johann Bogislav von Schwerin (Taf. XX. 1) auf Wopersnow.
Uebrigens war er auch ein Verwandter der Gemalin Curd Dettlof's (No. 38) und ist es daher auch wohl möglich, dass sein
Pfandbesitz in Putzar von dieser — also vom Ludolfschen Antheil (No. 13) und nicht wie oben angenommen, vom Joachimschen
(No. 10) — herstammte. Bestimmte Nachrichten darüber haben wir nicht aufgefunden. 4) U. B. II. 648. 5) Diese Obligation
blieb unausgelöst. 6) U. B. II. 677. 7) Gronemanns Trauerpredigt ist 1665 zu Greifswald gedruckt.