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2 (1878) Biographische Nachrichten über das Geschlecht von Schwerin
Entstehung
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annehmen; doch steht dieser Annahme der Umstand entgegen, dass Arnd und Henning im Jahre 1492 ge-meinschaftlich als Patrone einer Yicarie zu Bollentin bezeichnet werden. Joachim (No. 3) aber heisst1504 ein Bruder Hennings. 1 )

2. Henning.

1490 1521.

(Aeltester Sohn von No. 1.)

In den Jahren 1494 bis 1512 finden wir ihn urkundlich als Zeugen; 2 ) 1501 bis 1504 als Bürgen. 3 )1499 erscheint er als Knappe, heisst später herzoglicher Eath und bekleidete mit seinem Bruder Joa-chim das seinem Hause zustehende Erbküchenmeister-Amt.

Als der Hauptmann Werner von der Schulenburg um das Jahr 1490 den (vergeblichen) Versuch machte,die zwischen Hartwig Maltzan auf Kummerow und Henning Voss auf Lindenberg bestehenden Händel aufgütlichem Wege zu schlichten, zog er zu seinem Beistande von Seiten der Freunde des Henning von Vossauch Henning von Schwerin hinzu. 4 ) Dieser zählte auch zu den Pommerschen Edelleuten, welche als Ver-treter der Ritterschaft im Jahre 1493 zu Pyritz auf Befehl ihres Landesherrn die Erklärung abgaben, dasssie, falls ihre Herzöge ohne männliche Lehnserben verstürben, nur die Kurfürsten von Brandenburg als ihreferneren Erbherren anerkennen wollten; 5 ) wie er auch im Jahre 1500 einen Revers der Pommerschen Ständeüber die Eventual-Succession der Brandenburgischen Kurfürsten in Pommern untersiegelte. 6 )

Ueber Hennings Theilnahme an des Herzogs Reise zum Römischen Könige nach Worms imJahre 1496, auf welcher er mit 4 Pferden unter dem Führer der ersten Rotte, Werner von der Schulen-burg, stand, über seine Rückkehr im Jahre 1497 und über seine Erklärung vom 19. Juli 1499 hinsichtlichdes ihm und allen Begleitern des Herzogs zugesagten Soldes und Schadenersatzes befriedigt worden zu sein,ist schon bei Claus (Taf. IV. 1) gesprochen worden. 7 )

Im Anfange des 16. Jahrhunderts finden wir Henning zwei Mal in Zwistigkeiten mit den Hahn aufPleetz bei Friedland in Meklenburg. Als Verwandter des um 1469 im Mannesstamme erloschenen Geschlechtsvon Bertekow auf Pleetz hatte er die hinterlassene Tochter 8 ) eines nicht genannten von Bertekow ver-muthlich war es der Letzte des Hauses, Jürgen von Bertekow zu sich genommen, aus seinen Mitteln er-zogen und an Bernd Bröker auf Vogelsang bei Ukermünde verheirathet. Bei dieser Veranlassung geriether mit den gedachten Hahn, welche ebenfalls mit den Bertekows verwandt waren und seiner in Rede ste-henden Pflegetochter väterliches Erbe in Besitz hatten, in langwierigen Streit, indem dieselbe als Erbjungferauf die standesmässige Aussteuer aus ihren väterlichen Gütern Anspruch machte.

Erst am 14. Januar 1506 ward dieser Streit vor dem Meklenburgischen Hofgerichte dahin geschlichtet,dass Lüdeke Hahn auf Pleetz ihr zur gänzlichen Abfindung 575 gute Mark an Gold zahlte. 9 )

Dem zweiten Zwiste begegnen wir 1511. In diesem Jahre fielen (aus nicht bekannt gewordener Ver-anlassung) die beiden Vettern Hahn, Heinrich der ältere und Heinrich der jüngere auf Pleetz, undJoachim von der Osten mit ihren Knechten, ohne Absage und ohne Recht in Pommern ein und schlugenund beraubten in den Schwerinschen Gütern Ratelow 10 ) und Janow die Bauern und führten sie gefangenweg. Gegen diese Gewaltthat erhob sich Henning von Schwerin mit Claus von Schwerin, Vogt zuWolgast (Taf. IV. 1), Achim von Ihlefeld, Achim von Lüskow, Gerd von Schwerin auf Altwigshagen(Taf. V. 63), Gevert Krikow, Thomas Wackenitz, Achim und Henning Blixen und Henning Bodde; diesedrangen nun in Meklenburg ein, verfolgten die Hahn, bis sie sie gefunden, nahmen ihnen Pferde, Kleider,Hämische und baares Geld und führten sie nach Ordnung der Ritterrechte gefangen nach Spantekow,unverschuldet, unverklagt und unentsagt, wie die Hahn behaupteten. Nach langen Verhandlungen derbeiderseitigen Lehnherren erreichten es die von den Herzogen von Meklenburg nach Wolgast zur Vermitte-lung gesandten Räthe, Ritter Claus von Lützow und Kanzler Caspar von Schöneich, am 15. Juli 1511, dass

1) U. B. II. 420. Auch Adelung - Sprengel, Mscpt., bezeichnet Henning und Joachim als Ulrichs Söhne. Vgl. auch

den Schlusssatz von No. 26, auf Seite 130. 2) U. B. II. 404, 410, 414, 416, 432. 3) U. B. II. 415, 418, 421. 4) U. B. II.

392. Henning war durch seine Mutter ein naher Verwandter des Henning von Voss. 5) U. B. II. 401. 6) U. B. II. 413.

7) U. B. II. 409, 411. Vgl. Taf. IV. 1. Die Nachricht bei Micrael. VI. 376, dass Henning von Schwerin mit dem Herzog

in* s gelobte Land gezogen und von dort nicht wiedergekommen , ist mithin nicht richtig. S. auch Cramer, Pomm. Kirchen-Chronik

L. II. c. 37. p. 151; Schwartz, Pomm. Lehnshistorie p. 668; Kantzow's Chronik p. 301. 8) Henning nennt sie sine frundinne,

N. Bertkowen seligen nagelatene dochter. 9) Lisch, Geschlecht Hahn II. A. S. 166. 10) Vermuthlich Rebelow, urkundlich auchRobelow und Robelow genannt.