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2 (1878) Biographische Nachrichten über das Geschlecht von Schwerin
Entstehung
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Schwerin es inne habe und dass von diesem Schlosse aus das umliegende Land bis zur See hin, und vor-nemlich auch die Städte sich bezwingen liessen. ')

Von 1488 ab begegnen wir Claus in zahlreichen Urkunden als Zeugen; 2 ) und zwar in den meistenFällen für seinen Landesherrn, den Herzog Bogislav X. Was wir sonst noch von ihm erfahren, ist Folgendes:Im Jahre 1489 gab ihm Herzog Bogislav X. den durch das Absterben des Heimich Sless erledigtenHof nebst drei Hufen und allem sonstigen Zubehör zu Wendisch-Baggendorf zum Mannlehn und ver-lieh gleichzeitig seinen Brüdern und Vettern die gesammte Hand daran. 3 ' 1491 verkaufte ihm der Herzogfür 600 Rhein. Gulden 26 " 2 Mark Bede, 4'/ 2 Drömt Hundekorn, 2 Last Diensthafer, den Dienst von siebenKotenbesitzern und das höchste Gericht im Dorfe B er sin als Mannlehn. 4 ) 1493 gehörte er zu den Mannen,welche auf Befehl Herzog Bogislav X. im Namen der ganzen Ritterschaft gleichzeitig mit den Stellvertre-tern der Herren, Prälaten und Städte am 26. März zu Pyritz feierlich erklärten, für den Fall, dass die Pom-merschen Herzöge im Mannesstamme ausstürben, nur die Brandenburgischen Kurfürsten für ihre rechtenErbherrn ansehen zu wollen. 5 ) Aus derselben Zeit hören wir von einem Aufruhr in der Stadt Tribsees,in welchem es die Bewohner (wir vernehmen nicht aus welchem Grande) sogar auf das Leben des Clausvon Schwerin, ihres ehemaligen Vogtes, abgesehen hatten. Auf Leib und Gut deshalb angeklagt, gelanges ihnen doch durch einen Fussfall vor dem Herzoge, Uebergebung der Stadtschlüssel und Entrichtung von500 Rheinischen Gulden weiterer Strafe zu entgehen. 6 )

In dem stattlichen Gefolge, mit welchem Herzog Bogislav X. am 16. December 1496 seine Reisezunächst zum Römischen Könige nach Worms hin antrat, befanden sich auch zwei Glieder des von Schwe-rinschen Geschlechts: Henning aus der Spantekower Linie (Linie Putzar. Taf. VHI. 2.) und der hier in Redestehende Claus. Jener gehörte der ersten unter den 6 Rotten an, in welche der Zug der Ritter getheilt war undstand unter dem Rottenführer und Reisemarschall Werner von der Schulenburg mit 4 Pferden, Claus dagegen,ebenfalls mit 4 Pferden, stand in der dritten Rotte unter Degener Buggenhagen. Beide Schwerine gehörten nichtzu der kleinen auserwählten Schaar, welche den Herzog bis in das gelobte Land begleitete; sie kehrten von Insbruckaus im April 1497 mit Werner von der Schulenburg und den übrigen Edelleuten in die Heimath zurück. 7 ) Fürdie Theilnahme an diesem Zuge war ihnen, wie allen Theilnehmern, vom Herzoge sowohl ein bestimmterSold als auch Ersatz des Schadens zugesagt worden, der ihnen etwa aus derselben erwachsen könnte, und am19. Juli 1499 erklärten sie sich mit den übrigen Vasallen in beiden Beziehungen vom Herzoge befriedigt. 8 )Selbstverständlich konnte ein so wichtiges Amt, wie die Hauptmannschaft zu Wolgast, während derZeit, wo der Herzog selbst das Land verliess und den Vogt der Veste mit sich nahm, nicht unbesetzt blei-ben, zumal die Dauer des beabsichtigten Zuges von vornherein unberechenbar war, und so liegt die Ver-muthung nahe, dass Dinnies Beske d. i. Dionysius Ubeske, welcher 1501 als Vogt von Wolgast genanntwird, bereits Ausgangs des Jahres 1496, als Herzog Bogislav die Reise antrat, in die Stelle des Clausals Hauptmann von Wolgast eingetreten sei. Doch Claus sollte um des treuen Dienstes willen, dener durch seine Begleitung dem Herzoge geleistet, seines rühmlichen Postens nicht verlustig gehen:in der Zeit zwischen 1501 und 1507, wahrscheinlich Ausgangs des Jahres 1502, da wir häufig dieVogteien gerade 6 Jahre hindurch in derselben Hand sehen, ward ihm aufs Neue von dem Herzoge dieHauptmannschaft von Wolgast übertragen und aufs Neue genau bestimmt, was er aus diesem Amte fürEinnahmen beziehen und welche Pflichten er zu erfüllen habe. 9 )

Im Jahre 1511, in welchem Herzog Bogislav X den Entschluss fasste, einen Feldzug gegen die StadtStralsund zu unternehmen, welche im Bunde mit anderen Hansestädten damals mit dem Könige Johann vonDänemark im Kriege stand und wegen des geheimen Einverständnisses des Herzogs mit dem Könige, sowohlgegen die Unterthanen des Herzogs auf der Insel Rügen Plünderung und Gewaltthaten verübt, als auch demHerzoge selbst namentlich durch Wegnahme eines nach Holland dirigirten, mit Korn beladenen Schiffes,Schaden zugefügt hatte gehörte Claus von Schwerin zu der Versammlung herzoglicher Räthe, welche am3. Juni dieses Jahres zu Stettin die Puncte entwarfen, die der Herzog bei diesem Feldzuge vorzugsweisezu beachten hätte, und welche mehr zu einer friedlichen Ausgleichung (zu der es auch ein Jahr später, am17. Juni 1512, kam) als zu kriegerischem Einschreiten in ihrem Gutachten sich hinneigten. 10 )

1) U. B. II. 397. 2) U. B. 389. 394. 404. 432. 3) U. B. II. 391. Vgl. No. 7. 4) U. B. II. 395. 5) U. B. II. 401.

6) U. B. II. 403. S. auch Bagmihl, Pommersches Wappenbuch Bd. III. S. 83. 7) Micraelius, Antiquit. Pomer. VI. S. 376.

weiss nicht, dass auch Claus von Schwerin zur herzoglichen Begleitung gehört habe, er meldet dies nur von Henning von Schwe-

rin, meint jedoch irrthümlich, dass derselbe die Reise bis zum heiligen Grabe mitgemacht habe. S. auch Micrael. VI. S. 529.

Yergl. Thomas Kantzow's Chronik von Pommern. Ed. Böhmer. S. 300 u. f. Schwarz, Pommersche Lehnshistorie S. 668 u. f.Barthold, Geschichte von Kögen und Pommern. Tb. IV. Bd. 1. S. 498 u. f. 8) U. B. II. 411. 9) U. B. II. 417. 10) U. B.II. 432. Vergl. auch Thomas Kantzow's Chronik von Pommern. Edid. Böhmer. S. 152 u. f. Schwartz, Pommersche Lehn-

Historie S. 679 u. f. Barthold, Geschichte von Rügen und Pommern. Th. IV. Bd. II. S. 73. u. f.

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