Er erbte von seinem Yater (f 1724) das ganze Gut Stolpe, woselbst er seinen Wohnsitz nahm, undauch die Gillenberg'sehen Güter, welche letzteren er jedoch nebst dem Lehn — mit Einwilligung seinesBruders (No. 52) —, unbeschadet des Lehnrechts seiner mitbelehnten Vettern, im Jahre 1741 an seinenSchwager, den Hauptmann Joachim Dietrich von Schmalensee (s. No. 53), abtrat.
Von König Friedrich Wilhelm I von Preussen ward er zum Landrath des Usedom-Wollin'schenKreises ernannt, und war der erste, welchen der neue Landesherr — seit dem Stockholmer Frieden von1720 — in diesem Bezirk einsetzte.
Erdmann Friedrich war vermält mit Sophie Margarethe von Lepell. Da aus dieser Ehe keineSöhne, sondern nur 3 Töchter stammten, so schloss Erdmann Friedrich zu Gunsten dieser letzteren einenVergleich mit seinem einzigen Bruder (No. 52), nach welchem dieser als einziger Agnat (da nach derLehnsprofession vom 11. März 1717 keinem anderen Agnaten an dem Gute Stolpe ein Lehmecht zusteht)— laut Instrument vom 8. August 1744 — in die Allodification des Gutes Stolpe willigte. DurchKönigliche Cabinets-Ordre vom 26. April 1751 wurde darauf dieses Gut ad instantiam des Landraths Erd-mann Friedrich von Schwerin allodificirt und unter dem 23. Juli 1751 der gewöhnliche Allodialbriefausgefertigt.
Nachdem dann Erdmann Friedrich am 17. April 1753 zu Stolpe gestorben war, verkauften seineWittwe und ihre Töchter das Gut Stolpe erblich an ihren Schwiegersohn resp. Schwager, den LandrathGregor Friedrich von Schmalensee (s. No. 63), für 33,000 Thlr. durch Contract vom 5. Juli 1754, welcheram 12. Juli desselben Jahres die landesherrliche Bestätigung erhielt. 2 )
52. Carl Magnus.
1715—1775.
(2. Sohn von No. 44, Vater von No. 64 bis 73.)
geboren zu Stolpe am 24. December 1715, 3 > kam am 19. April 1727 unter die Königlichen Pagen zuBerlin und von da — noch nicht 13 Jahre alt — am 20. August 1728 als Fahnenjunker zu dem, damalsin Königsberg und Pillau garnisonirenden, Regiment vonFlanss; 4 ) ward aber von hier, weil er noch zu jungwar, am 10. Februar 1729 wieder zum Kadetten-Corps 6 ' nach Berlin gesandt, um sich in den nöthigenWissenschaften mehrere Kenntnisse zu verschaffen. Er mass damals 4 Fuss 9>/ 2 Zoll, blieb 8 Jahr 4 Mo-nate im Corps und trat erst am 30. Mai 1737 als Fähnrich in das Regiment von Kleist zu Berlin. ImJahre 1740 zum Seconde-Lieutenant befördert, nahm er als solcher Theil an dem ersten schlesischenKriege und ward in der Schlacht bei Mollwitz, am 10. April 1741, — in welcher sein Regiment an 700Todte und Verwundete verlor 6 ) — sechs Mal verwundet. Zu Anfang des zweiten schlesischen Krieges, 1744,fiel er in Tabor in Oesterreichische Gefangenschaft, wurde indess bald wieder ausgewechselt und hat dannzweiffellos an den weiteren Ereignissen jenes Feldzuges noch mit Auszeichnung Theil genommen, denn —nachdem er schon am 15. Juli 1745 zum Premier-Lieutenant befördert war — wurde er am 26. De-cember 1747, ohne Stabs-Capitain gewesen zu sein, wegen seiner bewiesenen Bravour zum Capitain beimInfanterie-Regiment Markgraf Heinrich (in Frankenstein und später in Breslau in Garnison) ernannt underhielt auch sogleich eine Grenadier-Kompagnie.
Beim Ausbruch des siebenjährigen Krieges rückte er mit seinem Regiment in Böhmen ein und nahmsowohl am 6. Mai 1757 an der Schlacht bei Prag — in welcher sein Regiment in beständigem Vorrückenblieb — als auch an der darauf folgenden Belagerung dieser Stadt Theil. In der unglücklichen Schlachtbei Kollin, am 18. Juni desselben Jahres, gerieth er, nachdem er elf Wunden empfangen hatte, in Oester-reichische Gefangenschaft.
Nach erfolgter Auswechselung ernannte ihn der König, der ihn wegen seiner zahlreichen Wunden nichtmehr für felddienstfahig hielt, im October 1757 zum Major und Kommandanten von Driesen.
Dieser eben genannte, damals befestigte Ort 7 ) ward am 10. Juli 1758 von dem russischen GeneralDemikoff, welcher sich dieses Platzes im Vorbeigehen bemächtigen wollte, angegriifen. 8 ) Major Schwerinaber widerstand zwei Tage lang mit grosser Herzhaftigkeit und wies den Feind zurück.
1) Vgl. U. B. unter demselben Datum. 2) Brüggemann. Beschreibung des Preuss. Vorpommern. S. 263. 3) Militärisches
Pantheon (von A. B. König). Berlin 1797. 3. Theil. S. 471 u. f. 4) Das jetzige 4. Ostpreussische Grenadier-Regiment No. 5.
5) S. von Crousaz. Geschichte des Königl. Preuss. Kadetten-Corps. 6) Stammliste der Königl. Preuss. Armee für das Jahr 1804.
7) Im heutigen ßegierungs-Bezirk Frankfurt a. d. Oder. 8) Marschall y. Sulicki. Der Siebenjährige Krieg in Pommern und in
den benachbarten Marken. Berlin 1867. — S. 112 u. ff.