58 Hauß-l
Tuch/ und wann sie ttucken worden / so fiede solche emkleine weil meiner Zuckerbrühe/ thue die Wurtzeln ab-sonderlich in em Geschin / unnd wann die Brüh zu rech-ter Consistentz gesotten unnd fast kalt worden / so gießüber die Wurtzeln/ und da über etliche TagedieBrüheeben wässerig worden und anlauffen wil / so muß manswieder wie offt gemeldt übersteden/ Und auch bißweilenzum drittenmahl / alßdann helt sichs ein lange Zeit/ unddienen diese Wurtzeln insonderheit der schwachen unndblöden Leber / wie nicht weniger in hitzigen Fiebern / be-nehmen auch den schmertzen deß Miltz/ auffdieseWe.ßkönnen ebenmässig andere Wurtzeln / als Bibenell/Manßtrew und Wallwuktz/zc.zugericht werden / undist die eingemachte Wallwurtz em sonderlich Lx^cri.»icnr den überflüssigen Blutgangbey Weibspersonenzu stillen / wann sie von solcher Wurtzel offt essen/ gestaltdannauch die gedachte Bibenellwurtz ein sonderlichPräservativ wider die Pest / morgens nüchtern und eheman außgehet / ein stück m Mund genommen / aber dieeingemachte Mannßtrewwurtzel gehört vor die dürreLebersuchtigen /macht gut Geblüt / und treibt auch ausden Nieren vder Lendenstein/ wannsie offt gebrauchtwird.
5. Citr0tten>Ä?alen einzumachen.
Nimb frische Citronenschalen / schneide das innersteiveisseschwammichtMarck hinweg/ legesiez. TagundNacht M frisch Brunnenwasser/ daß sich die Bitterkeitherauß ziehe / darnach siede sie in andetm frischen Was-ser biß sie etwas weich werden / heb sie Mit einem silbernSchaumlöffel aus dem Wasset/leg sie zwischen ein weißleinen Tuch / dergestalt daß kein stück das ander hart an-rühre/ alsdann wann sie wieder von der Feuchtigkeittrucken worden / Mach ein rechte Zuckerbrüh/und wannsolche verscheumbt/ so wirffdie Schalen darein/ und laßein wenig sieden/darnach thu die Schalen m ein Bücbs/unnd siede die Zuckerbrüh zu emem dicklechten Syrup /laß kalt werden / und gieß letzlich über die Schalen / daßzween gute Finger breit die Brüh darüber gehe / laß einTagoder4> stehen/ und übersiede die Brüh alödanNnoch emmahl/dieseSchalenalsozugencht/dienen mson-derheitfür die Pest und alle andere Gifft/ starckendasHertz und lebhaffte Geister desselben/ seynd jederzeit si-cher zu gebrauchen.
6. psmmerantzenschalen»
Diese werden wie die Citronenschalen Conditt unndeingemacht / allein daß etliche solche em par Tag langer'in ftischem Wasser liegen lassen/ weil sie viel bitterer alsdie Citronenschalen/wann sie nun weich gesotten / leg sietnemBüchs/ machein recbte Zuckerbrühdarüber/ laßem weil stehen/ uiidwannswil wassench werden/ sohelffe ihin wieder mit dem ubersieden/dieseSchalen rhunwol dem Magen / vertheilen die Wmd/ unnd stillen dasReisten im Leib.
7>1lVeljcheNüß einzumachen-
Nimb welsche Nüß wann sie noch grün und unzeitig/ungefehr uMbIohans Tag/ durchbore dieselbe mit ei-nem PftieMenkreutzweiß/ und lege sie 9. Tag m frischBrunnenwasser/ und gieb ihn alle Tag new Wasser/darnach siede sie so lang/ bißdreeusserste HautandenNüssen etwas runtzlecht wird / alßdann laß sie ausser-halb dem Wasser erkalten /und schele Mit einem Messerdemeldt eusserst Häutlein fein sauber ab / koche sie m eig-ner Zuckerbrüh/biß sie etwas weich werden/nimb sie ausbet Zuckerbrüh / und wann sie kalt seyn / so spicke und be-steche die LöchleiN MitNägelein/Ziinmet/ und Ingwerin länglechte stück zerschnitten/ geuß alsdanndie vorigeAuckerbrüh wieder drüber/ und laß abermal Miteinawder sieden / letzlich thue die Nüß in ein steinerne Büchse /und wann der 5yrupu8 conscrvztionisüberschlagen /sogeuß ihn drübet/ Und damit sichs desto besser halte unndnicht schimlecht werde/übersiede die Brühe nach 8. Ta-gen/ oder so bald es die Notturfft erfordert/wiederumb/alßdann callcltrr sich der Zucker Mit der Zeit / und wäretdas Eingemachte gar lang/ wofern man nicht mit untei-nen Händen darzu greifst/ und das Maul offt darüberhenckt. Diese Nuß starckcn die Dawung/ erwärmen denMagen/wehren den aufsteigendenDünsten zum Haupt/und bewahren den Menschen für,Gisst und andern anste-ckenden Krancktzeiten«.
2. Haftlnüß einzumachen.
Nimb grosse und grüne unzettige Haselnüß mit chteNSchalen/ siede solche in Wasser biß sie weich werden/darnach wenn sie wieder trucken seynd / so mach ein Zu-ckerbrüh / wirff die Nüß darein / koche sie eine gute weil/laß sie em par Tag stehen/ alßdann übersiede das s-o-«j,um noch emmahl/ und schütte es abermal auffdie Ha«selnüß / und beHalts m einem saubern Geschm / seyndgut m der rothen Ruhr.
9 Amarellenkirfthen einzumachen
Nimb schöne zeitige Amarellenttrschen / schneide sieauf/und wirffdie inwendige Stein hinweg/ solcher auff'geschnittenen Hirschen thuez. pfund in ein messmg Rcs'selem/oder messcng Pfann / und strew darauffi .PfundtgestossenCanarienzucker/ setzauffsFewer/ laß zu rech-ter Dicke sieden/ man mag auch die auffgeklopffte und ge-scheite Hrrschkernlein daruntervermengen/ und alßdannin Swachteln giessen/diß eingemachte lescherdenDurst/feuchtet den trucknen Mund/ Zung und Halß / ist ange-nehm den Schwachen in grosser Hitz
zo.Oder machsaljo.
Nimb bemelderKirschen/ so bald sie ve-mBaum abge^drochen/ schneid die Stielhalb darvon/ alßdaiin zeriaßanderthalb Pfund Zucker/ unnd wann derselbe ver-scheumbt und em weil gesotten/ so thue 2 Pfundr Hir-schen darem / laß Miteinander gemach sieden / «oer «lichtgar lang/damit dre Kirschen nicht auffsprmgui /mlnb siedann herauß / und setz die Frucht sein ordentlich nachem«ander m Glasern Schalen/ daß die Stiel uver sich ge-hen/ und wann die Brüh zu rechter Dick gesotten/ daßsie sich zeucht wie ein Fademlem /so gieß alßdann überdie Hirschen/und laß kalt werden / uno solches stell manbey ander Confect auff. Auffdeeseweiy kan man auchunzeitige Traubenbeer/ daran die kleine stilgcr/eiiMta«chen/ welche dannin hitzigen Fiebern em sonderlicheHertzstarckung.
ü. GanyeÄepffeleinzumachen.
Nimb schöne braune Ae^. ssel die nicht zeircg / scndernnur einerBaumnuß groß seynd/ siede sie in Wa^er/bißdieselbe erweicheu/damact? truckne sie wol/daß gautz kemFeuchtigkeit mehr darm ist/ unnd lege sie m em Zucker-brüh/la^ Z, Wochen stehen/nimb sie wieder hcrautz/uuösiede die Brühe zu rechter Consistentz/ und wanne über-schlagen / so gieß solche wieder üb<r die Aepffel/ alsdannwerben sie gu. ui-d löblich zu essen fürHranct'en^
1^. MeAelen einzumachen
N:mb weijie:» ^anartenzucker 2. Psuuoc/ gieß darü-ber ein wenig Brunnenwasser/ unnd laß den x,ucler sie-den biß er ve^scheumet/ thue diese Brüh m emten Scherben/ und scheleMespelkdiemctirzu wicyc oderreigseynd/undsobald du eine gescheler hast/ so wirffsie,n die Zuckerdruh/ welche aber nicht warm seyn Mich /sonst werden die Mespel roth/ laßnber Nachrstehen/den andern Tag siede die Frucht Mit derZuckerbruye/bißsie anfangen etwas weich und mmb zu werden/ heb sieauödemHchel/ unnd spicke sie wie die welsche Nüß mitNegelem/Zinnnetund Ingwer leiiglichtzerscynitien/leg sie in ein steinerne Büchsen/ und gieß die Zuckerbruhedarüber/nach achtTagen übersiede solche zum andernvder drittenmal)!/ unnd gieß kaltüber die Mespeln/sohalten sie sicb Jahr und Tag/und ist gar lieblich zu esftn/dienen msonkrhett für die rohte Ruhr/ stillen dasWür-gen und Erbrechen deß Magens/ auffdiesenn.ocjumsoll man auch die kleine MuscateUerbierletn unnd Melk-ten einmachen / allein daß die Mellelen nit so viel Zeit ittsieden / weil sie vorhin in weicher Narur/ bedörffen.
tz. ^ohen Saur^ch einzumachen»
Nimb schonen wolzeitigen Sauruch/ zopffe die Beör-lein ab/ und schneid solche den langen weg auff/ werff dasschwartze Samlem hmweg/ wann du nun solcher auffegeschnittenen Beer ein gut theil hast/ so nimb ein we^tGlaß oder steinern Büchse / leg unten cm par Löffel vvKgestossenweissen Cananenzncker/ nnnd auff den Zucketder Beer ein Hand voll / auff die Beer strew wieder Zu-cker /und also em Schicht »der Lege umb die ander/ bißdas Geschin voll wird/ zuletzt strew oben eines Fingersdick Zucker/ verbinde und laß stehen/ so wird hierauß einsehr liebliche unnd herzlich? L-absal/ so man in hitzigen
Fiebern