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[1] (1665)
Entstehung
Seite
43
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Von allerley Haufiaibeiten.

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Trunekcnhcitgibt vrsach zusündigen wi-der seinenRcchsttij.

Nr den Säuffern und Schlemmern / dann dieSauffer undSchlemmer verarmen/und eilt Sie-bei,schlaffer inuß zerrissene Kleider tragen. EinExempel hat man am verlohrnen Gohzv^nc- is.

Fürs fünfte/ so schaders der Seelen/ dann wieein Vogel der mit Wasser begossen wird oder ist/ntt über sich steigen kan/ sondern immer unter sichfallet/also gehet? der armen Seelen auch / wannsie zu sehr mit Bier nnd Wein begossen wird / sokan sie nicht über sich gen Himmel sii hen/ sondernmuß unter sich in die Hölle fallen Drum vcrmah-net Cbristusrecht/^uc. 21. daß man sich woh! vor-sehen solle / daß unsere Herren nicht beschweretwerden mit Fressen und Sausten.

Zum sechsten/weil wir droben gejagt/ das Gottdie Laster hart verbomn hat / so sündigen nun dieSchweiger und Nachtsauffer auch sonblich widerGOtt unnd sein heiliges Gebott- Zum Ephes. 5.Sauffet euch nicht voll Weins/daraußein unor-demltch Wesen folget.Wider sein Edel Geschöpfsund Creatur/Bier und Wein/die Gott zum auf-ftnthalt und Erquickung Menschliches Leibes ge-schaffen und geordnet hat/ diewerdeiivon ihnenzu sonderlicher schmach unnd unehren Gottes ge-mißbrauchet / ohne alles Gebe« unnd Danckfa-gung/und machen also/daß GOtt umrd seine Kir-che von den Heyden und Gottlosen gelästert undgeschmehet werden.

Fürs siebende / so sündigen sie auch gröblich wi-der ihrenNechstcn/den sie wider seinen Wille/ undüber sein Vermögen/zum Sauffen und Bescheidthun/ mit aller Gewalt nötigen und zwingen/undwerdezralso Mörder/ntt allein ihrer eygenen/ son-dern auch ihres Nechsten ^eibs und Gebens: ThuSauch bißweilenzu dem Ende daß sie seineHeimlig-keuen diebischer Weise auskundschas k n uns er-fahren wollen Ubtt welche 5cme der Prophet Ha-bacucAch und Weh schreyet/^.;. Wehe dir/der dudeinem Nechsteneinschenckest/uzrd mischest deinenGrün darumer/un lnachest ihntruncke/dz du seineschäm sehest / mä w:l dich auch settigen mit schändefür ehre/so sauffdu nun auch/dz du dmnelst. Dandich wird umgebe der Kelch/in derRechle desHek-re/uird must schändlich speye für deineHerrllgkeit.

Item/ so sündiget; Vollsäuffer wider ihrenNechsten in deme/und dardurch dz si^' andere ^eutemü ihrem Schwelgen sehr ärgern / und manchenfrommen Menschen / der sich sonst wol sein leben-lang ntt volltrinckt/mit ihren Exempel so verführe/das er denselbigen auch nachfolgen/ und mit ihnenzum Teufel fahren muß. Wie Sprach am 10. c.sagt/ Wie der Regent ist/ fo sind auch seine Ampt-leute/wie der Rath ist / so sind auch seine Bürg rWas aber nun Christus von solchen ^eute helt/dieandern ärgerlich seyn/daß wirstuZfinden/ Matth^iam i8-Wehe der Welt der Ergernuß halben/!c.

Weiter so sündigen sie auch in deme wider ihrenNechsten/dz sie in einem Tag und Nacht viel herr-liche köstliche Cssen und Getrancke unnützlich/undmit grossem Verderb Leibes und derSeelen durchden Kragen und Magen jagen/ darvon man vielarmen/ dürftigen/ kraneken/ betrübten/ und ange-fochtene beuten zu hülffc koinen/und in ihren äng-sten mit cinem^abtrüneklein oder bißlein erquickenund erfrischen köme: das wird ihnen / alsdeneir essonderlich und vornemblich gehöret/ diebischer uudMischer Weise entwendet und entzogen/ und ins

4?

TeufelsNamen unnützlich verschwendet und weg-gebracht. Solche 4e me werden am jüngsten Tageein schwer Urtheil bekommen/ Gehet hin von mirihr verfluchten in daS e^igeFewer/dz bereitet ist deTeufel und seinen Eng ln / dann ich bm hungeriggeweftn/un ih! häbtmich ntt gespeiset/Jch bin dur-stig gewesen/un ihr habt mich nit getrencket/ze. dar»es wird ein unbarmherzig Gericht über den gehen/der nicht Barmhertzigkar gerhan hat/IaLoi).

Zum achten / So soll man sich auch für Trun-ckenhen hüten/umb Gottes Zorns und straffe wil-len/die der Trunckenheit aufheissem Fusse folgen.Dann GOtt straff'' ie Trunckenbolde / Erstlichhier m dlestm gegenroertigen ^eben mit vielenKranckhetteli/und Wich mit dem Tode/i. Cor.n.straffcte S Paulus dz vollsauffen/ die Verachtungdes Nechste/und den Mißbrauch des Abendmals/und spricht darnach weiter / darumb sind auch alsoviel schwache und Kraneke unter euch/ lind ein guttheil schlaffen: Dann sowiruns selber nchteten/sowurden wir nicht gerichtet. Mo müsse!', offt umbdieses e -ugen Lasters willen/ ganhe Komgreichezugrmrd turdBoden gehcn/wie dann GOtt umb dttunzucht/fressensunndsauffenswillen / gantze s°Königreiche mit Schwefel und Fewer vom Him-mel v l. et/uno sie leibhafftig zrunTeufel in 2ib-gründ der Hellen fahren ließ/ <Zen. ^ 9. 16.und lia> .s.spricht Gott: Wehe denen/die desMor-gensfrühe auffsind/ und des sauffens sich befleissi-gen/:c. ur lu^^l. Dnnub wird mein Volck müs-sen weggeführt werden/ unversehens/und tverdenseine herrliche Hunger ieydm/und sein Pöbel du:stleiden/ ?c. Darnach so straffet sie auch Gort mit e-wigen straffen / i.Cor.6'. keinTrunckenboldsokdas Reich Gottes ererben. Wie man scher am rei-chen Forwercksman/^uc r^.der sagte Numßundxriiick ineiire liebe Seel / du hast .inen guten Vor-rarh auffviel Jahr/ aber er muste unversehens diefolgende Nacht sterben / wie dann GOtt h em zuTage manchen Trunckenboid sich in erunckenerweise zu todtfalie'.Uessest/ lest xhn erstechen / dennSchlag rühren / unnd m semen Sünden sterben.Da kannun mancher leichtlich erachten / wie einsolcher fahren nuif^ Htehcr gehöret auch das Ex-empel des reichen Manns/ iuc : 6.

Derhalben so wacher attffihrTrunckenen/undwetiiet und heulet alk Weinsaufferum denMost/wie Ioel^ e i. vermahnet/thln Busse/und lasset abvon ewrem vollsauffezv dasihr ewere Gesundheit/weißhett und Verstaird/Nahrung/Geld und Bukbemalter/ umid der zeitlieben unnd ewi'aen StraffGottesentrmnet undemwerder / das hchse unsailcnder SohiiGottes Jesus Christus/Amm.

Diesen Pnnckt von der Trunckenhett hab ichmit besonderm fleiß in diefe Haußbaltung mit sü-lzen unnd einverleiben wollen / dieweil diß fchand-liche Laster in allen Häusern / sonderlich wannHochzeiten/ Kindraussen / Kirchmessen/Lol!a-und andere zusammenkunffttn seylr / bey»ins Deutschen so gewaltig geübet und getriebenwird/damu inan dann Gottes Zorn und Ungnadeverursachet / daß er seinen Segen endlich von ei-nem Haußwirch gantz und gar wegnimbt/ daß einMann in seinem Hause nimmermehr zur Nah-ru H und ememehrlichen auffnehmenkomen kamDannt man sich ja des übrige sauffens eussere undenthalte/ daraufendlich ein unordentlich Wesen/D »ij atter-

Truncksnhcikist zu m-^.?numb GottesStraffe wil-len.

Trunckcnhetewird zeitlichgestmssc.

wird ewig gk"strafft.