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[1] (1665)
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67
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Vom Brach montv

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So ist nunin diesem Zo^nisder längste Tag / und'die kürtze Nacht. Besihe vom andern Zottt ino im De-cember.

Von dem Fronleichnams Tag oder

L»r^orls

Ich werde bericht / daß wenn ma« an diesem Tagezwischen zwelffund eines /die Kornblumen auß der Er-den retsset/ und die Wurtzel derselben aufftreuget / unddarnach einem Blutenden m der Hand nur erwärmenlasse / so soll sich das Blut verstillen / Ich halte es aberfi,r eme8upcrliirion . denn was kan der Tag und dieStunde so eben ln solchen Sachen thun/ darzu solle bil-iich die Sonne umb dieselbe Zett dem Kraut und derWurtzel die Krafft fast benehmen. Eö wird vielleicht die-ser Gedanck daher kommen / daß man diesem Tag auchden heiligen BlutStag nennet.

Von den Schwemmen»

Im S- Iohannis Monden beginnen allerleySchwämnreauß der Erde Herfür zu wachsen / dasinddie arme Leute ftue auff/ und lauffen mit ihrem Gesindeoder Kindern hinauß / und lesen an allen OerternSchwämme auff/wo sie die bekommen können / und tra-gen sie ein/ehe dce Schaasein die Weyde kommen/ denndie fressen ihr viel auff/ die wissen ihnen die Armen feinzuzurichten / daß sie die viel lieber essen / denn irgent einFleisch. Denn sie reinigen siefein/unten und oben/undallenthalben/auch an den Stielen/wo e6 ihnen hoch vonnöten.

Die Stockschamme kocht man gar alleine/ als die anabgehawenen Stamsnen stehen. Man findet auch MgrossenWäldmBuchen / odergrosseBircken/ dieab-gehawenseyn/ oder der Wind umbgeworffen hat/ undwenn dieselbe alt werden / so wachsen die Schwämmeherauß / daß man offt ein Hut 2.5. oder mehrdrauß be-kommen kan. Denn schneidet man nur die Stiele ab/dasander ist alles gut / sie sind mcht gar gelbe / man wäschtsie nur / und machet sie rein/ und werden gekocht/undButter/Zwtbeln und Petersilge dran gethan.

Darnach so seynd andere kleine/gelbe/hübsche/frischeSchwämmllchen/ denn es beschmelsen sie keine Raupenoder Schnecken/die sind etwas bitter / und wachsen gernunrerden jungen Flechten/ da es Mosichtist/da stehensie gar haufftg / eines Tisches breitbeyemander/ die ha-cket man mit einem Hackmesser gar klein / und geust einsiedenheiß Wasser dran / und kocht sie also. Darnachwenn sie gekocht seynd/ so geuß sie in ein Durchschlegel /und drucke siealso durch / damit das Wasser wider wegkompt/darnach nimb klein geschnitten Zwibeln/ Peter-silge/und geuß Milch dran / und laß es weiter Miteinan-der kochen/ thue auch Bni ter d: an / uadgibsaussdenTlscb.

Weiter so ist em Arc Schwammen / zweyerley Ge-schlechts / die heistm.nTcublem/rote Teublein/ undblawe Teublein.Dic blcwm haben eine Haut/ die zeuchtman ihnen oben ab/und sind hnb-cy weiß / dce roten abersind was' frischer/ den» d^c l-lawen / denn man die Hautab.wnmet / und sind etwas weicher/denn die roten/diefein frisch seynd.Wcun dir blawen em wenig alt werden/so bekommen jle Wurme / da muß man die Stiel wegschneiden/man richt siezn wie die gelben.

Pfifferling seynd w.lß / wenn sie alt werden / so wer-den sie nicht hoch geacht / d-eMittelmassigen seynd diebesten/es gehetqareme weisseMilch auß ihnen / manbrct sie auffeinem Rost / und drucket darnach die.Feuch-tigtett Mit zweyen Tellern auß / legt sie wieder auffdenRost/und beschmieret sie mit Butter/ u.»d last sie widerbrauen/daß sie fern braun werden / strewe Saltz drauff/und gib sie anjfden Tisch.

Die Rechlen sind Zar gelbe / und werden fem vonWurmen geremiget/ haben gelbeMilch/ werden auffdem R^stgebvaten / mit Butter bestrichen/ und mitSaltz bestrewet.

Die 'Armen tragen ihnen nach S.Iohanniö allerleySchwemme reichlich ein/ reinigen sie / u>id treagen sie«itsf/im Winter ists ihnen mit ihren Kindern gar em gutessen. Sie gehen aber hauffig garftühe hmauß in dieWa^de/ui'.d suchen sie- Denn sonsten fressen sie ihnen

Schaaffweg/wo es viel Schaafe hat.

Vcet/ sagen die Alten/bringet die Fligen mi?. UmdViti kommen die Fl egen selb neunde. Denn da finden Fuegcn Msich die jungen Fliegen herftr. Es ftgen die gemeinen den sichBaweröleute / die jungen Fliegen wachsen in den Blöt- Muffig,tern der Rnst>.rbaume. Denn wenn ein Mettaw auff S.V?die Rüsten fall« t / so wnrcket die Sonne im Tropfstein/ ^ Tag /ur^>und werden auff den Blettern kleine Bletterlein / oder wohcr sieputtulX.das wird imm^r grösser und grösser / darinnen kommvl»wachsen jungen Fliegsu/biß es endlich auffreist/ da stie-gen denn die jungen Fliegen herauß. Also reden die ge-meine Leutlem von diesen Sachen. Run ist es wol war/daß solche Wurmkein in denselben rub-ercuiis oder air-»pullir wachsen/die fast wie die jungen Fliegen außsehen/ ^so weiß ich auch wol /daß Gott in der Natur / und seinenGeschepffen sehr wunderlich ist / sonderlich mit der Ze»?gung der Intc6tell,wte man denn von den Mücken schrei-bet/daß etliche auß den wilden Feigen werden / biedercapnkcus trägt/ etliche auß den Würmlein die auß densawren Weinhefen wachsen / etliche auß den leichte»Würmen/die mit sechs Füssen auffdem Wasser lauffen/das man sonst Wassern.ücken nennet / aber es heistgleichwol: Omnelimilc Zcactsciimile. Eine Bienezeuget einejnnge Biene:m Rchß/emeHornis eme tzor-nisse/eine Wespe / eme andere Wespe/eine Fliege emeandere Fliege /als mich dünckete.

Man soll auch hur mercken/daß die Fliegen ein schäd-lich / abschewlich und beschwerlich seyn / dennWirthen / die ihr viel m ihren Stuben und Hauserha-ben. Doch habenchr die am meisten/die viel Viehe hal-ten/odervwlObstindie Sinbui bringen/ darnachsal-len sieeinem ms Essen / Tttncken/ Mlch/und derglei-chen.

Wtd.rdie hat Gott iw Walde rothe Schwämme Fliegen Mwachsenlassen/ dieFt.egeaschwämme genand/ wenn sterben,man die zerhacket / und m eme thenerae Schüssel MitMilch begeuft/und seyen sie weg/daß sie darvon/ftessen/so sterben sie bald.

Man muß es aber also setzen/dz kein Hund oder Katz/oder ander Thier darzu kombt/denn so bald sie darvon es-sen/so bald sterben sie auch. Item man macht in einenTopffuntenemLoch / und schmieret ein wemg Honighinem / wenn sie hinem auffs Honig stehen / sodecketman oben den Topffmtt einem Tuche zu/ und rüttelt denTopff/so fallen sie hinunter in den Sack / darnach drehetmandenSackumb / daß sie mcht wieder herauß zumTopffe können.Und wenn sie nun alle drinnen seyn/so tritman sie todt/oder schüt sie ins Wasser oder Fewer.

Item/mmbemwemg Meßwurtz / stoßsieklemzuPnlver/und virmische sie mit MUch / und setze es chne«hin/so bald sie es gemessen/sterben sie. Man muß aberauch darnach A^tungdrauffgeben / daß man sem essennnd trmcken mit zudecken so bewahre/ daß einem die ver-gisste Fliegen mcht drem fallen/ An etlichen Oertempsieger man auch umb Vitt noch Leinzu saen / wiewol esetwas zu spat. Etliche pflegen auch noch Pstantzen umbdiese Zeit zu säen/sonderlich GüstenKohl/dessen Pstan-tzen man m dem Herbst verfetzt / daß man gegen Pfing-sten grünen Kohl zu kochen hat.

Vom Tage Mtl.

Wenns am Tage Vm regi.et/ so bekomptdie Gerstegemeiniglich einen Anfall. Doch sagen etliche Bawren/daß diß von der spaten Geiste zuverstehen sey / die spätoder langsam gesaet ist/ dieselbige soll mr wol gerahten.

Wennö aber am Tage Vlti gut Wetter ist / so soll dieGerste wol gerahren / sagen dte Bgwren m ihrer Pra*ctica.

VonAröten°

Hie soll ihm auch em Haußwirth etliche dürre Krö-ten zur Artzney zu wege bringm / und dieselbe etwa inseinem Hause bewahren / daß er sie im Nothfall habentan/d./ß thue also / splsse sie lebendig mit einem Holtzdurch den Kopff / und hange sie in die Luffr/biß sie gantzdürre wird. Wenn man die darnach ,n einem kmenTuch verbindet / so zeucht sie alle Gisst vom Patientenzu sich/doch muß mchteine allein auffgebunden werden/sondern etlichmal nacheinander/so lange biß keme Krötemehr auffschwellet oder grösser wird/ so ist denn die Giffcherauß/und der >.rancke geneset. Also zeucht sie die P>-stilentz auß / und wenn ekne^von ei^em glfftlgen Thleegebissen ist/so bmdet er sie auff den Schaden / so zeucht

f tnj sie