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[1] (1665)
Entstehung
Seite
53
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Vom Apn'l.

vor die Erd- Wenn die Erdflohe die Pflanzen aussen/ sostreweMebe- nurAsche/ Gerberlohe / oderKohlcngestlibe drauff/ sow-bren. verderbestuihnen die mablzm.

DonMohrÜbett-

Diesaemchtzusrühe/ daß sic von Kälte wegen nichtabspringen/ man muß sie aber un abnehmenden Mond!säen/da wachsen sic in die Erden / und werden fein groß.

VottGurcken-

Giircken/^ Die soll man setzen / wann man hoffet/ daß kein FrostMM und mehr gefallen will/denn sie erfrieren leichtlich / als etwaM die zu i»n Apnll/wenn der neue Mond ein Tag 5. oder 6. alt ist.seyen /und Sle müssen aber nicht gesetzt wetden/wenn der'Acker tru-zu warten ckenist / sondern wann er naß ist/ und wenns geregnetsivfl. hat. Mann muß ihnen bißwerlen giessen/wenn der Ackerzu trucken ist. Man setze Gurcken/wenn die Kirschbäu-meblühen/ aber niemahleq^gar auffeinmal / sondernzwey oder dreymahl/doch daß man die letzten auff S.Ge-vrgen setzet / so sompt man desto bester damtt fort^»6,5.2,9.

Zwlbettt oder ZibHlett.

Lwibeln/ Vmb diese Zeit isset man junge Aibolen/ undbißwei-mrinnen len mit wenig bedacht / drumb muß ich einen kleinen Be-ste schaden richtfür den gemeinen Mann / dem wir hiemit allem die-undnützen mn wollen) hie von thun. Mit ihrer schärpffe fahrenzurzesund- einem die Zibolcn ms Haupt / und verletzen einem daßGehirn/ und wenn man jhr gar zu v iel isset/ so können sieauch wol einen unsinnigen rollen Menschen machen/bringen auch schwere Traume/ sonderlich denen Leuten/die neulich kranck gewesen seyn. Sonsten aber sind siezur Speisse und Artzney gesunden Leuten so gar dösenicht/stnd zeher und kalter Natur/und nehmen das gra-Zwibelen- wen / den stinckenden O them weg / so ist ihr Safft gutM gar gut für die Schlaffsucht l.erar»u5 genant / unnd wenn manvor dunckele chn mit Honig auffdie dunckeleAugen legt/ so vertreibetAuW, erdieTunckelheit. Wenn man ihn mit Weibermilch mdie Ohren treuffet / so stillet er die OhkenschmertzenWenn man Zibolen nnt Massen isset / so verzehret sie dieFeuchtigkeit im Magen / eröffnen die Eingänge derAdern / reitzen und treiben die Vrin / machen dünneStulgänge/ führen die Gifft auß/ und stillen deß thö-richten Hundes /und aller gifftigen Thier bisse / macheneineklareHaut / eröffnen die Schweißlöcher/ undma-chen schwitzen / blehen den Leib/ machen durstig/ schadenden L kolciicir, aber den PKIcAMsrici s seynd sie gesund!Wer ein kalt Haupt hat/ und dasselbeofft mit Zwibelnreibet/dem bewachset das Haupt mit 5?aren>^ „ Von der petersillg.

um ?crro5clil,um , ist umb diese Zeit/

in den folgendenSowmerzeiten ein ga? nützlich dmgMv gesund beydes das Kraut und die Wurtzel/ im Essen und in derkraut. Artzney. Seine Natur ist warm und trucken / treibetdie Vrin / verzehret und macht subtil die grobe Feuchtig-keiten/starcketdenMagen/ und macht Lust zum essen/bricht den Stein / starcketdasGedechtnus/ eröffnet dieVerstopffung derMiltz und Leber/ lst auch den Wasser-süchtigen sehr gesund und nützlich.

Vonder Nachn'gat.

Die Nachtigal kompt auffS. Georgij / daläst sie sichHören. Derer muß man balde fangen / so viel man ihrhaben will/dann die nach S. Georgij gefangen werden/bleiben selten Lebendig. Aber hiervon zu seiner Zeittveitlaufftiger in dem ^ucupio.

VonLerchett.

^ulics ist Vmb diese Zeit soll man junge Sanglerchen auffzie«

Gottange, hen / und sie entweder bey jhrem natürlichen Gesangnehme. bleiben lassen/oder mit Künstlichem Vorpfeiffen / was^tliascili. anderstlehren/ daß sie Gott nicht allein mit ihrem wil-cecnoo Ve- den Gesang/ sondern auch mit unsern Lobgesängen vrei-i>krez. fen mögen. Denn ob sie wol keine Wort brauchen kön-nen wie wir/so ist doch unser Gott ein freundlicher Gottdaß er ihm auch jhren colizcum wolgcfallen läst/ so ist erauch ein gelehrter und verstandiger Gott / daß er ihregeistliche Gesang wol verstehet Denn verstehens dieMenschen / was siefürMelodeyen und Gesänge singen/so wirds Gott vielmehr verstehen. Vnser Gott ist keinCalvinist / welche die Orgeln auß den Kirchen reisten/darumb das sie nur einen Klang / und keine Wort habensondern er ist ein allwissender Gott/ der auch der Hertzen

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Heimlichkeiten verstehet/geschweige denn der Melodei-en / die zu den schönen Lobgesangen gemacht werden.

Es möchten doch klugen Leute und Gemscnsteigcr nurden letzten Psalm Davids lesen/ da er spricht / Ja befib»letd.r H.Geist/ Lobet den HErm mit Posamw,/ mitPs.üter und Harpffen. Lobet chn nur PauckeuundGcygen. Lobet ihn mit wolkkngenren Cymbeln.MeswasOdemhat/ isbedenHEtteni/Hallelaia. AbetdieLeute hären das Grüßwachsen / sie seynd viel kluger alsder heilige Geist.

dett G^nsett.

Die alten Gänse mögen m diesem Monat zum erstenmal berauffet werden.

Von Schlafen.

Inwarmen örtern pfleget man auch in diesem Mo- Schaastnat die Schaasezu scheren. Aber da soll sich einHauß-Wirth wol vorsehen / daß er ihnen die Wolle nicht zuzeit- Frühlinglieh abnehmen lasse/oder sie auch ZU weit von dem Stal- lvl? siege« ».le nach abgenommener Welle treiben lasse. Denn es schien solle»isteinweichVieh / und sie erfrieren und kommennachder Schar leichtlich umb / wenn sie nur ein wenig;» sehrerkalten. Wenn b'.ßweilen ein Schäfer seinem Henenein Bubenstück schuldig ist / so zahleterö ihm in derSchaaffcher redlich / wie ichs wol gesehen/ und erfahrenhabe/daß sie ihren Schaafen die Wollelassen / und derHer:en Schaffe weit hmaich mß flache Feld jagen / dalassen sie bißweüen ein Schaas. 6.8. oder mehr draussen/die da verklummen und verderben.

Nun pfleget man auch junge Lammer zu schlachten/die sehr gut und gesund zu braten seyn / sonderlich vor dieGelehrten : Den Bawren ader seyn sie nicht gesund / sowol auch die junge Hüner/ und weiche gesottene Eyer/geräuchert Fleisch/Stockfische/ Knackwürste/Käse von-Buttermilch gemacht/sind ihnen besser.

Von Grattatäpffeltt.

Diekörmen auch / weitste fortmehr unsererrauhMteutschen Lufft unnd Himmels gewöhnen / in diesemMonat gepflantzet/verfttzet und gezeuget werden-Manr»kan sie auff Pfirsing-Bäumepropffen / wie ?sllsäiuxschreibet/üb. c2p. is.

!^vzäex sind siebtnSterne in den Hörnernund MuN' tt/säiZTkde l'suri : Die pflegen mit den 5 auffzugehen/ cursu z sc

wenn die Sonne im 16. Ars6u l^suri ist / ohne gefehr proxrie»«umb S. Georgij Haben ihren Nahmen -!> pluo.vom r«.Regen/dönN wenn sie zu dieser auff/ oder im Wintermo-nat untergehen/ so bringen sie gemeiniglich Regen. DieLatminennensieZuccuIss, jungeFerckel/ denndieSä«we weltzen sich gerne im Koth / und auß vielen Regen-wassern wird viel Koch. Es kompt aber der Regen z»dieser Zeit umb ihren Auffgang daher / denn jetzo zeucht>d»e Sonnedie Dünste und feuchtigteitauß dem Meer/und der Erden/ durch jhre Wärme stärcker hinauffzu sichin die Luffr/ denn zuvor/ und werden dadurch die Beweg-ligketten der I-l/säum inTropffen und Regen resolviretund verwandelt. Dißhat GOttalso wunderlich ge^ordnet: Denn weil die Sonne nun immer wärmerwird/ so besprenget er das Erdreich durch diese Sternen/daß es eme feine gewächsige Zeit wird / und alle Früchtewol wachsen und zunehmen können» Wenn zu diesertt/zäum Außgang auch der alte kalte unlustige 8arur-nu8 mitkommet / so machet er wunderlich seltzam April-len wette?/ Schnee und Regen / und allerley Plaudereydurcheinander.

VonTaubm.

Es wollen auch etliche / man soll in diesem Monat 5?^^.auch den Tauben zu Hause etwas strewen / und zu essen' > ^geben/ weil nun fort mehr die Ecker umbgcarbeiret/und ^ s. .die Samen imFeldc alle auffganaen/und sie nichts mehr ^finden oder bekommen können. Aber die finden allezeit!jhre Nahrung wol / wann nur das Erdreich mit Schneemcht bedeckt oder zugefroren ist. Vnd wenn sie sonstnirgendSpeise finden / so finden sie dieselbe doch allezeitim Stroh / bey dem Vieh auffdem Hofe / so wol als dieGense undHüner.Aber imWmter bm ich darwider nichtdaß man sie speisen muß/so wol als das ander Federvieh.

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