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Th. 1 (1716)
Entstehung
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829
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Sechstes Buch/ Blumen-Garten-

829

i_xxxi.

d/clamen, ?Ic>5 Inäicuz, (^eranium rulzerosum.

Vclamen,ist sonst einGewächs/das in allen schat-^ .lichten Wäldern zu wachsen pflegt. Das fremdeaber lst von vielerlei) Gattungen/ es gibt ein wol-riechendes/ so wol mit Purpurfarben Blumen und ei,ner langlichtenWurtzxn/ÄS auch mit weissenBlumen/mit langen Blattern/ gleich einerHaleberden / grösse-rer und kleinerer Act/auch ein Persianisches e>cia-mcn mit grossen runden Blättern. Item Lvclämcn ^von Aleppo. Wird bey uns nur in Geschirren in guter ....fetten Erden erhalten/ und des Winters beygesetzt; uniman halt diese vor die besten/ deren Blätter inwendig Smit breiten weissen Flecken gezeichnet sind/ ihreknol-!lichte Wurtzen setzen Augen / daraus die Blumenwachsen ,'wann man diese Augen abnimmt und beson-ders einlegt/ so bekommt man davon junge Pflantzen;die Blume komt voran / darnach erst die Blätter/ die >schönste blühet weiß/ ist aber zweyerley Art / eine blühetim Frühling/die ander imHerbst/eine die vonConstan-tinopel kommt/ hat fünffzüruck gewandte weisseBlät-lein/und das Mundloch ist röthlicht/hat einen edlenGe-ruch/eine weisse ist auch gefüllt/müssen alle zimlich wei-te und große Geschir: haben/ sie werden zwey Fingerliess eingelegt/ und nicht ausgenommen / ohn wann derScherben zu eng wird/ welches man aus ihrerBlatterMenge erkennet/ denn zerschneidet man sie/ lasset jedemStuck sein Auge/ thuts an einen trockenen kühlen Ort/bis die Wunden fest wird/ verstreichts hernach mitPeltzwachs/ und legs also ein/ daß die Wunden seit-wärts ans Geschir: komme/nicht so leicht faulen möge/zu der man auch deswegen trockene Erden legt/ undgute darüber thut / hat gern einen schattichten Ort.Vom Saamen kan man sie zwar auch saen/gehet aberlanqsamzu.

Nach den Blumen kommt^n den langstielichtenKnöpften ihr Kestenbrauner saamen / der in derErden nicht austreibt / wie andere Saamen / son-dern erst zu runden Kugeln sich zusammenziehet/ diehernach ihre Blatter austreiben; wollen einen gutenleichten und fetten Grund / werden zween Fingertieff eingelegt; die fremde kan die Kälte nicht aus-dauren; wann die Wurtzen zertheilt wird / muß mansnicht einlegen/ bis sie wol ausgetrocknet / und muß dasBegiessen'verschoben werden/ biß sie ansängt auszu-treiben. ^ .

Der Holländische Gärtner sagt / es seyen noch an-dere drey Sorten/ eine die im Winter / und zwo die imSommer blühen/ Pfersichblühfarbe und weiß/seyen

aber gar rar/ und in Holland nur an zweyen Ortenzu finden; die Wurtzel von dem gemeinen (^ciamcnm Weingele gt/macht bald truncken / und steigt insHaubt.

klv8 In6icus e violacio 5-ilcuz, racjice tuberozA»diese Blume ist/ nach l>. ksrrari! Aougnus / aus In-dien inNiederland/und von dar inFranckreich/und end-lich nach Rom kommen/ ist ein Kiel oder l ubcr, wieeine kleine Rüben / auswendig roth/ inwendig weiß /und unten in der Mitten eingebogen / ist daselbst imSeptember in ein Geschir: gelegr/hat imOctober aus-gemeben/ und im folgenden Frühling geblühet/ hatlange/ breite/ starcke > liechtgrüne und am Boden weiß-lichte mit rothen Tüpfeln gezeichnete Blätter; der inder Mitte aufsteigende Stengel ist ästig/ wie die in»bulbola, gegliedert / und mit kurtzen spitzigen Blatternbewaffnet.

Die Blumen hat sechs unten grünlichte und oben-aufdunckel-Veyelfarbe Blätter/ als wie ein Sam-met/ häricht mir dunckeln und finstern cirris oderKrauswerck umfangen und gebrämt / die Nagel un-ten an den Blättern sind schwach und weißlicht/ miteinem erhebten Strichlein unterschieden; der durch dieBlumen dringendeStengelhat dunckelblaue und weis-st Faserlein/ oben mit gelben Tüpflein / hat einen un-angenehmenArtzneyischenGeruch nach ausgesottenemHonig / die Blumen dauren nicht viel langer als einenTag / unten aus dem Kiel schieben sie kleine Wurtzenwie Faden / deren äusserste Theil endlich knollicht undalso fortgepfiantzet wird; soll zwey oder drey Fingertiess eingelegt / und mit mittelmässiger von Sand ver-mischter Erden versehen werden; liebt Sonnenschein/und kan keine Kalte leiden/ muß also im Winter bey-gesetzt seyn.

(Zersnium lubcrosum.dieseistausTürckeyin unse-re Länder komen/hat eine dicke/knollichte/ runde Wur-tzen/ schwartzbrauner Färb / und eines widerwärtigenGeschmacks/Hat Blätter fast den k «emonen gleich/anlangen Stielen / sich in fünffoder sechs zerkerbte tieffeAusschnitt eintheilend; die Blumen sind schön purpur-roth mit Blätlein / die wie ein Hertz sormirt sind/ undblühen schier den gantzen Sommer; man bringts auchaus Dalmatia und der Windischen Marck zu rms/ hatgern eine warme Stelle und guten Grund/ der Saameistwie an den andern Storchenschnäbeln / wird imFrühling angebauet.

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