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Th. 1 (1716)
Entstehung
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727
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FmifftesBuch/ Kuchen-undArtzney-Gartttu

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der den Stein getruncken; die Blätter die schier denAlbernoderNüstengleichen/aberkürtzer / lind herumetwas zerkerbt sind / frisch zerstossen/und zu einem Pfla-ster formirt/vertheilen alle Geschwulsten/ und linderndie Schmertzen/ und heilen / in Hömg-Wein gesotten /und zum Gurgel-Wasser gebraucht/ die Mund-Ge-schwär und Fäulung des Zahnfleisches; die Nüsse be-fördern zwar den Urin / doch stopssen sie den Stuhl-gang ; in sandichten Teichen wachsen sie nicht gern/sondern lieber in fetten schlammichten.

rvasier-rvegncbc/ wächset gern in den Bachen/wo es schatticht ist / hat grosse/breite / subtile und ade-rige Blätter / die alle/ jedes aufseinem besondern glat-ten Stengel wachsen/aus deren Mitten im Junio undJulio/ einer oder mehr glatte Stengel/die sich in vielAestlein theilen / und weisse kleine / mit etwas Leibfarbvermischte dreyblatteriche Blümlein tragen/ die übereinen Tag nicht währen / gleich abfallen/ und in ihrenhinterlassenen Knöpsslein ein kleines Sämlein tragen;diefe Blätter werden im Majo und Junio gesammletundgedönt / sollen allealte und neue Schäden glück-lich heilen/ im Wein und Wasser ein wenig geweicht/und also übergelegt; auch für den Zahnwehe auf denBacken auswendig / dün oder grün aufgelegt/ wie vonvielen ist probirt worden; ist kalter Natur bis im drit-ten Grad ; die Wurtzen davon mit Wein und Honiggesotten und getruncken/ Met den rothen Fluß / undist gut zum Ruckenwehe; das davon distillirte Was-ser heilet alle Brüche an alten und jungen Leuten, Mor-gens und Abends davon getruncken/ jedesmal 4. Loth/und darneben den Leib mit Gebänden versehen/ ist einsonderlich bewahrtes 8-Lret, wie l.onicerus schreibet..Andere halten dis Kraut für warm / tt-urnius schrei-1

bet also ; Vick in k^ärope tumclcentidus crunbus,planlZZmcm aczuaticam lelioiter Kumorcm in vell-caz cvocails, maximam vim sczuarum prosun-clebsnt' eniin ksec plsnts calicla, uf^IurimT^crbzerivis inriatze, cacumina sua eKsrunt,u!trsslveum> Iusu -» ms animacjvcrtum fuit.

N)eber-Rartett/Äaree«,Z>ljkel / l)iptzcu8, I.z-drum Vencris, Lartjuus ssullonum, weilV0N diesemMdem Sieber.den Buch mehr wird vermeldet werden/alswill ich allhier/was Gestalt sie in der Artzney gebrauchtwird / mit wenigem vermelden; ist trocken im andernGrad/ und hat die Art zu aKNcroisen und zu reinigen ;wird innerhalb des Leibes gar selten / aber auswendigvielgebraucht.

Die Wurtzen im Wein gesotten/und geflossen/ bissie wie ein Wachs wird / heilet ?Mura« s?

^ni,nimmt und vertreibt auch alle Wärtzen; die in denKarten-Häuptern befundene Würmkinin Leder oderin ein Blaslein gebunden/ an Hals/ oder unter den Armgehenckt/ sollen das viertägige Fieber vertreiben.

Die Würmlein werden meistentheits im Herbst ge-funden / und von den Fischern an die Angel gebrau-chet/ weil die Fische gern anbeissen sollen. Es schreibetauch^iattkioius, daß die Würmlein mit Veyel-oderRosen-Oel zerstoßen/ und übergelegt/ tresslich gut seyenwider die Schmertzen des Finger-Wurms ; die Blat-ter des Gewächses auf die Stirne gebunden/ solle derHirnwüte ein Ende machen.

Der aus den Blättern geprejste Sasst in die Oh-ren gemusst/ bringt dieselben Würmum; das Was-ser / so sich von dein Regen aufden Blattern sammlet/hilfft für die Nebel und Rothe der Augen / und nimmtalle Flecken des Angesichts hinweg.

cxxiv.

Bondem Unterschied und der Kräuter/ Wie sie zu

verstehen und zu erkennen.

Eilen in Erwehnung deren zum Artzney-Gar-ten gehörigen Kräuter/ von denLracklzuset-lichmal Meldung geschehen/ will ich/ wie das-selbige zu verstehen? mit wenigen anzeigen.

Der erste Grad ihrer (Qualität und Eigenschasst istdieser/ daß er in dem menschlichen Leib die Wirckungunempfindlich verrichte.

Der andere zwar mit Empfindlichkeit/aber nur einwenig.

Des dritten Qraciüs Krasst macht sich zwar merck-lich empfinden/ aber noch ohne Schaden.

Der vierdte aber mit Lebens - Gefahr gefühlt /Also / wann durch den Geschmack etwas Scharffes/Süsses oder Sauers also auf die Zungen kommt/ daßmans kaum empfindet/ so ist zu urtheilen/es sey im er-sten Grad/ als wie die Mandeln mit ihrer mässigenSüsse zu verstehen geben / ihre Wärme sey im erstenGrad; hernach / wann man etwas kostet/ das die Zun-genmehr angreisst/ doch nicht allzustarck/ als Anis oderFenchel / das ist dem andern Grad beyzusetzen ; wasfolgends die Zungen stärcker bewegt und einschneidet /ist im dritten Grad; wann es aber die Zungen mit sol-cher Schärsse anfället/daß sie den Geschmack gantz ver-

lieret/ als der Indianische und Türckische Pfeffer/ dasist dem vierdten Grad zuzuschreiben.

Ein Kraut oder Gewächse / das kalt und warm insolcher (Qualität vermengt hat / daß desien zwey Drittelwarm/ und das eine kalt ist/gehört zum ersten Grad derWärme; im andern Grad hat es drey Viertel warm/und einen kalt; im dritten Grad hat es vier Fünfftelwarm/und eines kalt : im vierdten Grad sind fünffSechstel warm/ und nur eines kalt.

Andere unterscheiden es folgender Gestalt: daßwarm und kalt/ gleich vermischt/ den ersten Grad ma-chen-der andere Grad hältzwey warme Theil und einkaltes ; der dritte Grad hält zwey warme Theil und einkaltes / und der vierdte Grad hält vier Theil warm undeines kalt/ und geben ein solches Exempel: Man ver-mische ein Pfund'warmes und ein Pfund kaltts Was-ser untereinander / so wird es laulicht und temperirtseyn/ thue aber zu diesem lauen Wasser noch ein Pfundheisses Wasser / so wird der erste Grad heraus kom-men ; wann du zu diesem noch ein Psund heisses Waftsers gießest/so ist es in dem andern Grad der Wärmezu schätzen : wird dann zu diesem noch ein Pfund heis-ses Wasier gegossen werden / kan man es kaum leiden/

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