Fünffteö Buch/Kuchen-und Artzney-Garten. -72^
cxxli.
An feuchten Orten: Schwartzwurtz/ 5corciium,'i'nfc)Uum^!)nnum
und Baldrian.
Chwarywury / vv^llwury / 8ympl,ytummsjus, oder Lonsolicja major, die Frantzvsennennens ^ureiiiecj' 4lnc, von Form der Blät-ter/ hat meistens braun-Purpurfarbe/ bisweilen auchweisst Blumen; Oursnics setzt / es habe auch gelbeBlumen/ so aber in unsern Ländern/meines Bewusts/nicht zu finden ; die Wurtzen ist groß/ fett / und aus-wendigschwartz/ inwendig aber weiß; istsonstallent-halben bekannt/ wachst an allen feuchten Wiesen undAeckern in grosser Menge/ist auch daselbst grosser undfeister/ als an gemeinen Orten.
Zum Gebrauch wird dieWurtzen im Majo gesamm-let/ ist warmund trocken im andern Grad/ zerschnei-det die groben ?k!cZmata um die Brust/ und reinigetsie / ist ein sonderlich Wundkraut/die Wunden zu hei-len / und das Blut zu stillen; man mag Krallt undWurtzen zusammen stossen / oder ein Decorum davonmachen/ oder das Wasser ausbrennen/ ist alles heil-sam/ innen und ausser dem Leibe zu gebrauchen
eonlra klcnscs nimios nimmt man des Wassersaufdrey Loth/ es löschet auch das Rothlauff/ und legetalle Geschwulsten/ die nicht von der Wassersucht ihrenUrsprung bekommen; die Wurtzen gestoßen und inHönig-Wasser getruncken / dienet sonderlich zu denenBrüchen und Blutspeyen/ führet den Überfluß derLungen aus/ wird wider dieSchmertzen der Nierenmit Wasser/ und wider die rothe Ruhr mit Wein ge,truncken; die Wurtzen im Mund gekäuet/ löschet denunmassigen Durst/und verbessert die Rauhe der Lusst-Gurgel; werden auch sonst aus dieser Wurtzen Tx-trsÄ. Syrup und Pflaster m der Apothecken gemacht/nützlich zu gebrauchen.
Scorciium, XNasserbathenig/ K.ackenknsb!sck /hat einen viereckichten braunfarben Stengel/ hatBlät-ter fast wie die Gamanderlein / hat grösser und haa-ricbt/ auch nicht so tiefzerkerbt; zwischen den Blatternkommen kleine röthlichte Blümlein Herfür; die zer-drückten Blätter riechen ein wenig noch Knobloch/sind eines bittern Geschmacks / wachsen an feuchtenOrten / und blühen im Junio und Julio/ alsdann sieauch zum Gebrauch genommen werden ; ist einer war-men und trockenen auch reinigenden undj vor Faulungbewahrenden Eigenschasst. Das Kraut Scorcliumwird von denen Engelländern/ wegen seiner Tugendzu contZAions-Zeiten/Lnzlilcke 2>cscle genannt.
Das Kraut also frisch oder gedörtt im Wein gesot-ten/ und getruncken/ widerstehet allem Gisst; das Pul-ver eines halben Loths schwer mit Hönig-Wasser ge-truncken / hilfft wider das Magendrucken / stillet diekoche Ruhr/treibet den verschlossenen Harn / und rei-niget die Brust von allem zähen Schleim/ und hilfft fürdie Husten/ istauch fümesslich für die Inteciion, undverhütet alle Faulung; das Kraut also grün zu einemPflaster gemacht/ heilet alle Wunden / stillet / dasPulver mit Wachs incorporirt / alle Entzündungender Brust; die Blätter mit scharssem Essig oder Ro-
1. Theil.
sen-Wasser übergelegt/lindern die SchmerzendesPodagra; das im Anfang desJunii davon dtMirteWasser ist zu allem diesem bewahrt und gut / in !ntc.Sions-Zeiten wird auch ein Wein davou gemacht.
O. Lcrriti. Vcrxalcka in ftttiem Kräuter -Buch >ilz.z. cap. 76. erzehlet / als ^nnc». 1668. zu Basel die Peststarck ansetzte/ habe er und die andern Herren Medicivon dem Olascorciio ein O.uintlein oder halbes Loth imSauerampffer-Wasser zertrieben / eingegeben/siewolschwitzen/und diß etlichmal wiederholen lassen / undseyen dadurch viel Menschen erhalten worden / dannes ist nicht so hitzig/ wie Mechridat oder Theriac.
Intoiium kbrinum, wachset gernan feuchten mo-rastigen Orten/ hat drey Blätter an einem Stengel/diefeist/glatt / und den Bohnen-Blättern etwas ahnlichsind/ die Blumen sind an einem besondern Stengel/weiß und fett / daraus kleine runde Blaßlein erwach-sen/darinnen einröthlichter Hirsen-fvrmiger Saa-mensich findet /dieWurtzen breitet sich weit aus/undkeimet aufan unterschiedenen Orten / daher sie sich! leichtlich vermehret/ wirdvomHermv.
! lin^io genannt Wasstr-Klee undSchorbocks-Klee /^ sein OccoQu m dienet wider den Schorbock und Was-sersucht: auch wird ein 8a> voiar-is daraus folgenderWeise gemacht: Nimm von diesem Biber-Klee einegrosse Quantität/zerstoß es in einem steinern oder hol-herum Mörser / darnach sied es in einem ahrnen odereysernen Kesel biß aufdie Helffte ein/ drucks und seihees durch ein Tuch / sied dieses abermal / biß es dicklichtwird als ein ausgelassen Hönig / steil es hernach in ei-nem gläsernen Geschir:/etliche Täge lang aneincmkühlen Ort/ so wirst du hernach am Boden finden einCrystallen- eckichtes Saltz / wie das 8»! (ZemmLwann man den Safft ausschüttet / das magst du mitearlluibcncäiQi^Wasser auswaschen/undzum Ge-brauch aufbehalten; und auf jetzt besagte Weifekanmanaus dem Löffelkraut / (üg^uoKcnec!iüo,Wer-muth/ Cemauer und andern Krautern ihr Sai voia-tile extrskircn / welches weit besser istals jenes/dasman aus der Aschen sammlet.
Dieses Kraut zieht erst-gemeldter voÄor in Schor-bocklschen Zuständen/ selbst dem Löstelkraut vor / lehret
auch in Uilccl!-meiz duriolorum OecuriZ lecunc!^Xnni 168z. lol. 174. einm Lpiritvm und killer'tzda^aus psTpZi-iren ; diß Kraut hat einen bittern Ge-schmack fast wie Aloe/ dalMes auch dem Magen sehrannehmlich ist; es macht subtil/zertheilet/öffnet/wi-derstehet den c>uci>täten/ stärckt den Magen/und stil-let ihm allen Unwillen: hat viel stattliche und glückse-lige Proben gethan: mankans im Wem/ ÄZasier/oder altem abgegelenen Bitt/in Geiß-Milch oderMolcken sieden und eingeben/ oder ein Wasser da-von mit cockIearlA, BruNiMß UndEgelkraut daraus brennen/ und Morgens und Abendsdavon trincken/ oder auch nur den blossen Safft davon
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