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Th. 1 (1716)
Entstehung
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707
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Fünffteö Buch/Kuchen »und Strtzney - Gatten.

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Dieses Krauts v^coKum dienet zur rochen Ruhr /auch zum Vlut - Speym / heile« alle Wunden / auchdie Schäden der Hirnschalen / verbessert die Ausbla,hungen desMiltzes/und stärcket die mnwendlge Glie-der ; der ausgepreiste Sasst heilet Wunden / und bösefressende Geschwar / auch die Mmrdfäule; das distil-lirte Wasser dienet für das Abnehmen / den Schwin-del/für das Grimmen und Mutter - Wehe/für dieSpuhlwürm/für Geschwulst/und für die unnatürli-che Hitze.

MonatblümZct'tt/ LNasilieben/ Lciiis, sind unter-schiedenerArten /grösser und kleiner/ wachftn gern aufden Wiesen und Aengern im Gras/und btühm fast dasmeiste Jahr hindurch.

Es ist auch eine Art von Maßlieben/die neben derrechten Blumen viel kleine Neben- Blümlein um undum treibet/und öciiis poiikr-, genandt wird.

Sind einer feuchten lind kalten Nacur./ ihr ^?asstgetruncken/ist den Verwundten ane bewahrte Artzney;das Kraut/weils noch jung und zart ist / wie ein Salatzugerichtet und gegessen / befördert den Stuhlgang;die Blätter im Mund gekauet/ heilen die Ge>chwar desMundes und der Zungen; das distillirte Wasser er,frischt die Leber / mildert die Galt / stillet die innerlicheHitz/heilet alle Wunden innen und ausser des Leibes /bekräftiget den Magen / macht Lust zum Essen < heiletdie Versehrung der Därmen und desEmgeweids/undstärcket die erlahmten Glieder.

Die Blumen dienen äusserlich zu den Kragten/unddie frischen Blatter übergelegt / zu allen Entzündungender Geschwar/ vertreiben die Hitz / lindern die Schmer-tzen/ dienen zu den Haupt-Wunden / vertheilen dieGeschwulst; mit Mich und Odermeng zu einer Bä-hung gemacht/ sind sie gut contra ?är-,i^s,n, vertreibenKröpffe/ Hüfftwehe und Podagra / 8c roilunt partium

Zcnitalium inilammstioncs.

t7kt,ttkrWUryen/öiüorta,8crpcntariz,<5c)1ubrina,wächset gern aus den Bergen und in den Auen / hatglatte Blätter/Anfangs rothlich / hernach unten Pur->urfarb und herum grün / haben einen runden subtilenangen Stengel mit kleinen Blätlein besetzt / oben röth-

lichte ahrichte Blumen, und einen SaamenwiederSauerampffer ; die Wurtzen ist gekrümmt wie eineNattern/voll SaM/ mit einer schwachen subtilen Rin-den überzogen/und inwendig roth.

Diese Wurtzen / Saffr / Kraul und Wasser / heiletWunden / das auögebrandte Wasser Morgens mich-! tern getruncken zwey Loth / ist gut für die Pest/heilet^ auch die Rucken - Geschwär / genannt; ein

Tüchlein damit genetzt/des Tags zweymal aufgelegt/istgut für den Natter Brß/wie such das Pulver von derWurtzen alles dieses leistet/heiler die rocheRuhr/verhü-tetdas unzeitige gebähren; ein Quintel davon getrun-cken / dienet wider die lnlection, tödtet die Würmer /stillet alle Flüsse und Durchlauff/und ist auch zu demBlut - Speyen sehr bequem.

Das aus der Wurtzen distillirte Wasser widerste-het den Stichen und Bissen der Schlangen und Spin-nen / heilet den Krebs in der Nasm / auf demselben dißWasser mit einem feuchten Tuch übergelegt / und mitdem Pulver der Wurtzen bestreuet.

Gdrrmemg / H i! al!«r?V ls / ^ZnmonZs ,mdkupatorium, ist em wolbekandtesKraut Der Hol-ländische Kömgliche Gärtner ioi» 205 gibt noch ein an,dere Art/ die kleiner/ aber wolriechend ist/ wird jährlichvon ihrem Saamen angebauet; das gemeine wachstgerne an den Wegen bey den Zäunen und in ungebaue-ren Feldern/ist einer fubtilen«»t,üa>^, zertheilet/trock-net tlnd heilet / seine Blatter gestoßen / mit frischen»Rheinberger-Schmaltz aufgelegt / ist zu den unheilsa-men und schweren Schäden wol dienlich: das Krautund der Saame im Wein getruncken / ist gut für dierothe Ruhr; das davon gebrannte Wasser ist gut fürdie Husten und Gelbsucht / tödtet alle Wurm im Leib/reiniget und heiletauch die Wunden / wann Madendarinnen wachsen.

Für das viertägige Fieber solls ein Secret seyn/Mor-gens und Abends allezeit vier Loth davon getruncken/es hülffl auch für die Mundfaule; im Wein gesotten/und getruncken / eröffnet es die Verstopssungen der Le,der; der Saame im Wein getruncken/ist gut für dierothe Ruhi^

Cx?. cvl.

GegenAbend : ?-rvmc ,.Peftilentzwurtz/Psillenkraut/

Sauerklee und «cakiota.

Singrün / <Ilcmsti,OÄpknoi6es, ist

I) auch von kleiner und grosser Art/Hat glatte grüneBlätlein / fast den Lorbeeren gleich / blüht schönHimmelblau im Mertzen / und behält die grüneFarbe W-nter und Sommer / wachset gern in gutenund fetten Gründen/ auch in Gehägen / Wäldern undungebauten Orten/in einer mitteimassig-elwärmendenNatur/und trocknet/ist bittern Geschmacks.

Der Wein, in dem diß Kraut gesotten worden / ge-truncken / stillet alle Bauchflüsse / und die rothe Ruhr;die Blätter / gebacken und gegessen / stillen der Frauenihre Zeit ; frisch in dem Mund gekäuet/vertreiben siedas Zahnwehe; das Kraut etliche Tag in trüben Weingehenckt / läutert ihn ; wider das Nasenbluten sollman das grüne Kraut zerflossen / und auf die Schei-

I. Theil.

tel des Haupts und um den Hals binden / so lasset esnach.

pestilemzwurym/ ?cts6tc5, ein grosses schönesGewächs / stösset im Frühling / ehe die Blatter kom,mm / ihren Stengel / mit der traublichten / weiß - ro-then , dick ineinander gesetzten Blühe / hernach ver-welcket der Stengel bald ohne Saamen / und kom-men die Blätter wie Huflattich/mit roth-braunenhohlen Stielen / werden fast einer Ehlen - hoch / obengrün / und unten Aschensarb-grau / die Wurtzen istlang und dick / innwendig luck und weiß / gutes Ge-ruchs und bitteres Geschmacks /-daher warmer undtrockener Eigenschassr ; eine Gattung davon blühetgantz weiß / beede werden im Eychstättischen Garten-Buch vorgestellet.

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