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Th. 1 (1716)
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701
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Fünfftes Buch/ Kuchen - und Artzney - Garten.

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Safft und Honig/ heilet die hitzigen pukuiäs, EusseuAndBlarterlein;eineBrühe davon gesotten mirWein/wärmet den erkalteten unkräfftigen Magen/ stärckt dieNarur / und verzehrt alle kalte schädliche Phlegma-tische Schleim/ sonderlich wird von diesem Kraut einWein imHerbst angesetzt/der zu allen diesen und vielenandern Gebrechen dienlich ist.

Eamceiöhni / Cameelöstroh»/und, wird aus Egypten / Syrien undArabien in unsere Länder gebracht / hat daher den Na-men/ weil dieCameel solches/sonderlich aber die Blühe/igern fressen/hat einen subtilen zarten Halm/röthlicher! Farbe/ wann mans mit den Handen reibet / ist es wol-lriechend/mit einer Rosenähnlichen Lieblichkeit/ ist aufder Zungen scharff und beissig ; wird in kleine Bünd-lein gebunden in den Apothecken / doch meistens dasScroh und die Wurtzen verkaufst / meisienthsilö ohneBlühe / so meistens von den Cameelm / wann dieOrientalischen grossen Caravanen gehen / abgebissenund verzehrt wird / doch werden sie heutiges Tagesauch nach Venedig gebracht / und daselbst verkaufst;die Blühe ist bleich-röthlicht / die an dem subtilen spitzi-gen Stroh beederseits herunter henckt/ »ccrottz ziu-miz(wlö l!.o!zclius oder in Llirpium ZcjvelssrÜ8lvi. meldet ) sut csliculis rubcllis soris intut^ucpZppvliz scvibuz^uc, czuse totz oient, son-

derlich wann die innerste Halmlein in einem Mörsel ge-flossen werden. Oiolcoriclc; sagt/es treibe den Harnund die ki-nliru», sey wider die Blähungen / eröffnedie Gange der Adern / wird heuriges Tages selten al-lein/ und meistens mit andern l nZreclicntien vermengt/gebraucht. i.oni:cru« sagt/sie purgiren/ das Hauptdamit gezwagen: innerlich zu brauchen / wird es gesot-ten/und davon getruncken/ wird auf zwey Quintelschwer/mit soviel Pfeffer/m Wein zu trincken gege-benste O.Becher in semer pb/lKoioZiÄ meldet) stil-let den Unlust und Widerwillen des Magens; ist auchäusserlich zu gebrauchen / welche Weiber Mutter-Be-schwar haben/ sollen Cameelstroh siedeu/und im Badedarauf schwitzen.

H7//6,Meer,Zwktbel/ wird in unsern Ländern sehrwenig gebauet/ weil er ein warmes/sonnichtes Ort ver-langt / wachst sehr an den Ufern und Gestatten desMeers / ist aber wol glaublich / daß er bey uns auchmöchte gucthun/ dann es setzt i.obciius, daß er unterso viel tausend Meerzwiebeln/ welche aus HispanienundPortugall jährlich nach Venedig und Antwerpenkommen/keinen grössern gesehen habe/ als zu Klampe,licr in I-cobi?srZ-s,des Apotheckers Garten daselbst;er will ein leicht wolgebaures Erdreich/treibt imAugu-sis den Stengel / daran folgends weißlichte Blumen/fast wie Erdbeerblühe erscheinen/ welche sich von untenauföffnen / und also biß auf den Gipffel fortfahren;

wann dieBlumen vergangen/kommen erst dieBlatter/welche aber wieder vergehen/ ehe der neue Blumen-stengel kommt/blühet aber in unsernLanden nicht alleJahr / werden durch Stücke von der Wurtzen einge-legt/ wann aber gantze Meer-Zwiebel vorhanden / setztman sie in einGefaß / nur halb ins Erdreich.

DerEssig davon ist von den alten und neuen Aertz-ten in grosser Hochachtung/und ein sürtreffliches be-wahrtes Liperimcnl zu Erhaltung und ?r»s-rvuungderGesundheit/ze:theilet alle grobe undäulicheS chleiinund Feuchtigkeiten/uü führet sie aus hilfft dem Magenseine t'crmcnlation glücklich verzichten/beschütztMundZungen und Hals vor allenZustanden/macht einenwolriechcnden Äthem/scharffes Gesicht / vertreibt alleWinde/gibt eine schöne gesunde Karb und Lust zum Es-sen / lässt in dem Gedärme keine schlöumichte Feuchtensich ansetzen / ja vertreibt die schwere Kranckheit / stil-let das Podagra/erweichtdie Verstopffung undVer-härtung der keber und des Mützes/ errettet vor demSchlag / zerbricht und treibt den Stein durch denStulgang/ und Urin/verbessert die Gebrechen der Ge-bährmutter / dienet den Wassersüchtigen / schwerlichAthmenden / und zerschneidet und ev-cmrt alle zäheSchleim / vertreibt die eingewurtzelte Husten / wider-steht der Melancholey/und hats ?ytkZHors» im fünff-zigsten Jahr seines Alters anfangen zu brauchen / undhat gelebt biß ins 117. Jahr gantz wol auf.

Die jenigen aber/welche an der Lungen oder sonstinnwendig ein Geschwär haben / sollen sich vor demMeer-Zwiebel-Elstg und dessen Gebrauch hüten. Wieer aber zu machen/ist droben im drittenBuch angezeigtworden.

Steinbrech / s /S/» , ist von vielerley

Sorten/dieser wachst hoher als eine Spane/Hat untenBlätter / klein / schier wie die Gundelreben / allein klei-ner/ oben trägt er weisse Blümlein/ hat eins knöpffigte'Wurtzel/durch welche er auch muß fortgepflantzt wer-den/ ist warmer und trockener Natup im drittenGrad/subtiler / durchdringender und austreibender Krafft.

Das aus dem vccoHo solches Gewächses gemach-tes komcntum über dem Unterbauch warm gelegt/hilfft dem verstopffteu Urin heraus / und stillet / zusamtdem Grimmen/auch die Schmertzen der Nieren ; denStein und Sand auszutreiben/ wird dieses Kraut fürdas beste gehalten/wann man essamt den Blumen inWein siedet und davon trinckt.

Das gebrannte Wasser davon / dienet zum Lendenweh/ Nieren - und Blasenstein / zermalmet und führetihn aus / wann man Morgens und Abends davontrinckt/und etwas davon in sein tagliches Getranck ver-menget / wird im May samt der Blüh klein gehackt/ i«guten alten Wein gebaisst / und abgezogen; hat gerneinen dürren sandichten Grund,

L. '

GegenWttag:Storchenschnabel/Feld>PavpclnMlderSassran

und wilder Salvey.

Torchcnfckkiabel / wird von den

Apotheckernttcrba ^upcrti, auch GOttes

Gnad genannt/sind vielerley Arten / wächset

gern in den alten Gemäuern und in den alt<n feuchten

Steinhauffm/ist warmer und trockener dompkxion-wird wenig innerhalb/ aber meistens ausserhalb desLei

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