Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
672
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Des Adelichen Land - und Feld - Lebens

tur; die Blumen mit Honig und Zucker gebaistt/ A-bends und Morgens gebrauet/ im September / achtTage nacheinander / im wachsenden Monden / soll dasviertägliche Fieber vertreiben ; Blumm und Blatterdienen auch wider den Schlangen-Biß; das gebrann-te Wasser aus den Blumen /getrunckcn/ hiifft für dasDarm-Gicht; derSafftvon den Blattern heilet dierothe und blöde Augen / so man ihn darein tränfft; diepulverte Blumen / und gleich so viel Mausöhrl undDosten darunter gemischt/und so viel Zucker/als zueinem Triet dienlich/und gebraucht/ stbos menk.uiiworcs mulieribuz iari,l; die Blätter / Kraut undBlumen abgesireifft wann es blühet/ gehackt / und dasWasser davon in Lsinco ausgebrennt/ist fast gut zu denblöden Augen Morgens und Abends etwas davon hin-ein gethan: man machet aus frischen Heiden-Blumeni Dampss-Bäder zu den Podagramischen Gliedern/da«^ von der alte zähe Schleim rclul virt wird; das Oel von! denBlumen istgut für die bösen Flechten im Gesicht/soNclpcs von den Gelehrten genennt wird.

Sev nbaun, 8sbms, istmännliches undweiblichesGeschlechtes/auch von grösserer und kleinerer Gattung/er bftgt sich von Natur gern unter sich zur Erden/ daher/wann man ihn übersich/ oder zu Portalen haben undgebrauchen will/ muß er mit Pfählen und Banden dar-zu gezwungen werden.

Etliche tragen Beerlein / etwas grösser als die Kran-wethbeer/und fast von gleichem Geschmack/etliche auch

sind gantz unfruchtbar/ wiewol sie gelb-grüne/etlicheauch leibroth-sarbe Blümlein tragen / sind eines schärf-fern Geruch/als die Beer-tragenden / bleiben stetsgrün; dtß Gewächs ist warm und trocken im drittenGrad / und / nach Laic m Zeugnus / einer gar subtilenLubttan-zu eröffnen/dünn zu machen/zu treiben undzu zertheilen; treibt den Harn/ die ^-nlirus.und dieGeburt / darum sich schwangere Frauen dafür vorzu-sehen / auch nicht jederman/ sonderlich verdächtige le-dige Weibs-Persvnen darüber zu lassen/ oder davonmitzutheilen.

Diß Kraut/ schreibt 5 sbcrn-montanus, mitHonigvermischt und angestrichen / sanfftiget die hitzige Ge-schwulst/vertreibet die schwartzenMäckeln/und säubert

die Unreinigkeit der Haut.

Item zu bösen und harten Gehör: NimmdieBeerdavon/koche sie in Lein-Dotter-Oel/in einen küpffernenGeschin/ biß daß es schwach werde/solches trovffindie Ohren/ es hiifft bald.

Die Hühner mit diesem Kraut beräuchert/vertreibetihnen den Schnupffen.

Wider den Grind der jungen Kinder: Nimm dasPulver von diesem Kraut/vermenge es mit Milchraum/und salbe das grindige Haupt darmit.

Diß Gewächs bedarffkeiner sondern Wartung; dieVermehrung geschicht durch abgebrochene eingelegteZweiglein / auch durch Einsencken; was man einlegt/muß Schatten haben.

i.xx.

Bon Pimper-Nüßlein / Tamarisken und Rheinweiden/

öder I-lguAro.

Lle diese Gewächse findet man an theils Orten >in Wäldern und Feldern/ weil sie aber an et- >liehen Orten seltzam / und in die Spalier undGarten-Zierden können gebraucht werden/sind sie auchvon etlichen Gärtnern unter die Zahl der Garten-Ge-wachse gekommen.

Pimper-Nüßlein/ 8tzpk ^ioclcnclron, von etlichen5lux velicana genennet/sind nicht diejenigen Pimper-Nüßlein oder I'iltzcia, die von Damasco und Alexan,dria nach Venedig gebracht werden/ und in Persia/Arabia u«d Syria häussig zu finden sind; sondernStauden/die inTeutschland m etlichen Wäldern anfeuchten Gründen und Wasser zu wachsen pflegen/zwar an Blättern den rechten Pistacien / oder auch denTherebinthen nicht sehr unähnlich/blühen im May mittraublichten weissen hsldseelig-abhängendenBlümlein/die doch ohne sonderbaren Geruch sind/daraus folgengrüne Bläslein mit zwey gelben oder röthlichten Nüß-lein (in der Grösse eines Peltz-Kerschenkerns) besetzt/die sind am Geschmack etwas sußucht / und werden vonetlichen gegessen/ist aber nicht so gar angenehm; dieBlatter sind fast den Eschen-Laub gleich/ je fünffodersieben an einem Aestlein hangend / haben lieber feuchtesals trockenes Erdreich / bedürften sonst keiner War-tung / und werden durch ihre vielfältig-auskeimendeBeyschösse fortgebracht; durch Fleisse kan man zim,liehe grosse Bäume daraus zigeln; werden in der Artz-ney / so viel nur wissend / nicht gebraucht / allein sollen

sie / zu viel gegessen / mit ihrer anmuthigen Süsse einenUnwillen des Magens verursachen.

Taivarketcn / Lateinisch lcu l'amznx^

wächset in denen an Meer ligenden Frantzösischen Pro-vintzen/^auch im Venetianischen/ mit einem zimlich-dicken Stamm / fast wie ein Küttenbaum; der aber inTeutschland ist/ bleibt viel kleiner/wächset am Rhein/und in Oesterreich an dem Tresen-Fluß / und andernFlüssen an vielenOrten/hat seinen Aufenthalt gern anFlüssen und Bachen in den Auen / wo es Auslauffe derFluchen hat; hat eine starcke Wurtzen/ und bringe ei-nen dicken Strauch; die Rinden ist röthlicht/ dick undsehr bitter; die Blätter sind grün / dem Sevenbaumnicht unähnlich; die Blühe ist grün und Purpurfarbig/inwendig in der Mitte mit gelben Zäserlein/ so in drey,eckichten Kelchlein stecken / wann diese abfallen/ folgtein weisser wollichter Saame / der bald hinweg fleugt;wird von den Beyschössen fortgepflantzt / müssen durchviel Giessen in den Gärten erhalten werden. Manmacht aus dem Holtz artliche kleine Taufeln/die fügtman wie kleine Fäßlein mit Reisslein zusammen / be-schlägt sie bißweilen mit Silber oder Zinn / daraus sol-len dieMiltzsüchtigen trincken.

l'ZbslnzriricintZnuz sagt von einem andern Ge-schlecht/das inFranckreich/umdie Gegend der StadtNarbonns, wächset/ an Blättern dem gemeinen gleich/soll viel Trauben-weise zusamm-gesetzte leibfarbe Blu-

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