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Th. 1 (1716)
Entstehung
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671
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Fünffceö Buch / Kuchen-und Artzney-Garten.

671

Unter diesen Namen habe ich zu Regenspurg / in HenriO. Me-zgers Garten gesehen/ das aus der Wurtzenmit vielen Zusätzen/ wenigst ein paar Elen hoch/ auf-stammet / die Blätter sind fast wie an den Ribeseln/ abernoch so groß / oder fast aus die Art des Weinbeer-Blats/ oben glatt / doch runtzlicht / und etwas dunkel-grün/unten etwas liechterund rauher/mit vielen grü-nen Adern durchzogen / der Stamm ist graulicht unddie Aeste grün / mit etwas röthlichem vermischt / habenein grosses Marck wieder Hollunder/ haricht und et-was härtzicht/ treibt vom Majo an biß in den Herbst/zwischen Pfersichblüh - und liccht Purpur-färb ge-mengte fünff blätterichte Blumen / die erstlich aus fet-ten/ röthlich-harichten und wohlriechenden Knöpffenentspringen / die auch mehr als den Blumen selbst / denHänden/ so sie berühren/einenGewürtz-ähnlichen schierÄZeyhrauch-maßigen lang-bleibenden Geruch hinter-lassen.

Wann die Blühe verfallen / theilen sie die unternRofen-gleichen Kelch-Blattern in fünff Theil/ vollerHärlein mit kleinem braunen Staube/und haben in derMitte ein kleines oben grünlichtes Knöpfflein; ob abereinige Beer (wie an den andern Kubi«) daraus ent-springen/ ist ungewiß/ weil man bißhero die ?roba. viel-

^ leicht aus nicht geziemender Wartung / noch nicht er-fahren.

O. /onkon hat zwar in seiner 5ZikoriH naturaliärblzritiui Lc 5ruc.tlbu5 zweyerley Arten des Lkamse-rubi, als >. dlorvezicum tllliis kibcs. mit weissenBlumen/ die im junio und/uiic,, in Grösse der Erdbee-ren / weiche / feuchte röthlichte Beere tragen / aus wel-chen wider den Schorbvck eine gewisse und fürtrefflicheLatwergen bereiter wird; sonst auch werden die Beerenim Sommer nur rohe gebraucht/und die Krancken deßwegen zu ihren Strauchern gesendet / sie selbst da ab-zubrechen / und zu gemessen. Dieses Gewächs liebetfeuchten und naßlandigen Sand.

2. Gedenckt er auch eines in Engelland wachsendencksrnserubi, mit einer dunckel-Purpurfärbigen Blu-men / die Frucht ist wie die andern Himbe^r / oderBrombeer / ohne ein wenig kleiner/wird im äuxutt«,zeitig und roth. Ob aber dieses von einerley Art mit die-ser unsern fty/zweiffle ich starck/ und hielte es eher für ei-ne 8pec iem aliczuam Ltiamsrkocjociencirt .wegen sei-ner schönen/ vielen langen nach und nach blühenden/auch zierlichen Nosen-Blumen; oder für ein Geschlechtdes L..isami Hipim , wegen Gleichheit der Blumen/und des starcken Balsamischen Geruchs.

Cx?. ^XlX.

Vom Baum des Lebens/ Lnca, Heide und Sevenbaum.

kbor VitX in etlichen lZcrlzzrn» (weiß aber nicht/X wie recht) auch ^eclru» und Baum des^ Lebens genennt; kzukinus schreibt/dieser Baumsey zu Zeiten 5sznc>lci 1, aus Lsnacla in Franckreichgebracht worden/ unter dem Namen l'buja oder 1 Kx->;ist ein Baum an den Blattern dem Sevenbaum nichtungleich / ausser daß er gerade in die Höhe wachst/kan den Winter wol gedulten und ausdauren / inmas-sen ich selbst zuRorbach in Oesterreich drey derselbenin meinem Garten neben der Plancken / in gleicherOilUn- voneinander abgetheilt / stehen gehabt habe/die / weil sie wie die Lypressen / von unten auf biß obenan viel Aeste gehabt/ des überlastigen Schattens hal-ben / damit sie andere Gewächse beschwehret / von miruntenher/ biß auf eine halbe Elen von der Höhe/ wo derGipssel oder ^t^rlus geblieben / sind beschnitten / unddie Schnitte mit Peltzwachs verstrichen worden/ nichtsdestoweniger stattlich fortgewachsen / und schon wolfünffthalb Elen hoch gewesen / welche Zweiffels ohne/noch daselbst zu finden; wie ich dann in der StadtSteyer/ in Oder-Oesterreich / nahe bey der Burg/ei,nen solchen Baum gesehen / der wenigst sünffzehen odermehr Elen hoch / und vor etlichen Jahren schon so dickgewesen/daß ihm ein grosser Mann nicht gar umgreif-fen können.

Der Stamm ist grad / die Rinden roth-braun / un-eben und zerschrunden / der Grund ist starck undPe-chicht/ bleibt auch im Winter grün / ohne daß sie zur sei-benZeitetwas duncklerund bleich-grüner sich zeigen/anden Spiken der Aeste kommen im Frühling kleine gelb-lichte Blumlein / die hernach ein kleines schuppichtesBötzlein von sich qeben/worinn Zweiffels ohne ihr klei-ner Saame verborgen ligt/ und die Fortpflantzung und

Vermehrung kan durch diesen Saamen geschehen/ die-se junge Pfläntzlein gleichen die ersten zwey Jahr / ehesie sich in die Aeste vertheilen / denen Kranaweth-Blat-tern/ die abgebrochenen Zweiglein aber/ wann sie intaugliche Erden eingelegt / und im Schatten gehaltenwerden/fassen leichtlich/und keimen wohl.

cattor vui-anres schreibt/ er werde vornehmlich inFranckreich gesunden/ sey einer hitzigen und trockenenNatur/ am Geschmack etwas bitter/ und eines fastanmuthigen Geruchs / und starcke deßwegen dasmenschliche Leben. Er hat solchen Geruch nicht al-lein/wann er noch frisch und grün ist/ sondern auchhernach / wann er dür: worden / und seinen Safft ver-lohren; hat von Natur die Art / daß er/ Vermög seinesbittern Geschmacks / und subtilen Stucken/ reinigt undverdauet.

Krics, Heide/ wachset an dürren unfruchtbaren Or-ten/ sihet fast den Tamarisken an den Blättern ähn-lich / die Bienen lieben feine Blumen / und machen ihrmeistes Honig daraus / wiewol violcori^s glaubet/diß Honig soll etwas schlechter seyn / als das andere;die Lüneburger-Heid/ zwischen Damitz und Lüneburg/ist gantz von solchem Kraut überwachsen / daselbst fin-den sich auch eine sonderbare Art von Schaasen/ diesich damit weiden / und sehr fett davon werden / dieJnnwohner nennen sie Heide-Schnacken/sind kleinerals die gemeinen Schaafe/ haben Hörner und langeWoll; die Heide ist zweyerley Art / die grössere wachstin Engelland / Franckreich / um ttsrbnns und Italien/in lolcanZ Utid die kleine ist von vielerley

Arten/ Wie bey I.c>bclic> in seinen Okserv^ti-nibusund-^vcssariis zusehen; sie blühet zweymal im Jahr/im Frühling und Herbst/ist warmund trockener Na-

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