Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
445
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Duttes Buch/Haus-Mutter.

mit Beyfuß Wasser ausgezogen/ und mit weiß Lilien-Oel vermischt ist/ aber fein laulicht/ weder zu heiß/ nochzu kalt/und nur sehen/daß der Leib nicht erkalte.Wannsaber sich noch verweilet/ auch bißweilen die Wehen ver-gehen/soll man der Frauen eine Schlangen-Haur/ eingenähet in ein dünn Tuch/ um den blossen Leib/ wie eineGürtel machen; wann aber diß nicht helffen wollte/ sonehme man eine gantz schwartzeHenne/und öffne sie alsowarm an dem Rucken/ nehme das Hertz heraus/ undbinds der Frauen also warm oben an das Bein / wo esam dicksten ist/so bald aber das Kind gebohren ist/ mußmans wegthun/es treibt zu starck.

Auch ist trefflich gut/ nicht allein in harter Geburt/sondern auch/ wann die Kinder nicht recht zur Geburtkommen/daß man einenHasen- Balg/so fiisch/als mög-lich/ in süffer Milch siede/ hernach wol ausdrucke/ undfein warm der Frauen ausdem blossen Leib/ über dengantzen Bauch lege/ doch/ daß der Kopffuntersich aufdie Geburt komme/ wann er kalt worden / muß manihn wieder in der Milch gewärmt/ überlegen/ so lang/biß der Leib gantz gewärmet und erweicht/ dann thutman den Hasen-Balgweg / (diß dienet auch die Nach-geburt zu befördern) und legt eine Eiends-Klaue ansdmNabel/ doch/ daß derFußuntersichgewendtsey;auch soll man den Adler-Stein am dicken Fuß / ebengegender Geburt anbinden: Man kan auch gestoßenePsersich-Kern/samt den Steinen der Frauen im weis-sen Lilien- Wasser z. gute Messer-Spitz eingeben/ auchzu Stärckung des Kinds/ einen Pfeffer-Kuchen mitMalvaster/oder sonst starcken Wein / fein anfeuchten/und der Frauen warm aufden Nabel legen; oder mansoll / in Mangel des Pfeffer-Kuchens/ einen Löffel vollHönig nehmen/und mit Waitzen-Meel ein festes Taig-lein machen/auch eineMeffer-SpitzNegel-Stupp/undso viel geriebene Muscat-Nuß daruntur vermischen/unalso zwischen 2. Tüchlein fein warm auf den Nabel le-gen/ und das soll man thun/ so bald einer Frauen wehewird/dann watlns die unrechten Wehen sind/ so verge-hen sie/sinds aber die rechten/so vermehren sie sich/ undbefördern die Geburt.

In gar harter Geburt / wann das Kind eingetret-ten/ und sich gleichwol verweilst/ so nehme man dendritten Theil einesRäbles-Ducatens gefeilt/einHirsch-Treutzlein auch gefeilt/ und eine halbe geriebene Mus-cat-Nuß/ gebe es der Frauen in Lmdenblüh - Wasserein/ es wehret viel gefahrlichen Zufallen / und verhütetdie Ohnmachten/man muß es aber nicht eher geben/alsbiß das Kind zur Geburt eingetrerten.

Ein bewahrtes Pulver in harter Geburt / wann dieWehen vergangen - und doch das Kind zu rechter Ge-burt-stehehhat in 2. oder z Stunden seine Würckung:K.des besten Einhorns/ Elend-Klaue/ gelben Agt-fiein/weisse Veyel-Wurtzen/Frauen-Eiö/ Krebs-Au-gen meines soviel/als des andern/gar rein gepulvert/undder Frauen davon eine gute Messer-Spitz in blauen

Veyel-oder in weißLilien-Wasser emgegeben;8iini^a-ritt uünä cbidcrc pollet, concjucibilius cllct.

Wann die Gefahr groß / und das KindinLebens-Gefahr ist/ so soll man der Frauen einen TropffenSchlangen-Schmaltz und Agtstein-Oel in den Nabelschmieren/man sollauch einen sauber-geputzten Copau-nen-Kopff/davon Haut und Fleisch weg/das Hirn undGebein aber dabey ist/gedörtt und gepulvert/ eingeben.

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Für eine schwere Geburt: Man soll z. gantz-ftischeEyer/ rothen Bepfuß und Melissen/ jedes eine Handvoll/ in einem frischen Bronnen-Wasser eineViertel-Stund sieden lassen / das soll die Krau warm trincken/so viel sie will/ doch nicht eher/ als biß das Kind zu rech-ter Geburt stehet; wann man aber besorgt/ das Kindkomme nicht zu rechter Geburt / soll man Mumm undeycheneMistel einerErbis groß/ und so viel/ als dieserbeeder Stücke sind/weissenAglstein/gar subtil pulvern/und der Frauen in Wermuth-Wcm eingeben/ so HMes/und ist offt bewahrt worden.

So man aber besorget / dasKind sey angewachsen/so nehme man mit einem kleinen Kinder-Loffel/ wie esjährige Kinder brauchen/ des rechten guten Wmd-und S. Johannis Oelseinen Löffel voll/ gutes Am-met-Wasser -.Loffelvoll/und einen Messer-Spitz vollgestoßenen/ weissen Ägtstein/ geb es der Frauen ein/ sowird sie/mit GOttes Gnade/ bald erlediget.

Die Nachgeburtzu befördern/dienel Knoblauch mitsamt den Röhren im Wein gesotten und getruncken;Jtem/Zimmet-Rinden mitWasser/oder Andorn-undspitzigen Wegricht Safft getruncken

Todte Geburt auszutreiben / ist gut von Camillen-Blumen getruncken/ oder Liebstöckel-Saamen überNacht im Wein gelegt/ und davon getruncken / oderKreß-Saamen im Wein getruncken / item/ Pöonien-Kern eingenommen/item/wann man sich von untenaufmit Schwefel beraucht.

H^parrum promvveiiclum : 8c»Ilcczuü klares,

sieds in einem Seidel Wein halb ein / gibs zu trincken/diß wird die Geburt in einer Stund-lang beför-dern.

ttclmontiuscjc 0rtu^1c6icinTs<zI.) 1 l. n.46.sagt:

Die Leber samt der Gall von einem Aal-Fisch gedörtt/gepulvert/und einer Hasel-Nuß groß imWein getrun-cken / macht / daß eine Frau / so in harten Kinds Nö-then liegt/ und schon etliche Tage schmertzüch und ge-fahrlich arbeiten müssen/ in einer halben tunde glück-lich gebähren wird/ und sey mehr als zoomal prolmtworden.

In hartenNiederkunfften/soll man diMomo, 6>cs.Frucht/ ohne den Kern/ in Baum-Oel gelegt / und ander L onne tem pcrirt/bey Handen haben, 1 .Untz diesesOels/unter dieClystir mischen/und damit glücklicheBe-förderung verursachen / wiev. Vailcame, in kiikeii.Lurios./»nni6.6^7 vbscrv. si bezeuget/so er aut derL iZnalu r erfahren/weil diese Frucht in der Hand gehal,ten/wan sie zeitig/ von sich sechsten aufspringet/Sr säcjit:

(Zuicl kkU^tusLucumerisntinmi, quicj kerlicariTiili-czuosze me tsnzcre ciiÜT) Ic vi ZliaÄu cliilil ientcsKcc.in kiscjiKcuIlatibvs, vclLtiampromovcncjiz^e.cunclinis potLnt, curiolo dlsturse 8crulatonccnlen-pcnlit3Ocium relinczuo.

Her: von Ranzau / schreibt in seinem Uanulcripw:Wann ein Weib zu rechter Zeit dannoch nicbr nieder-kommen kan/ so nimm den Saamen von den R-'dden/so imKorn wacbsen/und rotheBlumen haben/machs zuPulver/ und g.bv einer Frauen im warmen Mein/einesGoldgulden schwer/es hilfst gewißlich/und ist unzehlichoffr probirt worden.

Item/Geburt zu befördern: Nimm 2. oder z Eyer/sied selbe imWasser/so lang/wie man sie hart siedet/vondiesem Wasser gib der gebährenden Frauen ein Be-

Kkk iij cher^