Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
432
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4Z2

Des Adettchen Landend Feld-Lebend

Odernimm z.lebendigeKredse/ so Männlein sind /stosse stein ememMörfer/stmchs auf cm Tuch/ undleg es über/laß sie so lang darauWgen/ bis es gantz tro-cken mrd.

ttelmond. <je OrtuXic6icinzetok H4.N. l/.sagt:Ur^üpeks ociorc lintei, Ieporinc><ruorctinÄi sans-tur, ii liccum slliKetur.

Da?! gute Rothlauff-Sälblein mache also: Nimmschön rothes Siiberglätt / stoß es zu kleinem Pulver /thue e6 in ein weites Glas/ gieß scharssen guten Wein-Essig daraus/ daß es ohng efehr zwey oder drey Fingerhoch darüber gehe / laß es also 24. Stund baissen/ undrührs Mofftum/wo möglich/alle Swnden/und ver-bmds wol / laß es alsdann wieder etliche Stunden ste-hen/ daß es sich setze/ darnach gieß den lautern Essiggantz gemach herab in eine wdeneSchüssel oderWeld-ling / (daß aber nichts vom Silberglätt mit komme)gieß in den Essig allgemach Baum-Oel/und rührs miteinem höltzernen Löffel immerdar / und gieß nach undnach Oel daran / biß es ein feines weisses dicklichtesSälbleinwird/ soists fertig; diese Salben darffmanich für den Rothlauff brauchen/ wanns auch schon

aufgebtochen wäre/ nurdamitgeschmiert/ und wannder Schaden gesäubert ist / cm wenig davon hinein ge-drucktest auch gut sür Sie hitzigen rothln geschwo!^nm Brüste / damit geschmierec; auch für die Glied-Schwammen/muß nur kaltgebrauchtwerden; ist aucheine gute Brandlöschung. ^

Oder nimm eine Karpffen-Gall/streich es in einTüchlem/streue Cölnische Kreiden darauf/ es ziehet dieHitz über Nacht aus; man kan auch Attich - oder Hv-lunder-Latwergen/ein paar Messerspitz voll einnehmen/und darauf schwitzen / auch Holundcr-Latwergen auffden Schaden streichen.

c>. Daniel Becker in seiner Holunder - Apotheckenschreibet/ wann man vomHolunder am Halse trägt/soniemals die Sonne beschienen hat/ als daß man ab-schneidet / was zwischen zweyen Knorren oder Aestmist/ und es an Hals hanget / so soll einem das Rothlauffniemals anstoßen; dis soll zu Leipzig von jemanden seynprobirt/und auch andern mitgetheilt und gerecht be-funden worden. Item kan man guten Methridat ein-nehmen/ daraufschwitzen / und den Schaden damitbestreichev.

cxxxu.

Schweiß machen und vertreiben/ und vom Schorbock.

e>Olunder- und Attich-Latwergen / ein halb Loth; Zähne/ wie in dieser Kranckheit meisten geschiehet/ ro-Aschwer eingenommen/ befördert den Schweiß / gel werden/ thut man in eben dieses vecoSum ein we-

oder em paarMesserspitzigen vollAngelica-Pulverdarunter gemischt/ öderem paar Messerspitzen vollIngwer in einem paar Löffel voll Freyjamkraut-Was-ftr auf einmal getruncken/ machet wol schwitzen; dißthut auch der Thenac und Methridat.

I). Ve^sckius Lcnt. z. Olzscrv.

64. schreibt/ wann man einem Blätter vom Nuß-oderErleN'Baum ins Bett unterlegt / daß er gewiß und vielschwitze.

Wan man aber allzusehr schwitzet/und derSchweißnicht nachlassen will/so nehme weissen Senffund Fen-chelkörner/ stoß alles klein/ und sieb es untereinander /von diesem Pulver gib demKrancken trocken/ Abendsund Morgens/ so viel als man auf einem Groschen fas-sen kan/ eshilfft.

Vor dem »schorbock soll dieses ein gcwissesLxperi-mcvr seyn / damit sehr vielsind glücklich curirt worden/(wie lD.Larcliiuciuz bezeugt) daß man Bronnenkreßin Geiß-Milch siede und stets davon trincke. Icl em sagt:Nimm die Spitzen der jungen Tannen - und Fichten-Zapffen/koche solche inBler/bis ein Hönig-dickerSaftdaraus wird / nimm dessen ein Löffel voll im warmenBier ein/und schwitze darauf.

Das beste Experiment wider den Schorbock sollseyn/wann man kcrkze vermicuizri»,vdcr desgrössernMauer-Pfeffers / der die kleine dicke Blatlein/ wie dieWürmlein / mit weißlichten Blümlein hat / das auchsonst kleine Hauswurtz Heisset/ und etwas grösser ist alsdie Katzenträublein/ nimmet 8. Hand-voll/wäscher undreiniget es vor wol/ läst es in 8. Pfunden alten Bier bisauf die Helffte einsieden/ und dem Patienten täglich /oder über den andernTag/(wann er zu schwach ist) vondiesem n-coÄo warm/auf z. oder 4. Unzen schwer/ein-

nig Alaun und Rosen-Hönig/ und gurgelt sich des Ta-ges offt damit. Dieses hat l). öLriM^us Leiov v Kö-nig!. Schwedischer KIcckcuz Orciinariuz, an vielenprobirt und bewahrt befunden/wie er selbst in Kiilcci.I^IN. Luriolor. Hnni 6. Kc 7. Oktcrv.!?. bezeuget.

Hm von Rantzau sagt: Wann ded Schorbock imMund ist/so nimm 4. Loth Krausemüntz/4. LothAgley-kraut/ 8. Loth Muscaten/und 8. Loth Myrrhen/ andert-halb Loth Hechten-Zähne / i. Loth und i.Quintel ge-brannten Alaun / pulver alles klein/und mische es/thueHönig darzu/daß es wie eineSalben wird/rühr es woluntereinander auf einem Kohlfeuer/ das nicht groß sey/reib hernach mit eincmFinger dasZahnfleisch undGau-men/ und sprühe den Unflath fieissig aus / wasche denMund darauf/mitLavendel-undSalve-Wasser durch-einander gemischt/ fleisiig aus; wann aber der Schor-bock schon in den Leib und in die Glieder kommen ist/ sosied weissen SenffmitWeinrauten in Ziegen-Milch/und trincks/ es hilfft; Oder nimm Meerrettich-Wur-zel/zerschneide sie in länglichte Stücke/ thue deren cinegute Hand-voll in eine Flaschen/ gieß Wein oder Bierdarauf/vermachs wol/laß es zwey Tage stehen/davonttinck stets/ es hilfft/ und ist bewahrt.

?. ?crrsrlu8 in k-Zcsperici lib. z. iv>. )6s. schreibet/daß kein herzlicher ^nticlomm wider den Schordockseye/ als der Pomerantzen-undLimonien-Sasst/odekSyrup/ oder die Frucht offt genossen.

soll. Oravvitius O. in seinem Bericht vomSchorbock meldet/ daß die Regenwürmer eine sonder-bare Krafft wider den Schorbock haben / und wc.nnman einen solchen Wurm aus ein mit dem Schorbockbehafftes Glied halte/ werde e» sich sehr krümmen/bißer sterbe / man stöst sie in einem Mörser/ giest starckengibt/ so soll es fürtrefflich bewahrt seyn; wann die Wein darauf/ druck es durch/ und gib dem Krancken

' Mor-

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