Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
415
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Drittes Buch/ Hauö -Mutter.

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HenRanzau in seinenMsnulcriplo gibtdiesesMit-ttl: Vom Eschen-Holtz schab die öberste Rinden weg /von der nächsten aber/die amHoltz ist/schabe eiliHand-voll herab/thue es in eine Maas desstarckestenWeins/laß es halb einsieden/ in einem verglasirten wol lutirtenTopff; wann dich der Gries plaget/ so sitz in ein Bad/und thue davon einen guten Trunck warm/ es treibet /lediget/und nimmt hinweg; schadet auch nicht/daß manaus einem vonEschen-Holtz gemachtenGeschir: trincke.kx coclLm : Nimm Tauben-Mist/ leg ihn Z.Tag undNacht in schärften Essig/darnach diftillier ihn in einemBrennzeuae/ davon gib dem Krancken Abends einenLöffel voll/und Morgens auch so viel; wilt du dieKraftdieses Wassers probieren/ so leg einenZiegelstein m dißWasser/ es macht ihn innerhalb vier Tagen zergehen.

Item mach eine Milch aus Mandeln/ Psersichkem /Kirschkern und Schlchenkerwreib sie in Petersil-Was-ser/und trinckofft davon.

Für den Stein in der Blasen/ daß er zerbrichtnndohne Schmertzen weggehet- tiec. zwey Hand-voll Lau-ters Tauben-Koch/ nut keinem andern vermischt/ thuees in einstarckes Glas/ gieß darMgmen Wein-Essig/so viel/ daß es so dick wird wie ein Muß / vermach dasGlas wol/ setz es sechs Tage an die Somkn/ darnachdistillirs/so wird ein schön lauter Wasser daraus; wannman nun den Stein empfindet / soll man zu Morgensnüchtern einen gantzen/ oder halben Löffel voll / nachsemer Lompicxiun einnehmen / und vier Stundendarauf fasten/ ist bewähret. LtleräiUcm cum iupe-

riusrelstH.

cxviis.

Bonden Füssen und Gefrörungen / vonderWmters-Kälte.

N den altenLeuten pflegen dieFüsse undStär-'ckc derKnie un Knochen am ersten zu mangeln/daherwan dieKnie anfangen^u knacken/müdeund matt zu werden/soll man die Knie-Biege alle Mor-gen mit in die Hand gestütztem nüchternen Speichel/so wol auch die grossen Zähen an Füssen/ mit samt denBallen/wol schmieren/ und von sich selbst wieder lassentrocken werden/das wird/mitGottes Hulff/aller Mat-tigkeit und Podagra pr -czviren;hab es von einem ehr-lichen/ gesunden/ sehr alten Mann gelernet/auch selbstprobirt/ und warhasstig erfunden; daher auch als ein^ leichtes und doch fehr gutes Mittel/mittheilen wollen.

Wann einem die Füsse unten am Ballen erhitzigenund verbällen/ so nimm aus einem gemauerttn altenBronnen den Mieß/der sich oberhalb des Wassers andie Seiten anlegt / bind ihn über den schmertzhasstenOrt/und Wechsel des Tages etlichemal / es ziehet alleHitzaus/ und ist bewahrt.

Wann einem die Füsse geschwollen sind / der nehmeseinen eigenen Urin/saltze ihn/netz ein Tüchlein darein/und schlags über die Füsse. Für die Mattigkeit in denBeinen/ oder wann man vom Gehen müd ist/ oder ge-schwolleneFüsse, oder Schmertzen darinnen hat/so neh-me man dürres Kranaweth - Holtz/ so dick es zu bekom-men/ ein oder zwey Spannen ^ lang/ bohre ein grossesweites Loch mitten darein/ füll es voll Saltz / und ver-mach es wieder mit gleichem Holtz/brenns im Feuer zuAschen/ so wirst du das Saltz imFeuer/wie emenSteinfinden; wann du über Land gehen wilt/ so nimm einwenig Brandwein / schab ein wenig von diesem Saltzhinein / schmier die Füsse Knie/ Knochen und Spann-adern / oder auch die Geschwulst darmit.

Für das Gefrören an Handen und Füssen: LegeSauertaig auf/ es ziehet die Gefrier aus/ sie sey wo siewolle; Oder nimm dicke Wein-Heffcn/ machs warm/schmiers auf ein leinen Tuch / und leas Pflaster - weifeauf den gestörten Ort: fo aber der Schaden aufbricht/so zerstoß Kern aus faulen Küten die gedönt worden /streue das Pulver in den Schaden/es hilfst; Item/Fei-gen zu Pulver gebrannt/ und mit Wachs zu c'ner Sal-ben gemacht / heilet die gestürzte und aussqebrochene

Schaden; Oder die Sur von eingesaltzenem Ochstn-Fleisch/ so warm als mans erleiden kan/ aufgebunden,oder die erfrörten Glieder darein gefetzt/eine Stundelang darinn gehalten/ dann die Glieder abgetrocknet/mit warmen Tüchern umwunden / und sich darauf nie-dergelegt/ solches soll man taglich wiederholen / bis al-lem Frost und Beschädigungabgeholssenseye. Es setztauch v.carciiiucius, dieses Mittel habe einem geholf-fen/ dem man die Beine/ als von Erfrierung schwachund löcherig/ schon abnehmen wollen.

Wann ein Glied gefroren ist/sott mans bald in einkaltes Wasser einsetzen/ das wird die Gefrier bald aus-ziehen/darnach foll man gekaute rotheErbis darauf bin-den; ist aber dasGesicht gefroren/soll manSchnee oderEyß darauffhalten/oder gefäulte Aepffel daraufflegm.

'kMovvsk)' clc ke ssrgriA pstz. 664.

Oder nimm Kutten-Kern / zerstoß sie ein wenig/legsie über Nacht/ oder erliche Stunden/ in ausgebrann-tes Nachtschallen-Wasser/bis sie endlich eme^chleimvon sich geben/^denfelben streich auf die gestörten Ort /sie ziehen allen Frost aus/ und heilen. Item/ nimm ge-srorneweisse Rüben/reibe sie/ und röste sie mit frischemSpeck/ feyhe es durch/ und gieß es in ein frifchesWas-ser/ wasch es wol aus / und salbe den Schaden damit;Oder salbe dich mit Ganse-Schmaltz.

Sind die Glieder erfrört / und doch nicht aufgebro-chen/ fo lege drey Tag nacheinander gekocht weiße Rü-ben/ also warm über denSchadem das ziehet denFrostfein aus; darnach foltdu die ersrörtenOrt mit Wachs-Oel bestreichen/und wol einreiben/ solches etlichmal ge-than/ ziehet alles Böfe völlig heraus; Oder leg aufdasgefrorne Glied gleich gebrannte Rüben auf;oder nimm'Haring/ wie man sie aus der Tonnen gibt / schinde dieHaut ab/ und legs aussden Schaden; ist der Schadengroß / so mag man wol Häring samt dem Brat oderFleisch nehmen/ und überlegen/ soll gar bewahrt seyn.

Wann einem ein Nagel schwieret: kc« Zwiebel r»Loth/ und ein halbes Loth Saltz/ zerstoß es durcheinan-der/ und misck ein halbes LothWachs darunter/streichsauf wie ein Pflaster / und legs über den schwierendenNagel/ es sey an Füssen oder Handen.