Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
383
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yartkolino in äHis iVI äicis Volum, z. Observ. »8.Ms tinsmals einem Adjutanten das Nasen - Blutennicht zu stillen gewesen/ hat eines ObristenFrau einelebendige Spinnen gefangen/ und den Patienten dar,auffbluten lassen / so habe sie das Blut alsobald / mitVerwunderung der Anwesenden/gestillet. GeschahezuBoxtehude Anno 1674. im September.

Wann die Nasen durch Cachär inwendig offen /und wie eine birckeneRinden/hart und schmertzhafft ist/so nimm frischen Butter/ reib ihn mit Majoran-Was-ser ab/ und thue davon mit dem kleinen Finger/oder miteinem Zapffen von Baumwollen öffterö in die Nasen/das lindertund heilet.

Fürs Nasen-Bluten: Nimm gebrannten und zer-stobenen Leimen / mach ihn mit starckcn Rosen-Essigweich/streich ihn aufeinTuch/ und schlage es um dieStirn und beede SclMe/wanns trocken wird/verneu-re es wieder; Item netz cm dreyfaches Tuch in starckenEssig/ schlags dem Patienten kalt um den Hals / undum die Schultern. Für das Nasen-Bluten soll manAgrstein bey sich tragen/ das stopfst das Nasen-Blutenund behält das Hertz-Geblüte/ wie /ok. 6« cubS inttc,rlo Samt. cap. 2 !Z. bezeuget. Item nimm eineWurhel von Klapper-Rosen/ sie seyn grün oder dün/schabe sie ein wenig/stecke emenTheil davon m das blu-tendeNasen-Loch/ das andere mmm unter die Zungen/es verstehet bald.

Für die Cathär: und Flüsse: Nimm die dünnen undäussersten Schalen von Pomeranzen/an dünnesten alsman sie abschneidenkan/ rolle sie zusammen/ daß diefeuchte Seiten auswendig bleibe / und stecks in beedeNasen-Löcher/ das machet messen/und ziehet viel Was-servom HlM. Hpoüinarinvill/ Man soll öaklicumessen / oder den Safft in die Nasen ziehen/ das reini-get das Haupt/ vertreibet die Schnuppen / und öff-net die Verstopffungen. Item Kümmel/und Lorbeergepülvert in einem Sacklcin aufs Haupt gelegt.Item Lein-Saume aufein Glut geworffen / und denRauch davon in die Nasen gezogen/ vderPoleyimWein gesotten/und den getruncken.

Dis folgende ist eine gute ?urzation, wann man ei-nen grossen Carthan und Husten gehabt/selbigen völligauszuführen: kp. z. oder 4. Loch Manna/ gieß Sczlziolaund Röhrlwasser/ eines so viel als des andern / mitein- jder ein halbes Seidel daran/darauffthue drey Messer-'spitzen prsparinen Weinstein/ laß solches über Nachtauf einer warmen Heerdstatt/ oder warmen Ofen ste-hen/ des andern Tages setz es auf ein Glütiein / biß dasManna zergehe/laß es aber beyLeib nicht siedemwannszergangen ist / drucks durch ein saubers Tüchleiu / undtrinckslaulecht aus ; diese aber muß man

brauchen / wann der Cathar: und Husten schon etlicheTage voAey sind.

Ein sonderliches ^rcsnum, die Flüsse aus der Na-sen zu ziehen / lehret l). (ZcorZ v^-cieiiusFürstl.SachsischnHos -^lcclicu, zuGotha/in Xiilcs».curivl. snni tcrtii Qktcrvst. ,4 Nimm weissen Vi-triol/klein gepülvert/ allein/ oder vermischt/ thue es indie Nasm/doch ziehe es nicht an dich. Und sagt ferner :Man soll es in zliquÄ sczuü cc^k!,licä lol viren/ und mitdem Federlein sittiglich in die Nasen streichen/ so werdees die Cathär: heraus ziehen/dünn machen und aus-

DrlttesBuch/Hauö-Mutter. z8z

führen: Er hatte es oHt probirt / und auch den kleinen

mindern / m Verstopffung der Nasen/ glücüich ge-braucht. aclljtt! t-toc mecjicsrncntut» omnc tulitpunätum, novumczucnon clt, circumtorancost^Iiliuzlsjze luciers vuIZum» ulpsreZrina iüajsÄcnt.yu«ioribus 5kpe rcperiuntur.

Stoß rothe Rchnruben in einem Mörsel/ druck denSafft davon durch ein Tuch aus/mische darunter einenLöffel voll Hömg/nimm davon ein wenig auf die Hand/zieh es übersich m die Nasen / so wirft du Wundersehen.

Ein gutes Flüß-Wasser ist folgendes: kec. i.iiiumconv-iiium - Blühe/ Bohnen-Blühe/ weisse Garten-Rosen/Linden-Blühe/ weiß Lilgen-Blühe/jedes eineGauffen voll/ thue es in guren Brandwein/ laß es vierWochen an der Sonnen stehen/darnach brenn es aus;ist angefthmiert und auffgelegt gut für die Flüsse/ wannman geschwollen ist.

Ein anderer Flüß - Brandwein :k-c. einAechtringguten Brandwein / und einer welschen Nuß großCampher/ schneid ihn klein/ und leg ihn in den Brand-wein/laß ihn in einemGlas 4.Wochen an derSvnnenstehen/ daß er sich wol distillire/und behalte ihnzempfin«detman nun einen Fluß/ wärmet man diesen Brand-wein/ lasset den Ort vor wol mit warmen Tüchern rei-ben/ dann soll man sich wol schmieren/und warmeTu-cher darüber legen / eine Stunde liegen lassen; ist auchgut / wann die Flüsse aus die Zahne fallen/ eine Baum-Wolle darinnen warm genetzt/ und in den hohlenZahngelegt.

Ein gutes Wasser in Cathärren/zur Abledigung derBrust: kec, distülirtRosen-Wasscr/item Huflattich/Ehrenpreis/Jssopen-Salve-Röhrlkraut undScabio-sen-Wasser/jedes ein gutesTrinck-Gläslein voll/misches durcheinander/ thue ein Verdieng Zuckerkandel/ einwenig Nagelein und eine halbe Muscat, Nuß zerschnidten darunter/laß es auf einer Glut in einer Schüssel sieden/ und brauchs Morgens und Abends. Item ist gutin Catharren/ Anis-Brandwein mit Zucker-Candivermischt/ wol dicklecht zu einem Sprup gesotten undgebraucht.

Hiehergehört/ was ?stcr Schott in seiner ?kvi?ckcuriviS li?,. 12.loi. 15 zz.schreibet: verflostenenWin-ter ist hierzu Würtzburg einer/ vonCöln gebürtig/ ge-wesen/ der eine Zeitlang den Venetianern in Candiawider den Türcken gedienet hat/ hernach des Kriegsüberdrüssig/sich ins gelobte Land überführen/ und nahebey Jerusalem/ i wie er gesagt) etliche Jahr im ThalJosaphat zwar unter den Türcken/ doch gleichwol nieohneGesellschafft derChristen undGeistlichen/sich aus-gehalten ; dieser hat ein Pulver/ davon er eine kleineMesserspitzen voll/einem(ohne daß er solches hat an sichziehen dörffen) in die Nas-Löcher gethan/bald darausfhat dieses Pulver/ aus den Augen und Mund/Cathar»undstinckende Feuchtigkeiten/ sehrstarckherausgezo-gen / daß der Patient mercklich davon erleucbtert wor-den/doch ohne einigem Gewalt; er hat diese Cuv ihrervielen/ und allezeit mit gutem Nutzen gebrauchet; ergab vor/ dis Pulver würde aus einer ArabischenWur-tzel gemacht/ die er doch niemand nennen oder offen-bakren wollen : dis Pulver hat er ziemlich theuer ver-kaufft; wir vermeinen aber / daß diese Wurtzen/ oderwas es immer ist / auch in unsern Apothecken zu finden