Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
257
Einzelbild herunterladen
 

... ' . - - ' . '

Anderes Buch / Hauö-Vatter.

wieder ein wenig abbrechen/biß er dieNatur/ ohne son-derliche Empfindlichkeit und gefahrliche gähe Aende-rung dahin leite / wie er solches zu seiner allerbesten Er-haltung dienlich befindet.

4. Sich vor vieler Artzney/Aderlassen/ Purgirenhüten / und sonderlich die unbekannten Chymischenscharffen Sachen fliehen / und es mit tticoiav Lruäic),einem edlen Niederländer halten/der/als ihn ein^ecli-cu» gefragt/warum er seiner Dienste nicht gebrauche/geantwortet habe : Weil ich noch nicht sterben will.Diß ist aber allein von unnöthigen sürwihigenMiß-brauch zu verstehen/ da die Natur mehr geschwächt alserquickt wird.

s. Die von Jugend auf gewohnte Art zu.leben/ ob'sie schon könnte verbessert werden / muß man nicht aufeinmal plötzlich verkehren/ sondern zracisrimhierinnenhandeln.

6. DerMisilggang muß durch mittelmasiigeUbung/und ein si>zendes Leben muß durch untermischte Leibs-Bewegungen gebessert und verwechselt werden. Daein jeder eine ihm anstandige Übung / nach seiner Leibs-conttitution oder Anmuth / für sich nehmen und er-wählen kan.

7. Der Schlaff soll weder an der Sonnen / viel we-niger an den Mond-Schein verrichtet seyn/auch nichtzu lang wahren/sonst macht er vielSchleimes/schwächtmit unreinen Dampffendie Spiritus vir^« , erfülltdengantzen Leib mit faulen Phlegmatische« Feuchtig-keiten.

8. Je von weniger Speisen man zu sich nimmct/ jebesser bekommt es dem Magen/wen sie osst widerwär-tiger und gegeneinander streitender Ggenschafftensind / daraus dann auch/wo die Uberfüllung darzukommet / gefahrlicheKranckheittn entstehen : c >busquölimplicior, eon-ilurD scccptior, UndwaNN einLxcess zuzulassen/so foll^inMensch/sonderlich ein alterehe imTrmcken als Essen/einen Überfluß gestatten/dann das Gelränck ist/sonderlich den Alten / als dieohne diß kalter compicxion sind/weniger schädlich/alsdenJungen/undweil es einedünne/flüssige/durchdrin-gende ist/gehet es desto el)er durch. Zu viel es-sen aber/ bleibt lang im Magen unverdauct/ erstickt dienatürliche Warme / und weil sie der Magen nichtverkochen kan/ Lrucjitatcm Kc ObliruÄioncs zencrat,daraus grosse Kranckheiten erfolgen.

9. Der subtilem weichen Speisen soll man eher ge<messen/ als der harten/ dann also wird die Däuung de-sto glücklicher befördert.

10. Man soll wenig / und offt/und erst trincken/wann man mit essen einem ziemlichen Grund gelegthat ; wiewol ein jeder hierinnen seiner Gewohnheitam liebsten folget.

11. Wer will gesund bleiben / solle nie essen/ es hun-gere ihn dann ; dann der Hunger ist ein Zeichen/daßder Magen die vorige Speise wol verdauet hat ; undwann man neueSpeise/zu den vorigen noch rohen auf-schüttet/kan nichts anders alsKranckheit/ aufs wenigstUnlust folgen : Vitium cnim primse concoQionis( sagen die ^cciici) non cÜAcriturncczue in s»rimA,nc-quc in lccuncig. Die Zeichen eines rechten Hungersist eine vorhergehende gute vist,und massige Lebens-Ordnung/ dann/wann auf solche ein Hunger folget/soist er recht und natürlich.

"l. Theil ^

25 7

12. Alle Speisen soll man vorher/ehe sie in denMa?gen geschlungen werden/durch dieZähne klein und wolzerknirschen und käuen / so kan sie der Magen desto be-quemlicher und eher ve:kochen/so zurBeförderung undErhaltung der Gesundheit überaus viel zuträgt / undwo dieSpeiseBrocken-weise verschluckt sind/entstehenrohe Undäuungen/ der Magen wird geschwächt / dieNieren verstopfst/ und Stein und Sand erweckt.

i z. Ob man zu Mittag oder Abends mchr essensoll/ sind unterschiedliche Meynungen. Weil aber vonAbend biß Mittag des andern Tags mehr Zeit-Raumist / als von Mittag biß gegen Abend / und die Nacht-Ruhe darzu kommt / dabey die Verdauung am bestenund geschicklichsten verrichtet wird / sind viel gelehrte^vclici der Meynung / es sey besserAbendsalsMit-tags zu viel essen/wiewol alles cum 6cbitZ ^ocicratio.nc zu verstehen ist / von gesunden und starcken Leuten:Dann/welche zum Haupt-Wehe und Flüssen geneigtsind / -mögen ihre Abend Mahlzeit auch desto schmälereinziehen. So ist auch der Sommer und Winter zuunterscheiden/und sich in derSpeise darnach zurichten.

14. Hitzige und Gallsichtige Naturen mögen einenringen und rcmperirten Tranck/die kalten und flüssigenaber einen starcken und kräffrigen brauchen.^ is. Zwischen der heeden Tags-Mahlzeit ist am ge,sündesten sich desTnnckens gar zu enthalten/oder dochnicht ehe / biß 4. oder s. Stunden nach der Mahlzeit/daß die vorige (.'oncnÄion völlig geschehen sey.

16. Im Winter soll man etwas mehr essen und we-niger trincken/imSommcr aber mehrtrincken und we-niger essen/nur daß man den Appetit erhalte/aber nichtüberschreite/ oder zum Unlust bewege. Vor den Obst/welches rohe und wurmstichich/soll man sich hüten / wieauch vor unterschiedlichen/widerwärtigenEigenschasstund Geschmack an sich habenden Speisen/weil ?>sto z.cic recht sagt: Wie die Mänge und üble Einstim-mung vielerley Musicken einen Unwillen im Gemüthentzündet: also die Vielheit der Speisen einen Unlustin dem Leibe; dann/weil etliche Speisen bald/etlichelangsam verdauen / und solche über einander einge-.schluckt werden / gibt es eine üble und unglsicheOeco-nomis, daraus nichts als endliches Verderben ent-springet ; wiewol kobcnus Uontsnus cic Lalub.Vi-ttu8ratione(^iTtt. zo solches limitirt/und zum Tbeilwiderspricht / wie man daselbst finden kan / so aber/Weitläufigkeit zu verhüten / hier ausgelassen wird.Man mag aderviel oderwenigerleySpeisen brauchen >wann nur dieMässigkeit die Oberaufsicht erhält/so hat'es wenig zu bedeuten.

17. Unter den Artzneym ist am besten ?rXlerv-ttZ-VZ und propKylaZica zu gebrauchen / damit der Leibstäts offen sey/weil die Obtti uSioncs allerley Ungele-genheiten und Kranckheiten gebähren.

18 AmHaupt/im Muüd/Zähnen/Augen / Oh-ren/soll man sich mit Kämmen und Waschen reinlichhalten /weil dardurch die natürliche Wärme conccn-trirt/ erweckt und erhalten wird.

19. Das Gold soll eine sonderlicheKrafft haben/dasLeben zu erhalten/ wann es zu Zainen oder Blechen ge-schlagen /geglühet ein Tranck oder Wein so osst abge-löscht wird / biß der Wein ansangt zu sieden / der her-nach gesiegen / aufbehalten und getrunckcn wird; dißstärckt den schwachen Magen / befördert die Dauung/

Kk^U II"! benimmt

v