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Th. 1 (1716)
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241
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Anderes Buch / Haus-Vatter.

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muß man auch dencken/daß esvielaunereun geringereund elendere gibt/ betrachten / daß GOtt/aus allwei-sem Rath/jedem Menschen seinen Theil zugemassen/damit soll man zufrieden seyn/niemanden beneiden/dieHöhern verehren/dieKleinern nicht verachten; bey sei-nes gleichen frölich und freundlich seyn/ seinem Beruffemsig abwarten; und soll man billich einen Eckel be-kommen/ wann man nun vernünfftig diejenigen Leutebetrachtet/denen es GOtt nie recht machen kan/ unddie nie mit ihnen selbst zufrieden sind / wie thöricht siemit unzeitigen vergeblichen Klagen ihnen selbst undauch andern verdrießlich sind; ist es schön Wett er/kla-geu sie über dieDörre; regnet es/über dieVerschwem-

mung; gerathet das Korn/ so hatten sie keineAnweh-rung/geräthets nicht/ so vermögen sie nicht etwas zukauffen; im Krieg wollten sie gerne Frieden / und imFrieden gerne Krieg haben; bald ist ihnen dis/ bald je-nes nicht recht. Wir sollen vielmehr mit dem Haus-Lehrer Sirach Messen und sprechen: Nun dancketalle ÄO tt/ der grosse Dinge thut an allen Enden/ deruns von Mutter-Leib an lebendig erhält/und thut unsalles gutes. Er gebe uns ein fröliches Hertz/und ver-leihe immerdar Friede zu unser Zeit in Israel/und daßseine Gnade stets bey uns bleibe/und erlöse uns/ si>lang wir leben.

Cxk>. Z^XXXVIII.

Bonder Lusst.

Leichwie ein Mensch stetig Athem holen muß/will er anders leben; also ist auch cxtrcmumambicns,die Lusst/emes von den nothwendigenunentbehrlichen Stücken / so zu Erhaltung der Ge-sundheit dienen/wie Herr in seinem OilcurluLympatkelicoaus Lolmopolitöschreibet: Lttinscreuccultuz vilse cibuz Und weil diese eines von den öf-ters sich verkehrenden Elementen ist/und bald nachdemdas Gewitter sich ereignet/kalt ist ; so macht sie dieFlüsse aus dem Hirn in den Magen sincken/ dardurchder Appetit zum Essen geschwächt/ daher auch vielThiere im Winter gar nichts essen / sondern in ihrenHöhlen undLöchern verborgen un gleichsam schlaffen/da sie von de: feuchten kalten Luffr/durch die Schweiß-Löcher/ und durch das absinckende und wieder aufstei-gende also stets abwechslendek'Kiczms erhalten wer-den. Aus kalter Lusst soll man nicht gähe in eine warmeStuben/ ode: von dieser in die Kälte gehen/weil gähli-ch e Aenderung der Natur schädlich/sich aber am gan,tzen Leibe/sonderlich am Haupt/warm halten; bald istdieLussrgar zu heiß/und dem Hirn/ das von Naturkühl ist/sehr zuwider. Die Lufft nähret den Menschennicht allein per Inlpirgtioncm.sondern auch per ?orostot!U8(.'orporis, darum istdieLufftbey allzu-inlempc-rilter Beschaffenheit zu meiden/im Wimer.mit Cami-nen und mässig-eingeheitztenStuben/im Sommervorder Sonnen Aufgang und nach ihremNiedergang beyfrischen Wassern/ da offt ein kühles Lüfftlem kommt/oder unter demSchatten derBäume/seine Zeit zubrin-gen.Viel haben geglaubt/ daß sich dieLufft in Wasser/und Wasser in die Lufft verändere: Die meisten aberglauben/daß beede Elements sind/ Wie ttclmonciuz

sagtpi'imozcniz.üc rcrum conk«ntes matricess con-! liito orkcstzkilcz,5c interminiumpcrscvcrsntcs ,danN ^ob sonst dasWasser sich leicht in einenDunst verwech- iseit/ so sind doch diese Dünste und »aluus keine Lufft/

! vzpor ctcnim rcipsü nikil gliu6 cK naturalitcr 8ciormslitcr, qusm Htomorum aqu-e in sllum sublstse

con^cries. Aus dem Wasser (Wie gesagt) werden dieDünste/aus diesen dieWo!cken/die sich in derLufftzu-sammen treiben/und alle feuchte ^tcvra verursachen/und von denWinden hin und wieder getrieben werden/und wann sich diese Dünste bewegen / entstehen dieWinde/werden sie zusammen gestossen/gibt es Blitzenund Donn er-Wetter/wann sie sich zusammen packen/! Theil. ^

kommt Thau/ Regen und Schnee/oder werden dochWolcken daraus. Wir schöpften aber die Lufft aufdreyerley Weise. Erstlich/per alperam srtcriamzurNahrung der Lungen und des Hertzens. z. Durchden Mund und Nasen zur Unterhaltung des Hirns/und z. wie oben vermeldt worden/durch die Schweiß-Löchlem/daher leicht zuschliessen/wieviel uns an derreinen gesunden Lufft gelegen ist: und ist zwischen derLufft und denWinden kein anderer Unterschied / alswie zwischen einem stehendenSee/un fliessendenWas-ser-Strom.Die Lufft ist bald seltzamen Aenderungenumerworffen/und weil wir sie stets schöpffen / verur-sacht solches/daß unsere Leibs-LonMtution und 1^em-pcrsmcnt offtmals verwechselt wird/sccuncium vsrissseriz^uaiitalcs. Die Luffl ändert sich auch gemeinig-lich nach den vier unterschiedenen Jahrs-Zeiten/ odernach denen lmpretlionen des Gestirns/ sonderlich derSonnen und des Mondes/ ja wol auch nach den vierZeilen des Tages/ und sonderlich von denWinden/nachdem sie von einem Theil der Welt herkommen/ istalso die Lufft ein rechter oicu» und , die

alle Gestalten und Farben an sich nehmen/ und so vielschaden als helffen kan/vornehmlich auch darum/ weilman der Athem-Hohlung keine halbe Viertel-Stundentbähret/da sonst alle äüivncs ihre Ruhe und gewisseIntervalls haben/dieLusst aber ist g'eichsam vctiicuwmvitT livc zttlieris,ja ein Balsam der Gesundheit/ sodurch den gantzenLeib sich ergiesset/und/wie der gelehr-te lVI-nliliuskicinusclc vit^prolonzanäsc« 18 schrei-bet : ?urus luminolusczue sccr: oc!vrum clelcÜus ; 6cUu6ca; ksec tris spiritum gnimslcm prscipuö to-

vcnt Die gesunde Lufft ist leichtlich zu erkennen/ wannsie rein ohne Wolcken/klar ohneDünste/ und hell ohneNebel ist; wann sie ohne Sturm-Wind/mehr ohneNord- als Sud-Winden bewehet wird / sonderlich/wann sie von frischen Gebürgen und Wäldern/nichtvonMorastenun schlammicktenSeen herrühret/auchwo die trübe und dünstigeLufft von demSonnenscheinkan durchlautert und gereiniget/und die schädliche Ne-bel und Dünste ausgelautert und verzehret werden.Viel halten dafür/die gesundeste Lufft sey/welche vondenOst-Winden durchstrichen und geläutert werde/also sind auch die Zimmer/ so gegen Osten und Nord-Osten g ewendet sind/die allergesündesten/hingegen dieGemächez/so gegenMorasten/Mist-Hauffen ode: engeH h i» finste-