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Des Adclichen Land-und Feld-Lebenö
Wie sonst die L fleger/ Amtleute/ VerwalterundBedienten/ ihre Amt-Rechmmgen / Kuchen-Keller-Zoll-und Geleits-Fisch-^orstFluß-Licht-undHaus-Cammer-Rechnungen; Item/ Mühlen-Vormund-schafft-Kirchen-Hospital-und Steuer-Rechnungen/recht toimiren und einrichten; auch wie die Herschafft
solche übernehmen / und die Ausstellungen und v cfcHuntersuchen und finden sollen; davon ist weirläufftigzu sehen/ der andere Theil des ^icmoriaiis veconomj.co-?oiitico praÄiciHermJohannWilhelmWünd-schenö/Chur SächsischenScciuelil^ deö AmtsRoßla.
XX.
PsnTantzeleyen und Schreib-Stuben.
grosse He^Haffteu / bey denen man Ver-walter und PflGer gebraucht / daselbst sollenauch nothwendig Cantzeleyen und schreib-Stuben gehalten werden/ worinnen alleHandlungender Unter thanen/so wohl/alsFremder/welche bey ihnenwas zu fordern haben / müssen vorgenommen und ein-gezeichnet werden/ damit von Jahr zu Jahren / alleVerwand'.ungen/Käuffe/Verkäüffe/ Ver-
gleich/ Schuld-Schein/ undwasinprotcxolis-Sa-chen/oder auch in Klagen und Verantwortungen/ beyder gantzen Herschafft fürfallt/ in ordentliche Büchereingeschriebener/ aufBedürfftigkeit/ allzeit richtig zufinden seyenzdarüber ist dann der Verwalter oderPfle-ger das Opo.der wohl bißweilen/ wann der Untertha-nen viel/ auch einen oder mehr Schreiber zu halten pfle-get ; da soll sich nun ein vernünfftige Obrigkeit nichtdauren lassen/ selbst offt solche zu besuchen und nachzu-sehen/ wie es mit den Unterthanen gehalten wird; beymeisten Henschafften wird eine Isxa, und gewissesSchreib-Geld auf alle Instrument-, und Ausfertigun-gen gesetzt/ darüber die Pfleger und Schre-ber billignicht schreiten/ oder die Unterthanen memal höher/alsgesetzt ist/steigern sollen;wo man aber nicht nachforscht/auch/wo jemand cxccciirt/denselbigen nicht strafft/ daist es kein Wunder/ wann man thut/ was man will/und seineu Nutzen und Vortheil mehr in Acht nimrmt/als des Henn Gebot: Ihre Cantzley-Wafjen sind Pa-pier/Federn/Dinde und Wax;das Papier soll planirt/weiß/glatt und starck seyn/wird von gewissen Gefallen/die darzuäc^unn sind/ verschafft; die besten Kiel sinddiese/ so >m Frühling von den Gänsen genommen wor-den/sonderlich aus den rechten Flügeln/dann solche vieldurchsichtiger / härter / magerer und vollkommenersind/als die andern; ehe man Federn daraus schneidet/sollen sie vorhero an der Sonne noch besser gedörttundsauber abgeschabet werden ; gute Kiel soll man übersJahr behalten/so verlieren sie alle Fettigkeit undFeuch-ten;die Schreib-Federn soll man fleißig vor demStaubbewahren/ man kan sie in einen gebratenen Apffel ste-cken/ in der Hitz zerlechzen sie/ also/ daß sich der Spaltim Schnabel öffnet; die Schreib-Federn/daraus manZinnober/Bleyweiß/Bleygelb/^ui-um xwlicum, undandere dicke Farben schreibet / müssen im Schnabel ei-nen langem Spalt haben/ als andere Federn/ sonstlassen sie nicht/ dergleichen muß man auf Pergamentauch stärckere und scharffere Schreib-Federn haben/die auch langer geritzt sind/ darneben gute schwartzeDlnten/ dieSchwanen Kiel taugen am besten dar,zu; denen Federn/ diemanschwartz/ roth/ grün oderblau färben will/ muß man vorher alle Hartem wohlbeschaben/ mit cinemscharffenMesser/ auch die Haut-
lein von den Röhren/ und dieFeder mit einem wolle-nen Tüchlein rein und glatt abwischen/ und sie hernach22. Stunden mein Tröglein oder Muldern in Alaun»Wasser legen / alsdann thut mans heraus/ läßt siewohl abtrocknen / unterdessen richtetman die Farbenzu; wie man sie aber mir diesen Farben zieren und ma-chen soll/ besihe des Haus-Vatters Kunst Büchlein/zu Ende dieses Wercks. Die Dinten sind von vieler-lei) Arten / wir wollen allhier nur von einer Meldungthun: Nimm 2 Loth Gall-Aepffel/ z.Loth Vitriol/
l .Loth6ummi^rätzicum,/edesabsonderlichgepülvert
und zusammen vermischt / und ein halb Maas Bieroder Wasser daran gegossen / einen Tag daran stehenlassen / und alle Stunde einmal von Grund - aus ge-rührt/so wirdseineguteschwartzeSchreib-Dinte/manmuß aber die Dinle nicht sieden lassen / sonst wird sieKmfft-loß; sie muß bedeckt und vor dem Staub ver-wahret/ stehen/ in bleyern und gläsern Geschirren bleibtsie am liebsten/ zur Sommers-Zeit an feuchten undkühlen Orten; das beste Wasser darzu ist Regen-Was"ser/noch besser aber ist das Thau-Wasser/ mit warmenTüchern aufgefangen / im Winter ist am tauglichstenSchnee-Wasser / dann es ist reich von Gummi / undkan man dabey wohl halben Gummi erspahren.Wannsie im Winter nicht gefrieren soll/ so thue Brandtweinhinein/ inglasurten Gefäsen verdirbt die Dinte vonSilberglätte; mansolldieDinkeim letzten Viertel an-setzen/ auch im Zunehmen des ersten Viertels /so bleibtsie gantz beständig. Daß die Mäuse das Papier Nichtfressen/ so hänge Vermuth in einem leinen Tüchleinin die Dinte/ oder überfahr das PapiermitdürremWermuth. Daß die Dinte nicht kamicht oder schimm-licht werde/so halte sie in einem Glas/das oben eng undunten weit sey/ doch muß alles wohl ausgefüllt / saubergedeckt/und offt umgerührt werden; Essig wehret/ daßdieDintenichrschimmelt/ derUnnaber/ daßsiemchteintrocknet; Saltz/daß sie nicht Micke wird/ verhütetauch das Schimmeln,-Alaun/daß sie keine keccs macht/' und lauter bleibt; faul Wasser benimmt/ daß der Essignicht zu starck wird und durchschlagt; daß dir die Din-te nicht eintrockne / so nimm die äusserste rauhe Scha-len oder Hülsen/ darinnen die Haselnüsse liegen/ undlegs in die Dinte/so dörret sie Nicht» Willt du alle Fle-cken von Dinte aus Pergament oder Papier bringen/so nimm geflossenen Alaun / mach ihn mit Pomeran-tzen-Safft zu einem Taiglein/ dörnhnamOfen/ oderan der Sonne/ reib die Buchstaben oder Dinten-Fle-cken damit/ die du ausbringen willt/ du wirst gewiß se»hcn/daß sie ausgehen; oder nimm Pomerantzen Safft/reib das Papier wohl damit/laß es eine oder zwo Stun-de stehen / darnach nimm ein rauhes wollenes Tuch/
reib