Druckschrift 
Th. 1 (1716)
Entstehung
Seite
107
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Erstes Vuch/Land-Gut.

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Bluten sollen sie stillen und stellen /wo man es auf denblosen Rucken tragt,voüor Adam von Lebenwall setzt in Vlilcellancjz

Luriolorum OccurtZ II. ^nni 168z, sol.259 6^ leqq.

daß inSteyermarck/ohngesehr sünssM«len vonGratz/nicht weit von dem Schloß Berneck/ ein Berg sey/ derRettelsiein genannt/dieser hab eineHöle(wle man sagt)tibus, inconum rcZuiaritcr tcncicnt-s, sind in den wsl-! aus 2 Weil Weges lang/ darinnen findet man allerleybestellten Apothecken wol bekannt / dieweil sie daselbst/ Drachenförmige Käpffe / Ribben und Gebeine / derenzu verfertigen des Us^ucnli citri, gebraucht werden: hab er etliche für sich ausgraben lassen/weil ervernom-

Die sogenannten Lannulke SvmpatbeticT und kn-talci werden in den Gebürgen des Valtelins und^o-scana gefunden. 0.8im»n ! ucjccius, I^Iccii

cus zu Prag in Böhmen / beschreibt sie in klilcciiancisLuriolor. /^nni ? ^icz.also: sunl (^annuls lc-kscc-e, cZncii6s,tui?uIi in mocium concsvT, bex-izo-nT,intsr cluos an^ulos,nerviz qu.ili bin!« intcrcuricn.

denjenigen / die im Schluvd oder Gurgeleinen Zufallhaben/sind sie überaus heilsam/daß man sie an denHalshange/und sie das dlose Fleisch berühren/ausdiese Wei-se vertreibt es die Schmertzen und Geschwülsten derGurgel/verhütet den Hals-Wehe und die Entzündungder Mandeln/sie entspring gleich von einer hitzigen odervon einer kalten Ursach/^cr sollensieauch

das Gesichj starcken / eine heil-klare Stimme machen/und die Gedachtnus erhalten und mehren: iZeatu«. sagter ferner/ ciici potcli, qui bXc coZnoscit. Viel sind/die ihre gute Würckung in ciolor- Uckis6icc»,das ist, inder sogenannten dciztica. auch im Schwindel desHaupts/wann mans an den Kopsstragt/ erfahren undgerühmet haben; für dem Krebs soll man es an denHals hangen / daß sie das blose Ileisch berühren; das

men/sie sollten sür die Fraiß/Hitzige Fieber/Gl«eder-Lal>mungen und Ruhr sehrnützltch seyn / und habe er selbstdieses kxpclimcnr davon/ als er einesmals im Spatzi-ren-gehen/an einem abhängichtenOrt gefallen/uno sei-nen ^?chenckel so sehr gequetschet/ daß ergeglaubt/ essey ihm dasBem gar zerschricktdieweileram verletztenOrt grausamen Schmertzen / mit stetem Reisten undEntzündungen/ empfunden/ die sich / durch gebrauchteLinderung? - Mittel / nicht haben wollen stillen und be-sanfsrigen lassen; da hab er von diesen vermeynren Dra-chen - Gebeinen etliche Stückiein zu Pulver geflossen/mit Eyer - Klar/wie ein Koch angemacht und ausdenSchmertzen gelegt / so haben alsobald Geschwulst undSchmertzen nachgelassen.

LX.

Von dem Teutschen Saltz-Wchn.

As Saltz-Wesen ist zu Hall in Sachsen vonKayser Ottone iVlazno, dem Ertz-Blschoffenvon Magdeburg/ verliehen/ undvondcmselbi-gen/ mit consens des Capituls/ wiederum denen Bür-gern zu Ha ll/Lebewweise überlassen worden/mit diesemBeding / daß sie jahrlich eine gewisse (Zuorgm zu derErtz-Bischofflichen Tafel steurenmüssen/nebst dem An-hang/daß/wann das Holtz theuerwin desie auch weni-ger geben sollten Dieses nun hat er ^nno 5379. wieetliche melden) mit einer conli>rut.on also bekrafftiget/daß seine folgende Nacksolaer / in ihrer capimia-ion/mit einem/uramenl bestättigen und versprechen müs-sen/daß sie diese/zu ihrerTasel gewidmete Saltz Gefal-le / niemand anders/ als den Bürgern zu Hall / vcUey-henwollen- Zu gedachten Hall in Sachsen/ sind vierSaltz-Bronnen (darunter der sürnehmste der Teutschegenannt) in deren Begriff berum über hundertHüttenoder Kotten (wie man sie Heisset) sieben; in einer jedenist eine weitePfanne von Eisen Blech/die nicht über ei-ner Spannen riefist/da in einer/Tag und Nacht/zchenSaltz Scheiben oder Stuck gesotten werden, die sindso groß/ daß ein Mann eines ertragen kan / und wirdjedes um einen Gulden gegeben; kein Saltz-Junckerhat mehr/als eine Pfanne/ bißweilen gehören auch wolzween oder drey zu einer. Der Ertz-Bifchof zu Mag-deburg/ sollwocheMlich davon0i^in?ri EinkommensOO. Gulden haben: Alle Jahr wird/ zu Eingang desOster Festes/um 12 in derNacht des heiligenÄbends/bißwiederum 12 Uhr der beiligen Oster- Nacht/ 12.Stunden-lang/das Saltz-Wasser/jedem Armen/auchdenBauern/uinsonst gegeben/und glaubet das gemeineVolck / daß es den» Vieh / wann es solches trincket/ anstatt einer sonderbaren Artzney sey; Aus dem sogenann-

Theil.

len Teutschen Bronnen/quilletdas Wasser also starr?/daß/wo man ihn in drey oder vierWochen nicht schöps-fen würde/ er übergehen und sich ergiessen müste.

Zu Lüneburg soll der Sa>^Bronncnvonttnemwil-den Schwein entdecket worden seyn/ wie ^ciiom» inIlmelario (^crmsn. pi,Z.;68. gedencket:Lüneburg liegtam Wasser Elmenau / aufdiesen führen sie das Saltznach Lübeck und andere Ort; dieser Saltz-Bronnengibt das gröste Einkommen; der wird stets von sechsPei sonen gcschöpsst; daherum sind 54.Kott oder Saltz,Hütten/ in deren jedwedern vier Pfannen sind/ undwild alle zwey Stund ein ^?ud fertig/ also/ daß Tagund Nachr in jedem Kott acht Tonnen können fertigwerden; der Arbeiter sind täglich 162. ohne die Aufse-her und Wachter an der Thür. Gieich an dem SaitzBronnen/ ist einanderer Bronnen/ daraus jedermanvon der Stadt/ Saltz-Wasser zu setner Haußhallungschöpffen darff. Von dieser Saltz Einkunffr bekom-mendie Raths-Herren / Kirchen Diener und Schul-Bediente ihre Besoldungen / die ibnenjährlich gereichtwerden/ und solche daher/ ohneZweissel/L-Urissindbenamset worden.

Jn Tyrol/ zu Hall imJnnthal/ am Fluß Znn gele-gen/ist eine Meil Wegs davon/im Gebürge ein Saltz-Bergwerck/darinnen die S altz-C teine/wie ein andersErtz heraus gehauen/ in grosse darzu gemachte Grubengelegt/ mit süssem Wasser angelasien / und etliche Mo-nat- lang/bißdk' Saltz-Steine wol zergangen/sich dasUnreine aus den Boden gesetzt / und die rechte Proben! davon genommen werden / gelassen wird/ sodann wirdes in höltzernen Rohren in dieStadl Hall zu derSaltz-Pfannen / in grosse höltzerne Kasten geführt / dieso hoch gelegen sind/ daß man solches Wasser ferner in

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