Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
474
Einzelbild herunterladen
 

474

Des AdclichenLand-vndFcld-Lebens

von dmSincnlcrn vor eine rechte panacee gehalten/weilen sie nicht allein von aussen einemMenschen ahn-lich /sondern auch eine sonderliche Gemeinschafft mitdesselben Geblüts - und Lebens - Geistern haben soll /wiett«rmsnnus inseinem kiilc. redet/ und deswegen,von dem Kilon- in Nantisz. dafür gehaltenwird / daß sie die natürliche Warme/ oder calicluminnstum mit ihrer temperinen Warme stärcke underhalte/so gar/daß Martini in seinem ^tianic Sini-co vorgiebet/ man könne die gant) krafftlose und mitdem Todt schon ringende/damit so lang erhalten/ bißsie Zeit gewinnen/ auch wohl andere Mittel zu gebrau-chen ; weswegen sie dann vor eine sonderliche Hertz-stärckung in Ohnmachten und dergleichen gehalten /und deshalben sowohl von den Tinent-rnund/apo-nern/ als auch einigen vornehmen grossen Herren inEuropa/ sich eine besondere Stärcke damit zuwegenzu bringen/gebraucht wird/absonderlich von denjeni-gen/ welche bey dem Venerischen Frauen-Zimmersich Heldenmassig erzeigen wollen. Von den ivic6ic>8wird sie sonderlich in der LolicH convuilivZ oderKrampff-mässigen Loiic. wie auch daraus öffters her,rührenden Lähmung und Ontraäur, im Schwin-del/geschwächtetMc-mori, und andernHaupt-Kranck-heiten sehr gerühmet/ja auch alsdann/ wann die Ge-bührende nach ausgestandener grosser Arbeit / gantzabgemattet liegen/welche dadurch seyr gestärcket wer-den/indem die Lebens-Geister gleich- besanfftiget/ undderowegen vonvvH.MumcalroKuntec dieRuh-undSchlaff -brMgende Mittel in jViilcell. ^caet. (Zcrman.cur.^nn. Vtll. vec. 4^7. gezehlet wird. DieArt und Weis / dieselbe zu gebrauchen und zu gemes-sen/ kommet mit dem Ikec fast überein/ indem mandiese Wurtzel in kleine Stücker zerschneidet / und inwarmen Wasser ausbutzet/ welchelches hernach frühnüchtern genossen wird. Man bedienet sich auch der-jenigen Befassen / die sonsten zum T'tiee gebrauchetwerden / welche ?. ^rrim durch das Laincum Kizriz?( wodurch es paMs-n müste) verstanden / wie solchesaufBegehren Herm O. , der obig- belobte

Her: kumplius t c. cxl?lic!ret. Unterdessen ist wohlzu mercken/daß die Wurtzel Ninlenx ein gut Theillänger im Wasser liegen müste / als der l'kee . kanauch wieder aufqetrucknet/und noch einmahl gebrau-chet werden. Ändere nehmen diese Wurtzel mit derBrühe von den Indianischen Vogelnestern/ oder mitgekochtem Reiß. Wann sie aber von den ^eclicisverschrieben wird / so werden gemeiniglich andere zuder Kranckheit dienliche Mittel darzu gethan/ weilenwegen des sehr hohen Preisses/ keine grosse Ootis kanverschrieben werden / welche sonsten nach Beschaffen-heit des Alters r-KUliret wird/wie aus dem Journaläs Sism solches pomct am cilirten Ort 4.zeiget.

7. Die Virginische ^chlangen-Wurtzel/ oder ^icr-pcntaria Virzini^ns, ist eine dünne zasselichte Wur-tzel/ deren Faserlein alls an einem Stämmlein hangen/auswendig qrün-braun/ innwendig aber gelb anzuse-hen/eines scharffen Geschmacks und guten -rc>mgt>.schen Geruchs sind : Heisset sonsten auch Vip-^mzVirZiniang, weilen sie gegen alle Schlangen - Bisse/und besonders gegen eine gewisse kleine Schlange/so

man in Virginien öoicininZa nennet / und eine Artvon Vipern ist / ein bewährtes Mittel abgiebt; weswegen sie auch von andern Lontrs^crva VirZinisn.1genennet wird.

Das Kraut/ von welchem sie herrühret/wird von ei-nigen vor eine Art l)ipiam, oder auch Poley gehal-ten/wie dann?omct8 Abbildung beynahe dahin zieh-let/welchein dessen liiliorie (Zcncrsle clez Oroquc!lib. 2. cap.;. PSZ.49. zu sehen. Allein es scheinet/ daßdieser sonst curicule ^lalcrisiilt.wie in verschiednen/also auch hierinnen/ andern/welche ihm dieses oder je-nes so vorgemahlet/ zuviel geglaubet habe / indem eingelehrter Engellander l_conkar«juz ?iukenct » inseiner sehr schönen und kostbahren ?t> vw^rzpke, da?rechte und wahre Gewächs dieser Wurtzel viel änderst/in drey unterschiednen kpccicbu, unter Augen leget/welche doch alle eine Art der Osterlucey oder äritto.lockige, oder ^ikolocliise Virzinianse in dessen l'sb.xv.i.xxvl!l. und cxi.Hl. genennet worden; wel-cher Meynung der berühmte Holländische öotlmicus? k'jcrlNÄlinus inseineMl'^racj.kal s>.259 wie auch Lam.Ozlc in Pkarmscop p z6o.beypfiichten. Es wachst in)amsica,und gehöret unter die kriechende undsich win-dende Kräuter / und ist vor etwann 40. Jahren schonbekandt worden / obwolen die Wurtzel bey wenigenJahren bey uns in Gebrauch gezogen / welche einige^atcriziisten/aus Unwissenheit / unsern Apotheckernvor die lpccscuznkam verkauffet haben / ehe die letztererecht bekandt worden. Wo dieWahl davon zu haben/ jmuß man diejenige erwählen/so dicke und vollkommeneZaseln oder Wurtzeln habe/nicht alt und verlegen/son-dem eines scharff- beißenden und etwas bittern Ge-schmacks und aromatischen Geruchs sind / welcher demBaldrian oder auch dem Vincetoxico gleich / aber viellieblicher ist. Man muß auch zusehen / daß nicht andereUneinigkeiten untermischet seyen/weilen diese Wurtzelohne dem theuer. Den Nutzen und Gebrauch dieserWurtzel anlangend/so gehört dieselbe unter die^iexi-pliarmscs oder Gifft-und Schweißtreibende Mittel:wird in allen Fiebern sehr gebrauchet/ und in den kaltenFiebern mit der ckinaLK in«, in den hitzigen Flecken-Fiebern mit deröacj.Lontrg^ervsuNd^alidu« volalili-du« verschrieben/welches auch-ein gewisses Mittel in denBlattern und Rötel der kleinen Kinder ist/welche/ wieich selbsten gesehen/dadurch gewaltig ausgetrieben wer-den. Man braucht sie auch imScharbock/Schlagfiüs-sen undLähmigkeiten/mit andern hierzu dienlichen^?-äicamcnten.Absonderlich aber wird sie in den Schlan-gen-und tollen Hund-Bissen sehr gerühmet/und soll diehieraus entstehende Nyciropkobiam verhindern.Mangiebt darvon l o.biß zo.Gran auf einmal in Wermut-Wein.Andere intuncjire davon ein-oder andereQuint-lein in Wein/und wann dieKrafft ausgezogen/trmckensie solchen ii? obgemeldtenKranckheiren. So kan manauch ein lieblichesOel davon destilliren / welches dochbey uns noch unbekandt und vielleicht zu theuerfallen dörffte.

^ ^ »

Jnnhall