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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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Des Adelichen Land-und Zeld-Lebenö

Cx?u r. XX!I.

Voin Fenchel/ Miß/ Allen/ Koriander nnd Borragen.

Er Fenchel ist sonst ein jederman bekanntesGnvachs/ hat ein lange/geschlachte/weisseWurtzel/ eines süssen Geschmacks/nur ei-ner lieblichen Scharffe. Das Kraut oder dieBlättervergleichen sich dem Barwurtzel-Kraut/ ist doch grös-ser unolänger. ^ Der Stengel ist rund undgleichichr/wie Her Liebstöckel/ innwendig mit weissem Lucken-Marck angefüllet/ wachset einer Manns-Höhe. Obenam Stengel/ wie auch aus den Neben-Zweigen/ tragter schöne Dolden oder Kronen/ mit gestreifften langenSaamen Der Saamen hat einen guten Geruch /süsstn und lieblichen Geschmack/mit einer angenehmenScharffe. Der Italiänische Fenchel/kcxnicuiumvuiAZrL, jtzlicum lcminc -»dlonzo zultu sculo. Ast

dem gemeinen gantz gleich / doch etwas vollkommenli-cher/ und am Geschmack süsser. Der runde Fenchel /kozmLuium leminc rotun.iu minoic, ist in allem klei-ner/als der andere / har kleinen/ runden Saamen /und ist an dem Geruch und Geschmack dem gemeinengleich.

2. Fenchel-Kraut / frisch/ safftiq/ und rein zu einemMußzerstossen/ hernach doppeltGewicktZucker dar-unter gemischt / und im wol vermachten Glaß anderSonnen etliche Tage wol untereinander zergehen las-sen/ giebt einen köstlichen Fenchel-Zucker ab / von wel-chem täglich ein oder meinmahlen einer Muscatnuß-g -oß eingenommen/das Gesicht trefflich lautern/odersonsten erhalten / die Mutter auch beyneben und denMagen sta.cken kan.

Andere nehmen gesäuberten Fenchel-Saamen an- iderthalb Loth/ Gewurtz-Negeiein/Zimmet/Musea- ^ten-Blühe/langen Pfeffer/Cubeben/ jedes ein Quint-lein/ zerhacken und zeHossen alles zu reinem Pulveruntereinander/ rührens unter 12. Loth schönen wohlverschaumten Jungfrauen Honig/und machen also ei-ne Latwerge daraus/ welche täglich in derGrösse ei-ner Castanien eingenommen / das Gesicht herrlichstärcken.

z. Fenchel-Saamen mit Kamel-Saamen/ Wach-Holder-Beeren / und ein wenig Campher untereinan-der gemischet / in Säcklein gethan/ solche gantz heiß ge-macht/ und über die Ohren geschlagen/vertreibet dengrossen Schmertzen deroselben/zertheilet den Fluß da-rinnen / und bringet das geminderte Gehör wie-derum.

Widerden Schwindel: Nimm Fenchel-Saamene i n Loth/ Anis-Saamen/ Coriander-Saamen / Pöo-nicn-Wmhel/ jedes ein halb Loth/Meisterwurtzel/Cubeben Negelein / Majoran/ jedes ein Quintlein /zerbacke und zerstosse alles zu reinstem Pulver unterein-ander / mische ein halb Pfmrd Zucker darzu / und esse!davon taglich nach Belieben. Ein gutes Trisenet zu ^Erhaltung des Gesichts: Nimm Fenechel-Saamenein Loth/ bereiteten Coriander drey Qmntlein / langenPfeffer/Galgant/Augen-Trost / jedes anderthalb

Quintlein / Zimmetrinden / Muscatnuß/ Muscaten-Blüh/ jedes ein halb Quintlein/ Zucker 8. Loth / stoßalles zu einem Pulver / von welchem man einenLöffel-voll / auf ein gebähet / und mit rothem Weinangefeuchte Schnitten Brod schütten/ und also ge-messen kan.

4. Destillirtes Fenchel-Wasser Morgends und A-bendsjedes mahl ein paar Loch geti uncken/ reinigetdie Brust und Lungen vom Koder/machet weit umdas Hertz/und eine helle Stimme/ verleibt denHusten/eröffnet die verstopffte Leber / Miltz/ Nieren und Bla-sen/ treibet aus das Grieß/ denStein und denScblcimder Blasen / davon er wächst. Es wehret der Gelbsucht und den Unwillen des Magens/ bringet den saugenden Weibern vielMilch/und treibet die MonatBlum. Ist eine edle Artzney in der Wassersucht undVersteckung des Har»s / offr z. oder 4. Loth getrun-cken.

Etliche Tröpfflein des destillirten Fenchel-Oelsin ei-nem Löffel voll weissen Wem offt eingenommen/ stär-cket das blöde Gesicht/ zertheilet die Wind im Leib/dienet dem kalten Magen / Mutter-und Leib-Webe/befördert den Harn und die Weiber-Blum/ treibetden Stein und Sand/ und mehret den Säugendendie Milch.

s Anis-oderEnis ist bey den Alten in hohemWerthgehalten worden / dahero sie ihn aus Landia/ und an-dern frembden Orthen herbringen fassen. HeutigesTags aber wächst er bey uns überflüssig/denn man ihnam Rheinstrohm / als um Straßbnrg und Speyer/ ingrosser Menge beretet. Er gewinnt kleine/runde undhole Stengel. Die Blatter sind zerkerfft / wie amPeterlein / doch grösser und runder/ und eines liebli-chen Geruchs. Oben bekommt er Dolden oder C: 0-nen darauf/der Saamen wachst/ wie der Fenchel /doch kürtzer/ eines süsftn/ anmüthigen Geruchs undGeschmacks.

6. So man 20. Gran gestossnen Anis den jungenKindern in dem Brey oder Mus eingibt/ führet es denüberflüssigen 5 chleim von dem Magen und Därmenober^ und untersich gar sanfftaus. Wenn man desAnis-Confeets/oder des mit Zucker überzognen Anis-Saamens einen halben Löffel voll zu sich nimmt / stär-cket er das blödeHaupt/ Gesicht und Magen / zerthei-let dieWind »n Leib/ dienet wider die Aufblähung desMiltzes/ verhütet den Stein/ und ist den Weibern/ sostats zurMutter-Kranckheit geneigt/ sehr nutzlich/meh«ret den C äugammen die Milch / macht einen ivehlrie-chenden Athem. Ferner ist dieses Confeet dienlichden Wassersüchtigen/und drücket nieder die aufsteigen-de Dämpffe/ so er nach der Mahlzeit gegessen wird.Das in den Aporhecken destillirte Änis-Wasser / kannützlich zu allen innerlichen Kranckheiten gebrauchtwerden/zu denen/so der Anis-Saamen gut ist.Dochsoll man nicht über ein kleines Löffelein voll nehmen/

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