Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
392
Einzelbild herunterladen
 

592

Des Adelichen Lanv-mw Feld-Lebcnö

scn man allererst nach ?. oder 4. Jahren denscibm alstüchtig schneiden / und zur Speise gebrauchen kan.

Weil dieses Gewächse allezeit steiget/ so mußman es mir der Erden und etwas Mist überschüt-ten / so sfft man siehet / daß die Wurtzeln sich ent-blösen.

5") Zu Winters-Zeit müssen sie nnt Kühe-oderPferd-Mist (etliche halten de»vSchaaf-Mistsür besser)bedecket werden.

Wie man denSparges groß ziehen/ und überWin-ter behalten solle. Man muß die Sparges in ein gutLand setzen / und Tauben-Mist/ der wol verwesen ist /nehmen/denselben wol darmir bedecken/ fast einesKny-öS liess/ so treibet es mit Gewalt.

Wann man Saamen davon ausheben Mll / so solleman den behalten/ der aufd.m Haupt-Stengel ge-standen ist. Solcher wird zeitig um Jacobi/ dieHaut-lein über dem Saamen seynd roth wie Coralle'n/derSaanren aber inwendig schwartz / welcher / nachdemedasHautlein hinweg gethan worden / zum Gebrauchaufgehoben wird.

Über Winter zu behalten / solle man auf denHer b st / oder so bald der Winter herzu nahet / ver-wesen nTauben-Mist/nehmen/undKnyes rieffdaraufdecken/ und Bretter / so hoch der Tauben-Mist liegt /umhermachen / daraufeine Schaaf-Hürde legen/aufdie Hürde Pferde - Mist / und stehen lassen/ biß zumMertz/ so thut man die Hürde mit dem Mist hin>weg/ aber den Tauben - Mist Met man darüber /w iTM min nuynet / sie seyen ziemlich gewach-sen/ so mag man d?n Tauben-Mist ein wenig hinwegscharren-/ damit man desto besser darzu kommensoll.

Wie tnan Svarges-Salat imWinter haben köne:Will man den Sparges über Winter in dem Kellerhaben so muß man halb trocknen Sand / und halbSchaas-Mist durcheinander vermengen/ ein Land ma-chen/ solches ein weniq begiessen/h? mach die Spar-ges also gantz aus der Erden heben/ in das Land in denKeller setzen/ und gar zudecken / auch solchen imWin-ter nicht viel Lusst lassen / alsdann wachsen sie/ und sindxu essen / man soll.' dasselbiqe nicht höher / dann omequere Hand aufschießen lassen/ er wird aber im Kelleretwas gelber/ dann im Garten.

Ein anders/ daß man mitten imWinter in 8^TagmSpargeS-Salat haben kan. Erstlich solle man einBeet vom warme» langen Schaas-Mist/ ohngefehrvier Schuhe hoch und vier breit / und so lang manwill/ machen/ solchen Mist/so fest man kan / aufein-ander tretten / und begieffen / so wird er geschwindwarm werden / darnach solle man einen Sparges-Stock oder zween / öder so viel man haben will/ aus-graben / doch solle man der Sparges-Wurtzel einesSchuhs breit/ und eines Schuhes hoch Erden lassen/und den Sparges-Atock mir samt der Wurtzel meinKupssern Geschirr/ mit leichter Erden einsetzen/so tieffals sie vor im Garten gestanden sind / und solle das ge-^ meldte Geschirr ein Achuh tieff und zwey Schuh weitseyn/ und unten im Boden viel kleine Löchlein haben/aufdaß die Warm« durch solche Löchlein dringen ksn-? ne/darnach solle man solchGeschirr mit samt denSpar-

ges in obgemeldtes Mist-Beet/ so tieff als das Geschirrist/einsetzen/ und über dasselbige Bögen machen/ darü-ber em alt Tuch spannen/und auf das Tuch langen/warmen Pserd-M-st thun/ iMer eines Knpes hochdarüber gehet / so ferne der Mist an einem Orrh erkal-tet ist / solle man sieancmen anderen warmen Ort se-tzen / und also mit dem Tuch und Mist bedecken / als-dann wachsen d:e Sparges m dem Kupssern Geschirraufdem Mist-Beere mitten im Winter/ daß man in8. Tagen kan sparges habe;^

Das wilde Geschlecht/ ^lj ^arsZuz s^!vcüris,ist demzahmen gantz gleich/ausgenommen/daß die Wmtz lndicker/und dem gelben Assodill-Wurtzeln ähnlich sind.Die Stengel sind siar cker / rauher / und die Neben-Aestlem weiter auseinander gespreitet/ als am zahmen.

DerWatzer- Sparges/^lparazus f>i,>ultr><j,istdemzahmen-Spargee meistens ähnlich/allem daß die Dol-den klemer/und er mehr Blühe und Beeren l ringtdann der zahme. Wächst hin- und wieder am Rhein-strom/Worms und Weinheim.

Die Spargeln haben miemittelmassge Natur/sindnicht zuwariu und Nicht zu kalt/werden in derSpeißund in der Artzney gebraucht ; Führen neben einemmlrvlischen wilden ^>a!tz/ auch viel aufgelöste Schwe-fel-Theil mit sich/ welche sich nur dem flüchtigen Harn.Saltz in dem Leib geschwind vermischen/ und also denHarn gantz stinckend machen.

2. Die Spargen zu der ^peiß gebraucht/haben ei-ne verborgene Eigenschafft m allen Kranct Heiken derAugen / denselbigen^zu Hölff zu komen. Wider dieGelbsucht: Nimm^vparges-Wrirtzeln 2.Loth/Peter-sill-Wurtzeln ein halb Loth/weissen Andorn/ Venus-Horn/Saucrampsser/Flachsseiden / Endivien undWegwart/ jedes eine halbe Handvoll: Thue solcheStück klein zerschnitten in eine Kanne / schütte dar-über ander thalb Maas frisch Brunnen-Wasser/ver-bmde den Ranff der Kannen g-heb zu/stille sie in eiirenKessel mit siedendem Wasser/ und lasse es darinn 5.Stund in steter Hitz sieden / darnach rhue dieKanneheraus/ laß sie erkalten/ dann seyhe es durch ein Tuch/lege darzu lo.Loth Zucker / und gieb demGclbsüchtigenMorgens und Abends ein halb Achtel laulicht davonzu trincken.

So man demWein einen guten Geruch machen will/sammle Spargen-Blüth / lasse sie im Scharten trock-nen/darnach hencke sie in einem Tüchlein in das Vaß/so wird der Wein wolgeschmack.

Das destillirte Sparges-Wasser sbll insonderheitvon denen gebraucht werden / die zum Grieß/SteinundLmden-Wche gemigrsind/ dann es treibet denG^eß und den Stein hinweg / desgleichen auch denSchleim/ davon der Stein wachst / hat eine fürtreff-liche eröffnende Krafft / treibet den Harn gewaltig/vertreibet das trspffiiche Harnen und die Gelbsuchtwehret der Harn-Winde/ löset auf die Berstopffungder Leber/ und des Miltzes / Morgens und Abends4. oder s. Loth getruncken.

Wider den Stein der Nieren und Blasen/ hatl'keocioeuz^abcrnsinontznus eMMSparges-WeiN/auf nachfolgende Weiß offtermal bereiten lassen/ wel-cher mit grossen Nutzen ist gebraucht worden; Diese«

mache