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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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390
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Des Adelichm Land-und Fcld-Lcbcnö

lassen ihnen Lufft / so viel es seyn kan. Im Frühling' pfiantzen sie solche in den Garten/ in gute Erden; wel-che dann um Jacobi Saamen tragen werden.

7. DerChur-Mayntzische Garten-Vorsteher Heßpah. 18-. beschreibet die Pflege des (-'Luii5or5, oderBlumen-Kohls also:Dcs Blumen-Kohls bestenSaa-men bekommet man aus Candia oder Cypern / und istbraun-roth/groß und rund von Körnern; Der Ita-liänische aber ist bleich-braun / klein-körnicht/unddürr/dieses ist der Unterscheid; doch ist der Cypriani-sche alle mahl der beste; als welcher schöne/grosse/ weis-st und vollkommene Blumen bekommt/ dagegen derItaliänische gemeiniglich durchgewachsen / und hierund dort ein wenig stehet/und ist nicht gut / pflegetauch'gemeimglich / wenn Heisse Sommer sind/ bald inSaamen auszuschiessm. Man säet den Saamen imMertz / im Wachsen des Monds in einem lüffrigenZeichen / als im Zwilling oder der Waag / in einMist-Beete/ oder an eine warme Mauer oderWand/wo ervom Nord-Winde befreyet ist/ in das Erdreich / undbedecket es vor den Nacht-Frösten mit Sroh-DeckenBrettern / oder Matten / bestreuet sie mit Ruß ausdem Schorstein /vor den Erd-Flöhen; Begiesser sie/wenn es Noth ist. Wenn die Pfiantzen denn ziemlicherwachsen / so k.mman sie in ein gutes/ fettes/feuchtes/löffliges Erdreich/wo es viel Sonne hat/ hinpfian-'

^ tzen/ und mit Begiessen abwarten; Alle mahl imWach-scn des Monds im Zwilling. Sie müssen zwey guteSchuhe breit voneinander gepflantzet/ und wie der an-dere weisse Kohl behacket werden/ sower den sie wohlwachsen/ und nur der Zeit ihre gute Blumen bringen.Wann die grössesten imHerbst zurE peise verbrauchet/so müssen im Winter die kleinsten im Sande im Kel-ler gepflantzet werden/da sie dann auchvollkömmiich/daß sie können zur Speise gebrauchet werden.

8. Kauiiraki, oder Rüben-Kohl/ und Savoyer/oder Wersich/ wollen mit dem Blumen-Kohl gleicheWartung haben / werden um dieselbige Zeit / auch aufgleiche Weise/gesaet und verpflantzer. Man muß aberdem Rüben-Kohl die Blatter fein glatt an denRübenabnehmen/so werden sie glatt und dicke.

An demBluinen Kohl muß man ebenfalls die Blat-ter sowohl als an dem Savoyer und Kopss-Kohl/ab-nehmen/ dann sie ziehen sonsten alle Nahrung / die dieBlumen haben sollen/nach sich. Wann die Blumen-Köhle sich vollkommen überwachsen haben/so soll mansie mit einem Spadm loßstechen und auf eine Seitelegen / so halten sie sich desto besser und langer. E a-voyer und Rüben-Köhl-Saamen/ wann er rechtzei-tig ist/ halt sich wohl / biß ins s.und 6te Jahr.Im dritt-und viei dten Jahr ist eram besten.

XVlll.

Von Barttn-Kapus-und Kohl-Krmitmi; Item vom Spargel/

Artischocken und Aarde.

-As Kohl-Kraut ist warm und trocken im er-sten Grad: hat viel waßerichten/ mit einem'^riitrotischen/flüchtigen/scharssen Saltz ver-gesellschaffteten Safft / und daher die Eigenschafft zuerdünnern alles Schleimichte / auch durch den Harnzu treiben/ und die Wunden zu heylen. In dein Saa-men enthält sich annoch ein Oel. Zu der Artzney wirdder rothe Blatter-Kohl / so keine Köpfftrag! / ge-zogen.

2. Der Gebrauch des dapus - und Kohl - Krauterfür Menschen und Vieh / kan nicht genug beschriebenwerden/ ist sonderlich armen Leuten eine grosse Zufluchtzu einer Speiß und Artzney; Also/daß auch die altenRömer / ehe OoKorez jVIeciicincL in das RömischeReich kommen / sich wohl bey 6oc>. Jahr mir Kohl-Kräutern beholssen/ und allen Kranckheikn damit be-gegnet haben. violcoricics lib.^.cap.z s .schreibet/daßdie Kohl-Kräuter den Stuhlgang fertig machen/unddenBauch erweichen/fürnehmlich aber der zahmeKohl/wann er safftig/oder gemachsam gesotten worden.Die-ses Gemüß bekommt wohl dem schwachen Magen/hilfft der Dauung/ und fördert den Harn. Em halbQuintlein Kohl-Saamen mit Milch etliche mal einge-nommen/ tödret die Würin im Leib.

So man ein Quintlein Ruben-Kohl- Saamen zer-flösset/hernach m Fleisch-Brühe siedet / und es miteinander laulicht trincket/ist es eine gewisse Artzney fürdas Grimmen. Kohl ist dem Wein und den Wein-

Reben widerwärtig/daher dieses Kraut beydenMahl-zeiten genossen/um etwas dieTrunckenheit zurück hält.Etliche essen ein paar Kohl-Blätter rohe mit Saltz! und Essig vor der Mahlzeit / meynen dardurch vomWein nicht rruncken zu werden.

Kohl-Blatter auf alle hitzige Schaden gelegt/ be-nimmt die Hitz/ mildert die Schmertzen / und heylet al-le hitzige Schaden gelegt / benimmr die Hitz/ mildertdie «schmertzen / und heylet allerley um sich fressende! Schaden/ auch an heimlichen Orten. Ja heylet selb-sten die Wunden / und ist bey den Bauren ein bc-' währtes Mittel. Der Harn von einem jungen Men-selM/so etliche Tag nacheinander Kohl-Krauter undderselben Blätter in seiner Speiß genossen/sollFisteln/Krebs/den Wolff/Zitrer-Mahler und andere Unrei-nigkeiten derHaut heylen.

z. Ein bessnder Mittel zu den alten Schaden undGeschwären: Nimm Kohl-Kraut im ausgehendenHeu-Monat/ thue die Mittel-Rippen darvon/kochedie Blätter im weissen Wem/ wasche damit die altenSchäden und Geschwar/ es mildert den Schmertzen /und heplet sanffriglich. Der Kohl- Safft dienet auchzu Vertreibung derWartzen an denHänden: Wie esdann eine Magd zu Lübeck an ihren Handen / so fastgantz überzogen waren/ nützlich probiret/ und wahr be-funden. Wider die haifere Stimm / zur Lösung desdicken/ zähen Schleims/ ist der aus den Stengeln undBlättern frisch-ausgepreßte und geläuterte Safft/ mit

Honig I