Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
381
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Drittel» Theils Mufftes Buch.

rizrum css'. 64, Wann man die Wurtzeln esse /so mache sie den Menschen ftöüch / und vertreibe alleTraurigkeil: Und wann man den Safft von derWurtzel in die Augen thue/ so mache es em gutes /

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und scharffes Gesicht. Das Waßer mit andern überdas Hertz geleget/stänket dasselbige/ wie solches viel-fältig gut und bewährt erfunden worden.

Xlll.

Von Pastimic/Selleri/ Zucker-Rüblein undPopel-Salat.

Je Wurtzel des Pastinacs sind warm imMittel des zweyten Grads / und feucht imMittel des ersten. Aber die Blatter undBlumen sind warm und trocken in dem dritten Grad.Wann das Haupt des Menschen leidet von kaltemFluß / so soll man warmen das Pulver / so aus diesemKraut gemachet ist/ und warm in einem Sacklein aufdas Haupt legen. Angleichen/ wann der Magenvon Kälte oder von Winden leidet/ so soll man solchesSacklein über den Magen leaen.

Item / wider den Blut»Gang/ Harn -- Winde/Dann-Gichk undLendsn-Wehe soll man denWein ge-ben/ darinn das Kraut gesotlenist/oder dasPulver;Und des Krauts soll man einen gutenTheil mit Weinund Oel sieden / und solches auflegen auf dasjenigeOrt / wo sich der Schmertzen erhoben hat. Manf)ll auch wider die genanten Gebresten und den Steindm Wein gebrauchen/ darinnen dieser Saamen /und der Saamen vsn Steinbrech gesotten worden.JcW wider die Verstopfung der Leber unddesMil,es/aus kalter Ursach kommend/ und wider die Was-

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lcht/ sollman einen Syrup-und Fenchel-Sasst/und aus dem Waßer/darinnen diß Kraut gesottenworden / gemachet / gebrauchen. Man nehme auchwider die Härtigksit der Leber und des Miitzes einenguten Theil dies Krauts / und laß es zehen Tag imWein und Oel weichsn/ darnach siede man es ss lang/biß es nicht anders aussehe/als Oel; Alsdann presseman das Kraut wohl aus/ seyhe das andere auf dasremeste / setze es zu einem Feuer/ und thue Wax darein/so wird ein Salbe daraus/ welches (^srotum genen-net wird/ dieses soll man auf ein Leder streichen/ undauf den Gebresten legen/davon wird man bald Linde-rungen finden.

2. Vom Selten/ wie solcher zu pflantzen und zuwarten/hat Herr Heinrich Heß/ Churfürstl. Main-tzischer Garten-Vorsteher in seinerneuen Garten-Lustc.s.p.i64.folgendes aufgezeichnet hinterlassen: Gel-len ist ein!»slmum oder ^PIUM koncnls Istisciliumänzüeuin, Italiänische oder Englische Peterfilie.Dieses Gewächs ist bey meiner Zeit erst bekanntwor-den / und ist vor etlich und visrtzig Iahren nur inFürstlichen Gärten anzutreffen gewesen: Anjetzo aberist es so gemein/daß es fast Bürger und Bamen ha-ben und vflantzen; Wei! aber ein Unterscheid / so wolim Gewächs als im Pflantzen ist/und solcher noch garvielen unbewust/so will ich gar kürtzlichMeldung thun/wie solche am besten kan erzogen werden:

Erstlich / so hat man zwey Arten Selleri/ als denweißlichten und den grünen. Der weisse ist allemalzart und lieblich am Geschmack / hat auch runde dicke

< Knollen an der Wurtzel/ so gar lieblich zu esien sind;Der grüne aber ist gememiqlich rauher und härter/undhatvielZasernumdieMurtzeln/ und ist nichts»gut als der weisse/ darum/ wer ein Liebhaber desselbenist/der bemühe sich allemal den Saamen von den weis-sen zu überkommen/ welcher gemeiniglich aus Italienvon Bologna ;u uns überbracht wird/ und kan manleicht/ wer sonsten des Saamens küsd-g/denSaamenvon den grünen und weissen unterscheiden/ dann derweisse hat liechr grüne kleine/ der grüne aber etwasgrösser / und schwartz-grünen Saamen / und ist imKäuen viel herber als der weisse.

Dieser Saamen nun muß imHornung/nachdemer einen Tag in lauWasser cingeweichet/und nun wie-der abgetrocknet/ in ein Mist-Beete/im Zunehmen desMonds/ in einem indischen Zeichen/ gesäet / und flüs-sig begossen werden / dann er offt wol 4. Woch.nin der Erden bleibet / ehe er aufgehet. Wann er nunaufgegangen/und die Psi>nntzen etwa Fingerslanggewachsen sind / kan man s>ie in ein gut fett/feucht et-was keitichtes Erdreich R^yhen-weise pflantzen/alle-mal emenchalben Schuh WM von einander/und eineReihe z.^?chuh weit vor den andern / und zwar in ei-ne Gruben/die etwann einen guten Fuß liess ; solchesolle man zuvor mit kurtzer Mist-Erde durchbacken/und die Gellen/wie vorgedacht/ fein ordentlich nachder Schnur hinein pflantzen.

VorderEinpflantzung aber muß man das Krautoben/und die Wurtzel unten ein wenig beschneiden/und hernach fleissg begiessen/ dann die Feuchtung istdiesem Gewacbs sehr angenehm. Wavn sie nun an-fangen zu wachsen/ so kan man allmählich die Erdeherbey ziehen/ und also nach und nach fortfahren / bißsie recht und hoch genug/ das ist / biß an den Hertz-Schoß/sind behaustet worden / dann lasse es gutsey». Gegen den Winter muß man die/so im Som-mer nicht gebraucht sind/vollends ausgraben/undimKeller in frischen Sand legen und verwahren.

Man hat sonst noch eine wilde Art Selleri/sovon sich selber in denen Gärten zuwachsen pflegen/sodie Bauren Garten-Eppich nennen / ist aber nichtnu» zur Speise / sondern vor das Vieh als eine Artz-ney zu gebrauchen.

Der Saame kan sich wol 4. Jahr und langer hal-ten/ nach dem er an einem trocknen und kühlen Ortverwahret wird ; Solcher Saame muß von denStöcken abgenommen werden/so im Winter in demKeller gestanden / und im Frühling wieder in denGar,ten gepflantzet werden: allwo sie alsdann im Som-mer ihren Saamen tragen. Ich habe spprobirtbefunden/daß der S e lleri-Saamen/fs er 2. oder ?.

Bb b z jährig