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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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359
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Dritten

2. Jn kalren mitternächtigen Gegenden/^als inSachsen/Meissen/ Thüringen/ Francken>undSchwa-ben-Land muß man dieGewachse weithlauffriger pflan-zen/ auf daß die Sonne sie gäntzlich anblicke/ und dieErde desto leichter erwarmec werde. Kmtz zusagen:Es scheinet/ als entlehnte d»e Natur ihr Leben von derSonnen/ Massen es der Fürst der?niiotc>pk schenWis-senschafften lib. 2 cis Lo-Io. gar wol beob-

achtet / da er gesagt: Hccellus 8- recctlus 8o!iz cit

cauia szsncrationis 8c corruptionis in l^s inssriori-

bus. Daß nemlich die Zunah - oder E?itfernug derSonnen desWachsthums (Erzeug - oder Vermeh-rung) und Verderbens/ auf dem gantzen Erd-Boden/die Haubt-Ursach sey; Dann/ wann sie sich allgemachzu uns herbey nahet / so wachsen und vermehren sich al-le Pfiantzen mir einer sonderbaren Lust und Verwun-derung aller MenjHen/und wird die Erde gczieret /auch die Welt-und Garten-Ergötzlicheren vermeh-ret/ so lang sie aufsteiget; Im Gegentheil/ wenn dieSsile zurück weichet/ so wird die Erde trag/ matt unddarbey sehr abkräfftig. Derowsgen wird von einemguten verstandigenGärtner nothwendig erfordert/daßer der Saamen WarmsundWürckung erkenne / undwiste/ welche sehr veränderlich und unterschieden ist /nemiich nahe bey uns/oder weit von uns entfernet/nachihrer Erhöhung auf unterschiede Länder der Erden /weitste krafftiger ist in den Mittagischen / und schwa-cher in denMit ternächtischenLändern/und das ist eben/was ich den Unterscheid der Gegenden nennei DieseVeränderung erkennen wir / nachdem die Sonneihre strahlen Bley-Smckels-weis aufdie Erde schies-set/ oder doch solcher gar nahe kommet.

Die Meß-Künstler theilen die Erde/wie denCreiß/in z6o. Theil/ die sie Stuffen odbr (3racjus nennen/ einjeglicher Lruä aber begreiffr in sich i s. Meilen/die thun18.Spanische / oder 2f.Frantzosische/und60.Wel-sche oder JtalianischeMeilen. Es ist aber zu mercken/daß die Meilen in Frankreich sehr unterschiedlich / de-nen unterschidlichen Pr ovintzien nach/ desgleichen auchin Italien: massen denen/ so'solche Lander durchreiset/sattsam bekandr seyn wird.

z. Damit wir aber diese Wahrheit von dem Unter-scheid der Gegenden besser begreissen mögen/so lassetuns das Königreich Fcanckreich betrachten: GegenHispanien hat es Mittag/ und gegen Mitternacht dasNieder-Teutschland/ und diese zwey eüsserste Theil derGrantzen/ liegen nicht weiter voneinander als erwann200. Meilen /die ungefehr 8. Qracjuz oderStuffenmachen. Dannoch sind die Früchte/ Wein / Korn /und Weyde/ welche in dem einen und dem andern Ortaufwachsen/vom Geschmack gantz und gar unterschie-den. Und in dem ersten werden Früchte von vielenGattungen gesimden/ als Melonen / die in dem Fekdohne grosse Kunst oder Mühe gezeugt werden / welcheman in den andern gegen Mitternacht liegenden Oer-terngar sorgfältig bauen muß ; Aber dieses ist nochwunderbahrer / daß dieTbier sehr unterschieden seynd/wie auch dieEigenschafften der Menschen: Und habendiedie Ursachen dieses Unterschieds derKrafft und Starcke der Sonnen zugeschrieben / wel-ch« / in dem sie in einem Ort grösser ist / als in dem an-

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dern/ entweder mehr Feuchtigkeit zeucht/ oder aber dieGeister austrocknet. Und ist nicht nur allein dieWis-scnschafft dem verstandigen Gärtner sehr nöthig / son-dern es ist auch gut/ daß er denEmfiuß der andernPla-neten erforsche/ als nemlich desMondes; Und ob schonetliche diese Betrachtung und Aufmerckung mehrdurch eine schlechte Gewohnheit/ als daß sie dieSachbesser verstünden/in Acht nehmen/so will ich doch all-hier anweisen/ was ich vermeyne schlecht nöthig zuseyn/ eine vollkommene Wissenschafft in dem Stuckzu erlangen.

4. Es ist kein so geringet S6)üler/ vernicht wisse /daß der Mond unter den sieben Planetender naheste /undjunterste sey/ dessenLauffkürtzerist/ als Verändern/und welcher seinen Lauff allerdings dreyzehen mahl ineinem Jahr vollendet / indem er alle mahl neun undzwantzig Tagc/und einen halben darzu brauchet' wel-cher unsauch in unterschiedlichen Figuren erscheinet /nachdem er sich der Sonnen Anblick zunahet / odervon welcher er sein Liecht entlehnet/uno weil es - !>r nö-thig ist / daß man alle diese Unterschied wisse / i.. mitman säen / pflantzen/u!>dd«e Erde bauen/die Bäumepeltzen/ pfropssen oder impffen/ die Zaune und Lust-Gänge oder Geländer von Buchsbaum schneiden kön-ne ; so wollen wir es absonderlich anzeigen: das heißich Neumond/ wann der von der Sonnen erleuchteteTheil uns zu erscheinen anfangt/ und von Tag zu Tagznnimmt; An dem siebenden Tag / da der halbe T! eiluns erscheinet / heiß ich das erste Viertel; GiebeuT.ighernach den Vollmod / da er gantz erleuchte! ist/ wel-ches den vierzehenden geschicht; Darnach sänget er anabzunehmen; Da der erleuchte Theil sieben Tag her-nach nur halb gesehen wird/ alsdann das letzte Vimel/und mit sieben Tägm nimmt er gäntzlich ab/ und Heissetalter Mond. Dieweil dann der Mond eine wunder-bare Krasst über die unter-irrdischeCorper hat/dem-nach ist gantz nöthig / so wir anders begehren / daßseine Einflüsse den Bäumen/Pfiantzen/ und Früchtenvortheilhafftig seyn sollen/daß man dessenWissenschaffthabe/dieweil sie überfüllet und leer sind / nach demZu-oder Abnehmen des Liechts/ und taugen nicht sowol in einem Zustand / wie in dem andern. Dieseserfahren wir taglich in dem Holtz / welches zu den Ge-bauen gebrauchet wird/ dann so es abgehauen wird /da es voll Feuchtigkeit ist/ wird es Wurm-stichig/ ob esschon dürr und ungearbeitet ist ; welches auch vielWerck-Leute in Acht nehmen/ ob sie schon dessen Ur-sach nicht wissen noch begreissen ; Derowegen die Er-fahrniste memahlen das Holtz in dem Vollmond fäl-len/sondern in dem alten oder abnehmenden Mond.

Endlich / so h'ar dieser planet so krasstige Einflüsseüber die unter-irrdische Cörper/ daß es der mehnsteTheil der Menschen in gewissen Zeiten wol empfindet;Das Fleisch/ welches an den Mond gelegt wird/ fauletviel eher/ als wäre es an dieSonne gelegt / dieweil dieWarme desMonds weich und schwach ist; Es ist auchnicht gesund/ die Kinder in dem Mond zu tragen/ auchnicht an seinem Lischt zu schlaffen / weil seine strahlendas Gehirn mit Feuchtigkeit erfüllen; Wir geschwei-ge»/viel andere 0blervatlon-s und Mmerckungen /die man hier aufstellen möchte; Allein dieses mag zu die-

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