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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
350
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Z5o

Des Adelichen Land^mdFeid-Lebeuö.

cx?. xx vu.

Summarische Vorstellung alles desjenigen/was hauptsachlich die

die Baum-Gärten betrifft/samt unterschiedlichen ärL-menundSccreren/allerhand schöne/ gute/ und wohl - geschmückte Früchte zu

überkommen.

Jer wollen wir in einer Summa und kurlMBegriffvorstellen / was den andernTheil die-fts vierdten Buchs vom Baum-Garten anbe-langet / und damit denselben schließen.

1. Wie und auf was Weise das Pfropffen geschicht. Wenn du die Pftopff - Reiser aufste-cken willt / mustu zuvor den Stamm / daraufdu pfropffen wilst/ abfegen / und die übrige Mes-se und Schoß davon abschneiden; Darnach nimmeinen schärften Meiste!/ spalte den «stamm damit ent-jwey / doch/ daß er sich nicht zu weit schlitze/ und alsdanstossean beyde Ende des (Spalts/ indem derMeisselnoch darinnen stecket/das Propff-Reiß darein/ soneffals es auf der andern Seiten von der Rinden loß ist;Aufder andern Seiten eben must du genaue Achtunggeben / daß die Rinde des Zweiges der Rinden desStammes gleich stehe / nicht zu weit hinein/ und nichtzu weit heraus komme/ daß man gleichsam nicht sehenmöge/ daß etwas darein seye gesetzt worden; Wanndenn die Zweige recht stchen/so ziehe den Meissel wie-derum heraus/beschmiere den Schnitt mir derBaum-Salbe/ lege ein Stück Laimen/oder Erde mir etwasLaimen oder Kühe-Kolh vermenget/ daraus/ verbindees mit einem Lumpen und Bast/ oder wonnt du kanst /und laß es daraus/biß es sich selbst verliehret. Au demStamm solst du einenStab stecken/ damit er nicht vondem Winde beschädiget werde; Des Winters abermustu ihn mit Stsh verbinden/damit ihm die Kältenicht schade,

2. Der Stamm / den man impssen oder pfropffenwill / je dünner er ist/ je tieffer muß er auch aufdemBoden abgeschnitten werden; Erstlich mit einemHand-Seglein/ darnach mit einemscharffen Messerwol gebauet/wenn der Stamm eines Daumens dickist / so schneidet man ihn eines Schuhes hoch von derErden: Ist er zwey Daumen dick/ so schneide »hn zweySchuh hoch ab: Ist er eines Armen dick/so schneideihn drey Schuhe von derErden ab; AlleNeben-Zwei-ge muß man wegschneiden/auch denUberfiuß derWur-tzeln / und bestreiche den Schnitt mit Baum-Salbe /damit der Safft nicht durchlauffe/ und der Schnitt de-sto eher verwachse.

z. UmWeyhnachten oderimFebruario / ehe derFrühlings - Saffr in die Bäume schiesset / soll man diePfropff-Reiser/ wo möglich/ gegen Aufgang derSon-nen abvrechen/nach dem neuenMond/und nicht/wenndie Bäume sich schon starck treiben/denn da sind sienMsnutz.

4. DiePsröpff-Reisermüffen neu gewachsen/ underst im vorigen Jahre ausgesprosset sey/ mit grossenKnospen und vielen Augen.

.s. Wie man sie verwahren solle/und wie lang sieseyn müssen. Unterdessen/ biß die rechte Jmpssungs-oder Pfrovff-Zeit herbey kommt/ muß man die abge-brochne Pfropff-Reiser ins Erdreich/sonderlich in denKeller vergraben; Wenn ein Zweig lang ist/ kan manzwey/ drey oder mehr Pfropff-Reiser daraus machen/denn eines ist lang genug/wenn es eines Fingers langaufgestecket wird.

6. Die Locher/ darein man Baume setzen will /muß man vor Winters graben / und den Winterüber also wohl ruhen/und durchfrichren lassen/so be--kommts Hernachmals denen Bäumen wol.

7. AlleBeltz-Stämme/so man impffen will/müs-sen schön gerade / grün / rund/und nicht krumm seyn/von sauber / glatter Rinde / ohne Äeste und hübschsaffcig.

8. Der Stamm ist am fuglichsten zu impffen/ so eretwann eines Daumens dick ist; Doch kan man ihndicker und dünner impffen.

9. Aeste und Zweige / welche unfruchtbar seynd /muß man im letzten Viertel von denen Bäumen abhauen/ so werden sie Hernachmals desto fruchtbarer

10. Die Baume kan man vom ersten des Winter-Monats/ biß zu Ende des Mertzen beschneiden / undder Aussprossen berauben / weilen solche das Wachsenund Blühen benehinen und unfruchtbar machen; dochmuß man wol beobachten / daß man die wol - tragendeund vornehmste Zweige/ nicht beschädige.

11. Daß die Früchte nicht abfallen. Wenn maneinem Baum die Wurtzel embiöst/ ein Loch durchboh-ret/ und wiederum ein Zäpffiein von Weiß-Dornen-Holtz/ so am besten ist / darein flösset; Hilffet diesesMittel vielen Gebresten der Bäume / und dienet voralles Abfallen derFrüchte;Man kan auch penenNeben-WÜrtzlein Löchlein bohren / und gelbe frische Widendurchziehen / welches dem Baum zu vielem gut ist.

Wie man es machen muß / daß die Kirschenbald reisten. Welche gerne frühe Kirschen kaben wol-len/ die beschütten den Baum / ehe dann er blühet/ mitungelöschtem Kalck / um die Wurtzel herum/oder zumössrern mit warmen Wasser/ aber davon verderben dieBäume leichtlich.

1 z. Man muß die Aepffel-Baume nicht zu sehr insHoltz wachsen / auch nicht zu waldig werden lassen;Es gehet ihnen sonst an der Frucht ab.

14. Daß einBirn-Baumwol-geschmackte Früch-te trage. Wenn ein BirneBaum in den ersten dreyIahren allgemach vor dem Neuen Aahrs-Tage bißaufdisWurtzel entblösset/und hernach zu Ausgang desJanuarii das ausgeworffneErdreich hinwiederum mitgutem darunter gemischten Grunde auf die Wurtzel

geworf,