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Deö Adelichen Land-und Feld.Lebens
gelegen / daß der Schnitt jederzeit gerad bey demAug/und auswerts des Baums geschihet/ sintemahlen ohnesolche Wissenschafft kein Baum recht geschnitten wer-den kan.
n um. 4. stehet ein Baum/welcher auch zweenHoltz-Aeste/aber von unten stehen hat; Diese werden etwaslang gelassen / und biß in das dritte oder vierdte Auggeschnitten / und das darum / weilen solche unten ste-hen/ und starck sind; hingegen wird derMirtel-Stam-men heraus geschnitten/weilen er allbereit auf beydenSeiten mit zween schönen und starcken Aesten verse-hen ist.
tlum. s.ist ein Baum/ welcher drey Holtz-Aeste 0-ben stehen hat/ unter diesen aber einen Frucht-Ast /samt zween schwachen sich befinden; Hie werden dieHoltz-Aeste nicht gar lang gelassen/weiten sie eng bey-einander stehen/und werden d»e zween oberen auf 2,Augen/ damit derBaum weit/ und voneinander wach-se/ geschnitten; Der dritte/ so unten stehet/ wird gantzkurtz/ biß auf ein Aug gelassen. Der Frucht- Ast /dieweil er etwas starck/ wird an dem Ort/ allwo er her-aus gewachsen / abgeschnitten; indeme er/wann ersonsten stehen bliebe/ das folgende Jahr nichts guteszur Welt bringen würde. Was aber schwache oderkleine Frucht-Aeste sind/ solche mögen wol das ersteJahr stehen bleiben / sintemahlen sie keinen starckenSafft an sich ziehen können.
Nmn. 6. Zeiget einen Baum/welcher vier Holtz-Aeste unten an dein Stamm stehen hat/ über solchenaber noch drey schwache anzutreffen; Hier müssen diezwe» unterste Holtz-Aeste biß auf vier Augen lang ge-lassen/ die andere zween aber etwasküryer/und nurbiß ausdrey Augen geschnitten werden / doch allezeitmit der Manier/ daß nemlich des Schnitt bey einemÄug / welcheSvom Baum auswerts stehet/ geschehe;Hier ist ferner zu mercken / daß die Holtz-Aeste/ so unk-ten stehen / länger / und die obere kürtzer geschnittenwerden müssen/aufdaß die obern Aeste auf sothanes
Kurtzschneiden sich besser hinaus geben können. Wasdie drey schwachen anlanget/ selbige bleiben stehen/oh-ne daß man sie schneidet.
Nu >». 7. Mdete sich ein Baum/welcher dreyHoltz-Aeste auseiner Seiten stehen hat/ und deßwegengar übet stehen ; Solche werden auffolgende Maniergeschnitten: Der erste / so oben stehet/ wird bey demzweyten Aug abgeschnitten/ der andere bey dem erstenAug / oder einen Zoll lang gelassen/ der dritte / so un-ten stehet/ .»ird gar hinweg geschnitten/ allwo er her-aus gewachsen ist. Dieser Baum wird ix.l um kurtzgeschnitten / weilen seine Aeste übel stehen / um durchdieses schneiden nützliche Aeste auch auf die andere^Seite zu bringen. Weilen aber ihrer viele solche ein-seitige Aeste bißweilen pflegen hoch zu schneiden / wo-durch dann der Baum verdorben / und verunzieret /daß nemlich alle Aeste/ so auß demselbigen heraus kom-men/ nur auf einer Seite wachsen/wie das fügendeCapitel mir mebrerm zeigen wird: Solche Leute thä-ten besser / sie schnitten diese übel stehende Aeste andem Ort/ wo sie heraus gewachsen/ gar hinweg.
8 Wird ein Baum gesehen / weicher fünffschwache Aeste hat/solche sind das erste Jahr deßwe-gen schwach geblieben/weilen die Erdedes Baums«neue Wurzeln noch nicht recht angenommen/ mit sol-chen müssen wir Gedulr haben/ in Hoffnung / daß erfolgendes Jahr sich besser einstellen wird/ darum erauch das erste Jahr gantz kurtz / biß aufein Aug / wel-ches an einem jeden Ast stehen bleibet/ geschnitten wer-den muß. Alle schwache Bäume müssen ziemlich kurtzgeschnitten werden / und das muß bey Zeiten und vordem Winter geschehen/ so bald die Blatter abfallen /sintemahlen der lsafft auch im Winter in die Bäumekommet/ solcher Baum ist alsdann in dem Früh -Jahrschon bereitet/ den Safft zu behalten/ da hingegen / soerimFrüh-Jahrerst geschnitten / viel Safft durchdie Aeste/ so hinweg geschnitten wvrden/ ver-liehren muß.
IIX.
Was sü.' emUnterschied an emeinBaum/zwischen d em falschen und
rechten Schneiden sey/ auch was sur Schaden und Nutzen durch das falsche
und rechte Schneiden komme.
Jn jederBaum hat die Art / daß er nemlichan dem Ort/ allwo er seine starcke Holtz-Aestehat/ solche mitGewalt suchet fortzupfiantzen/ohngeachtet sie gut oder übel stehen; Wann demnachsolche übel-stehende Aeste noch darzuübel geschnittenwerden/so erfolget nothwendig ein »schade über denandern/wie zu ersehen ist ausdem fünffttn Kupf-fer/ mitNum. 1. So zween H oltz-Aeste auf einer /und vier schwache auf der andern Seiten hat; dieseHoltz-Aeste stehen übel/weilen selbige nur auf einerSeite gewachsen. Nun ist solcher Baum darzu übel
geschnitten worden/wie aus Num.2. zu ersehen / inde-me die Holtz-Aeste zu lang gelassen / deßwegen er seineneue Holtz-Aeste nur auf eine Seite getrieben. Wie
ferner in eben demselbenKupjfer Num. z gar deutlichgezeuget wird. Ein Baum suchet allzeit nur an denneuen Aesten auszuschlagen / aus welchen d. nn stär-kere Aeste/ als aus dem alten Stamm wachsen. Einstarcker Holtz-Ast/ wie weiter er von dem Baum ent-fernet/wiestarcker er wachset; ein schwacher aber/ jenaher solcher bey dem Baum stehet/ je schwächer erbleibet. Weilen demnach diese Aeste zu lang gewesen/^ und dieser Längewegen/der Baum sich wieder erholet/setzen gleich andere starckeAeste an/und wächset also dev>Baum nur aufeiner Seiten/aus welchemFehler dann^ entstehet/ daß so viele deren Bäume übel zugerichtetj werden; Viel halten dafür/ sie müsten nothwendig ei,nen A st so lang als den andern schneiden/und gleichwie
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