Dritten Theils Vicrdtes Buch.
riechenden Blumen / anmurhiger und der Gesund-heit dienenden Kräuter / sie» eyferigst lässet abgelegenseyn. Ob das Wort/Gar ren/ein FrantzösischeS oderDeutsches Stamme Wort sey / ( dann in selbigersprach ein Garten un . benamset wird/) undwoher der Lateiner Wort ttorrus entsprungen/und was er be.) derselben jür Bedeutung have/ wol-len wir nicht weiter melden/ lind eines jeden Meynungfrey überlassen/ weilen wir nicht sowohl Gelehrren/als Haus - Vätrern und Müttern zu lieb/ dieserArbeit uns unterfangen.
2. Wann man mit Fleiß und Ernst betrachtenwill den vielfältigen Lust und Nutz/ so ein recht wolangestellter Zaum und Obst-Garten zu seincrZeic mit-bringt: Wird man ja freylich bekennen müsten / datzsolches nicht gnugsam zu beschreiben. Dann erstlichden Lust belangend: Was konnte doch den Menschenmehr erfreuen/als wann er siehet/ wieGOcr derHErrseine Pfläntzkin also fein zunehmen/ aufwachsen/ undin kurtzen Jahren gute erwünschte Früchte tragen?Dann weicher recht gesinnet/dessen Hertz und Gemüthwird durch diese (-onticlcrsn^n und Betrachtung/hinaus/ zu dem Schöpsfer aller Dinge/erhaben / daßer sich zugleich erinnert des fürrrefflichen Spruchsdes Heil.Apostels Pauli i. i,ct corimt, c.). v 7. daßweder der da pMtzer/noch der da wassert/etwas fty/sondern GOtt/derdaS Wachsen gibt/dardurch nichtallein die äusseclichen Auczen des Leibs/ sondern auchdie innerlichen des Gemüths ergötzt und aufgemun-tert werden/daß einer hiemir zu schuldiger Dankbar-keit angetrieben wird. Jngemein aber aller Bäu-me halber / wann einer in der fMchen Arühlings-Zeit herum spatz;ert / und anschauer/ wie dieselben an-sahen / das lustige grüne Laub und liebliche Blüryyerjür bringen/könnte dann zumaien etwas seyn/dasden Menschen auf die melancholische und traurigeWmters-Zeit in ehr belustigen/und ihme angenehmerfürfallen möchte? Sonderlich wann er l>ernach siehet/wie durch den heissen Sommer/(.da er sich etwann andem Schatten unter einem grünen Baum nicht we-nig erquicken kan/ durch abgewechselte Warme undfruchtbare Regen die Früchte von einem Tag zudemandern zunehmen und wachsen/ die frühzeitigen / alsKirschen / Paradeis-Aepftel / Johannes- Beerlein/Marillen und dergleichen/als bald zu reissen ansahen/und gleich darauf eine solche MengeAepffel und Birn/auch anderer Flüchten erfolget / die an Gattun-g:n/ Gestalt/ Farben/ Geruch und Geschmack / auchHerkommen und Namen so ungleich und unterschie-den/ auch solches nicht nur durch den Herbst mir man-cherley Stein- und Kern-ObS/ sondern auch biß in denharten Winter sich erstrecken thut / daß sich darobnicht genugsam zu verwundern. Antreffend dann denNutz/wird sich derselbe aus dem genugsam bescheinen/wann man die Baum-Frucht gegen andern Dingen/deren der Mensch geleben muß/ halten wird.
D>nin erstlich/des Gerrayds halber / muß dasselbejuförderst gedroschen/gemahlen und gebacken werden/ehe man dasselbe brauchen und gemessen könne ; Sokan auch das Fleisch nicht genossen werden / manschlachte und koche dann dasselbe zuvor. Eine gleiche
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^ Meynung bar es auch nur den Fischen. Mir denBaum-Fruchten aber -st es M anders beschaffen;Dann man dieselben l cy ihrer Zeirigung unter denBäumen auflesen oder abbrechen/und alsbald/ohneweiters Zuthun/nutzen u-W brauchen kan. Über das/was mehreren grossen Nutzen das Obst bringe/ kanweiterö in den Fehl - Jahren abgenommen werden /dann ein jeder/der mit Obst-Bäumen / und hienebenauch mit Volck versehen/ wird alsbald bekennen müs-sen/ daß er / dann zumalen/ weil alles über das Brodgehet/ ein mchrers an Korn haben müsse/ als wanner mir Obst versehen.
Nicht geringer Nutz bestehet auch in dem/ daß manin einem reichen Obst-Jahr mancherley Früchte aufvielerlei) Wcije dürren/ und einen guten Vorrahtauf etliche Jahr l ehalten kan; Sonderlich wird sol-cher fürlreffliche Nutz in theuren Jahren von denenam besten gespürt / die dann zumaien nicht des Ver-mögene/Kom nach Nothdurffc einzukaujf-n/in dem/daß mancher armer Taglöhner / wann er schon nichtein Bissen Brod im Hause hat/seine weynende Knr-der etwann mit Acpffel und Birn geschweigend ma-chen und abfertigen kan; Also/ daß m guten frucht-baren Obst- Jahren das Getrayd n.mmer so hochkommt als sonst/wann keine Baum - Frucht vorban-den. Und dis sey also kürtzlich von dem Lust und Nutzder Baum-Gärten vermeldet / dann dasselbe allesdurchaus zu beschreiben zu sehr weitläusstig/ ja nichtwohl möglich wäre.
z. Was die Pötten/ als blinde Heyden/ für Göt-ter ihrer Garten ge ehret / wollen wirjetzund melden;Diese aber/als welche gleichsam unter ihre Gewaltdie Götter zwingen / und nicht so wol dieselbe anneh,men/ als nach ihrer Willkühr / derselben mehr oderweniger machen/haben zu der Gärten - Verwaltungund Bewahrung unterschiedene Schütz-Götter/ als
Prispuin, Vcnsrcm, tumunam, klormv , kub!Zum,I.iberum, Lererem, Velism erdacht/UUd ihnen des-wegen unterschiedene Opffer gebracht.
kriAjZUM .Laccbi und der Vcneriz Sohn / haben siedeswegen in den Gärten aufeiner «rütua mit einemabscheulich grsssen mannlichen Glied verehret/ausdaßsie die verstohlne Weiber und naschende Knaben/Hier-mit vermeynten abzuschicken; Wiewohl solches nichtgeholssw. Und wurde dieser unter ihnen allen amhöchsten beehrt/und ihm ein Esel geopffert.
DieGüttin Venus, die Mutter der Liebe/aber/ver-eh rte man deswegen/weilen sie glaubten/daß selbe al-le Saat und Blumen fruchtbar machte; den Blu-men ihre Lieblichkeit/ und den Menschen die Frölich--keit einfiössete.
pomlZna Vcrtummi Buhle / war aller Obst-Früchte Göttin / diese sollte alle Baum- Früchte ver-wahren/und dieselbe zur Zeitung bringen.
i^iora .oder Lbiolis Weib / wurde den
Blumen vorgesetzt / und ihr zu Ehren jährlich / imMonat Majo/ die i.uäiKoraK-5, darbey die geylenWeibesbilder allerley Üppigkeiten und unzüchtig«Possen ausübeten/angestellt.
kulziZus wurde für das brandige Getraid angeruf-fen/ und ihme gewisse Fest kvbiZaiis genant/angestellt.
lüber