DriltmTlMsVierdteö Buch.
Erbrechen/ welches eine solche Arbeitist/ die gemeimg« >lich theils Orten von den Wsibs-PcrsoneN verrichtetn?ird / und zwar ohne sonders Beobachten/ ob sie des-sen genugsam geübt und erfahren seyn oder nicht/dan-nenhero mancher Stock zuweilen übel zugerichtet / ge-schändet und verderbt wird; Demnach es sehr nützlichund gut wäre / daß diese Arbeit niemand anders ver-trauet würde/als solchen Leuthen/ die darbey ausgezo-gen worden/ oder solchen dessen einen genugsammenVerstand und Erfahrenheit bekommen / weilen hieranvielmehr/ als einige vermeynen möchten/gelegen; dan-es sich öffteunahls zutragt/ daß ein schlechter abgehender Stock unten her lustig geschossen/ dardurch er wie-derum könnte erneuert werden/ so aber solche unerfahr-ne Leuth hinweg nehmen/aus Unverstand darsür hal-,tende/ daß man keinen Schoß/so aus dem altenHoltzgewachsen/bleiben lassen sollte. JinGegenrh eil aber /lassen sie etwann gar genüge Schoßlem/ nur von ei-nes Samieins wegen/ die aber solten abgebrochen wer-den/ insonderheit/wannsie sonst viel Saamen erzei-gen ; mass^n dann dergleichen schlechten Schofftnnicht soll verschonet werden / auf daß die übergeblie-bene Guten desto besser zunehmen und wachsen mögen/sonst sollen allein die untersten Blatter biß an Saa-inÄt abgebrochen/ daß neben dem Saamen aber/ wieauch die obern/ gelassen werden.
nö. Die allerbequemste Zeit/zu impffen oder zu pel->M/ist derMay/vb schon der alte Sramm ausschlagt;Was aber die jungen Zweig belangt/ muß man selbigewol verwahren/daß sie nicht ausschlagen; SolcheVer-wahrung kan unter dem Erdreich oder in hohlenZiegeln geschehen. Etliche pflegen zwar auch die Re-ben-Jmpssung im Herbst vorzunehmen. In der Zeitpfleget man auch etlicher Orten noch zu graben/oderdie Reben z-u graben/ welches bey troanemWetter willgethan seyn; Dann das Graben erquickt die dürrenRcb-Sröck/ machet siclüsstig/ und werden sie von sol-cher Eröffnung erkühlet.
Nö. So ist auch vomwche/daß mcm zu dieser Zeit dieSchlings,Gruben umkarste: Dieses aber nennenwir Setzlings-Gruben / aus welchen man die Setzlin-ge nimmt/ und sie nach zweyen oder dreyen Iahren anandere Ort versetzet.
ö. Es wollen etliche von den alten Weinmeistern/daß man die erstm drey Jahr die Reben mir keinem Ei-sen berühren soll. Etlicher Orthen verhauet man dasWcm-Holtz allererst nm Pfingsten/und Hessret dieRe-ben alsbald / hacket auch die Erden zum andern mahl /wie bereits gemeldet/zu Pfälen oder Stecken.
Man soll auch diß/ von der Wem-Blüthe mer-cken: Blühe der Wein im Voll-oderHoch-Schein/so bringet erhernach seine völlige Weinbeer/ die denMund und dasVaß süllm. Daruni muß man auf dengantzen Monat gute Achtung geben/wer mit Weinumgehen oderhandeln will/ nach dem Vers:
Wolt ihr wissen des Weines Frommen/So last den May zum Ende kommen.
^L-Jndiesem Monat ioll man auch die Wein ab-lassen/ oder von einemVaß m das ander abzieben/wor-dey zu mercken / daß man die Stück oder Vaßer nichtgar zu voll fülle/ damit der Wem nicht ersticke/ sondern
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ein wenig ledig stehm lassen / daß erLufft haben mö-ge.
Im Brachmonat.
6. An den meisten Orten / wird mdieftm MonatJunio die Reb-Arbeir/ausser dem Zälten/ ii?e,st ver-richtet und vollendet / weilen man gemeiniglich dafürhält / daß solche vor Iohanni geschehen solle. Dieerste Arbeit dieser Zeit ist das Binden / Hessten / oderAnbeffreu mir Stroh/ damitdas Wein-Holtz um dieStabei fein glatt aufstehe. Welche Arbeit/ so sie rechtgebraucht/und verbracht wird / ziemlich langsam zu-gehet/Massen kaum eine Reb-Arbeit mehr Zeit erfor-dert.
tW. Das Stroh soll man vorhero im Wasser wolweichen lajjen/damit es nicht breche. Bey dem Aufhe-^der Schossm nmß nian klclssig Achtung geben /daß es allgemach und nichtzu grob auf einmahl besehe«he/ sonst etliche Schoß/ und sonderlich die/so niedrighangen / <imen her an dein Stock abbrechen. Diemrdere Arbeit ist das letzte Rühren/welches eben nichtso tieffals das erste vonnöthen/ weil die Erden durchdas vorige zweyfache Umkehren allbereit gefchlacht undinürb worden. Es wird aber hiebey insonderheit er-fordert/daß man die Kräuter und Wurtzeln fleissigund säuberlich auflese / sonst / da ein Regen dar-aufkommt/sähet es alsbald an wiederum zu wurtzeln/und zu grünen/ »nimm auch nachwarts dergestalt zu/daß es blühet und Saamen tragt / wann dann dersel-be abfällt/ vermehret sich das Unkraut hausslg auf daszukünsstigeIahr/ daß es hernach nicht mehr leicht-lich auszureuten/ zu grossem Nachtheil und Abgangder RelM.
5>ö. /unius und ^Iiu5 treiben das Wein-Holtz zummeisten und besten heraus / biß aufLaurentij / hernachsoll es aufhören zu wachsen.
n V, Ungehefftetem Wein schaden die Nacht-Frö-ste weniger dann dem geheffteten.
ns.Die Erfahrung/alsdie Meisterin aller Dinge/bestätigets/daß/wann die Weintrauben an den Stö-cken in den Wein-Bergen blühen/ alsdann derWeinin den Vaßern und Kellern/ am Färb und Geschmacksich mercklich verändert/welches dann ein ^rcanumnmusT, nnd wol Verwunderungs - würdig. Her?Lolerus, in seinem Lawnclario ^ci-petuc) vermeldet:AusMedardi befahret man sich kemes Frostes mehx /der dem Wein schaden könne.
Im Heuwonat.
7. Es pflegen offt um diese Zeit schädliche Meelthauzu fallen/ das ist ein Regen/ so im Scheinen der Son-nen herunter fället/ das thut dem Wein und anderenFrüchten offr grossei, Schaden. Dann wann dieTropff.n des Regens von der Sonnen bescheinet wer-den/so zeucht die Sonne dem Regen seine natürlicheFlüchtigkeit/Tugend/Krasst und Mürckung/ oder^Mmz.n.wie ichs nennen soll/ aus/und bleibt nur einscharffLorjzus, daß eine sonderliche ^crccimcm, beis-sende/ etzende und schädliche Würckuug hat/das fal-let auf den Wein und Früchte / und verderbet sie
i also.
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