Dritten Theils Vierdteö Buch,
Wer emen Weinberg bauen will / der muß einen an-dern in der Taschen haben; das ist: Es mußinmr-cher etliche Jahr mehr aus seinen Weinberg wenden/M daß er wiederum bekommt ; Hermch können eseins/ zwey oder drey fruchtbare Jahre alles wiederumersetzen nnd einbringen. Jngleichem >oll ein Wein-Herr vorsichtig / kiug und verstandig seyn/ der sichne,ttiich aus die Wem-Arben wohl verstehe/und wis-se/ wenn und zu welcher Zeit / wie und welcherlei) Ge-stalt jedes gethan und veruchrec werden müsse >o daß.er die ^Lintzerund übrigen Ar beits> Leute zu Rede se-tze / iynen sage/woran es ihnen fehle undrnangele/wor-
an sie recht oder nnrechtthun/ daniitder Weinberg ander Arbm keinen Mangel leide / denn es unter diesenLeuten öffrers heillose Gesellen giebt/die wenig darnachfragen / wie der Weinberg bestellet / und ob demWein-Herrn zu Schadenoder Nutzen gearbeitet wer-de. Endlich soll er auch semen Weinberg mir nöthi-> gen Zäunen / Mauren oder Planeten wohl verwahrenlasten/ damit das Äuld nicht umbrechen oder Scha-den verursachen könne : Den Wmtzern und andernArbeitern aber soll/nach fieiffig vollbrachter Arbeit/ihrrichtiger Lohn gereichet werden.
Bon inancherlcy Gattung der Wein-Reben und Weine; Oder Er--
zehlung 0er berühmtesten Rebell mW dersclbeli Gewächse in Europa/wie siewachsen/und woher sle lhre)Mnen bekommen haben.
S mögen alle die vornehm ste Wein-Gewach-,e Luiup« schicklich in >ünff Civiles oderHaupt-Tirul eingelheiler werden. Ais in I-talien oder ?ÄZeljchland wachsen / und werden vondannen m Tcucschland gebracht i.) ivi .^v^l.-
cu.n , Malvasier / wecher aus der Jnsul Lrera oderCandia/diezuGciechenland gehörig, und an^etzo lei-der! der Türkischen Herrschaft uinerworssen ist/ ge-zeuget wird; u. viti^in^^ll^m.aus/oon oer ^onnen-H.tz yalb-verwelckten oder einge>chrumMM Traubengepreiset. 2.) wachs.c an derWurtzel^
d"S >c>ergs Vesuvii. welcherwegeu seiner vieyalugen lFeuer-BrünstM bekmmr. DiejerW.tN,iirorhl,cyt/vom Geruch sehr anmmhig/erjreuet das Hertz/ undschadet weder dein Haupt noch dem Magen.
L'^lli^c.ium . Vincis /Vlonlctt-, cc>n, wächsetbeyder Stadt iViuntcii-jlcvn. amBer^e ^icinonciiacli i^oms, davon das Spruch-Wort ent-standen: Procter Oommus mcus morruuscli. 4 ) lim, wächset bey der Stadt gleich-falls m dem Nöinischen Gebiet gelegen / und wird inRom heutiges Tages fast am meisten M'uncken. 5.)klarcemmum, wachset um Vincentz nnd Padua/ isinicht allein lieblich von Geschmack/ sondern auch ge-sund. Der beste ist an Farben dunckel oder Blut-rorh/dauret nicht vieluberem Jahr. 6.) v>dacu>n,t<«os-licum.Rheinfall/wachser bey c-,lZ^.ci'llirie,aufeinemselsichten Hügel ^ruicc, daher nennet man ihn auchProsecker-Rheinfall. 7.) kolicium, Rosatzer/ wach-ser bey der Stadt t^o^ccio. in Friaul. 8.) kn-eu-eum, Velteliner/wächset in der Grafschafft Vaiic.T'e-lins > oder Veltlin/ den Grisonen zuständig. 9.) v-r-nzcium. Vernatzer/wächset auf dem Berge Veinacia,im Genuesischen.
2. In Spanien und Portugal wachsen/und wer-den von dannen in Teu^chland gei-rachr 1) VinumAlicant-Wein/wachset uin Allicante/ieinerStadt im Königreich ^, ,st/w>e fast alle spa-nische Weine starck süß von Geschmack / von Farbenaber schwach. 2.) ?ccri 8imvniz, ?crcllmsnc? , Pe-terstmens/wachset bey der Stadt (Zuiiä^ica^ar, aus
Teutfchen-Reben / welche dieser Pater Simon schonvor zwey hundert Jahren/ in ziemlicher Quantität ausdem Ringau dahin gebracht/und gepsiantzet hat/auchbereits zu semer Zeit/soichen Wein daraus bekommen/der Spanischen Geschmacks und RmgaüerFarben ge-wesen/und zu Franckfurt/desgleichen in andern vor-nehmen StädtenTeurschiandes vor40. biß 48/Kreu-tzer getnincken werve.Wi:d bey uns msonderheilSpa-n,scher WetN genant/ ist lieblich von Geschmack/Gold-gelb von Farben. z.) Bastard / ist einhalber Pererstmens. 4.)6cccc,/Seck/iststärckerundbarscher alsPetersimens. 5.) I-Micamcum, Portu-geser/ blanck UNd roth. 6.)Vin ^iloZicum.Vin cj'^No-. ist eine sonderbare fnrtrefliche Art Portugeser-Weitt/ dnnckel-roth/liebj ich/nicht gar zu starck/ fast aufMarcimin-Art. 7.) ksi:ariLum,Canarien-Wein/ausder Callarischen Jnsul; Unter welchen der Canarien-Seck den Vorzug hat/ den Spanischen an Lieblichkeitweil übertreffend.
z. Jn Franckreich wachsen / und werden von dan-nen inTeurschland gebracht t.) Vinu.n Leinens«-. inder Landschafft ke^uc.im Burgundiscben/wic danndie Burgundische Weine durchgehend^ hoch gehaltenwerden 2.) vm ci' ttav, wachset in Champagne/ist bleich oder schiel von Farben. z.Mulc.il6- krön-ri°n»c, inLanguedoc/bey der Stadt Frontignac/ausMuscateller-Trauben. 4.) Vin cie wächset umParis/ ist roch an Farben / wird daselbst viel getrun-cken. s.) vin clc 6ourcle<iux, Burdoser- Weine/werden in Menge nach Holland geschiffet / beydesblanck undrvth. 6.) Vlü cls (!rave> wachset nichtweit vsn üuu-lle^ux; Und sind sonst noch berühmt Vinc!'^n,vu,<jc I^armont, cic la östiicis, cje ^!sinc,<jc3.Martin K L^cnobis und andere mehr.
4. In Ungarn wachsen/ und werden von dannenin Tcutschland gebracht 1) Vinum ^occ3vien!c,To-ckayer/wächset br? der Stadt Tockay / in Ober-Un-garn. 2.)Oeci nkurzcnte, Oedenburger/in Nieder-ungarn. z.) Vmz ^mimontzna, die Gold-Berger.4.) vina i-i.Lsorgii, die St. Georger / wie auch dieNeusiedler.
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