Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
224
Einzelbild herunterladen
 

«

224

Dw Adelichen Land-mwFeld->LebMs

schlage das Eyer-Weiß in dem Rosen-Wasser immer-hin mW wieder/biß es fast wie ein Wasser wird/ her-nach tuncke hinein gedoppelte weisse Leinwand/ undlege sie auf die Oerter/ wo die Mahler sind/oder dieHaut hinweg ist. Wann er will trocken werden / mußman es abnehmen/von neuem eintauchen/ und wiederdaraus legen/ und solches immer widerhohlt / das ziehetallesBlaue heraus/ heylet die Versehrte Haut/ und ver-treibet die Geschwulst in sehr kurtzer Zeit. Jrem/vordie blauen Flecken/ nimm alsbald/ wann der Fall/oderStoß geschehen/ aus einer Semel ein ^tücklein Bro-sam/ weich sie in frischBrunnen-Wasser/ und legs alsonaß aus- Wanns trocken will werden / wieder gene-tzet/ continuir ein wenig damit/so last es nicht blau wer-den. Oder netz e-n Tüchlein in Heissem Elstg / schlagsüber/wanns kalt ist/wieder gewärmet/ diß so lang/bißes hat ausgezogen. Oder nimm lerra LiZiil^t.1. ge-schabt/mitWass.r angefeuchl/ un übergebunde. So ei-ner in ein Wasser stillet / und wiederum heraus gezogewird/ so solle man ihn gleich stürtzen/ damit das Was-ftr aiis ihme lausten möge: Und sich wol hüten / daßmanihnnicht alsobaldnieder/ und das Haupt hochlege/ weit man dardurch leichtlich ersticken kan. Wiedann Hen Thomas Barrhoiinus Vl f.; 19. er-zehlet / daß einsmahls zu Venedig bey seiner Kost-Frauen/ em teutscherGoldschmid in das Wasser gesal-zen/ den man zwar heraus gezogen/ hernach aber m einBctb mir erhohetem Haupt gelegt/ daraus er noch sel-bige Nacht gählmg erstickece. Deßwegen hierinnenVorsichtigkeit vonnölhen. Man solle aber auch solcheaus dem Wasser gezogene Leuthe/ sonderlich bey küh-lem Wetter/mit warmen Tüchern wol erwarmen /und ihnen ein Zimmet-odei.- anders kräfftiges Wassereingeben/ und nicht gleich mit .?peiß und Tranckü-berfüllen/ sonderlich/ so noch Wasser bey ihnen seynsolle. Welches leichtlich folgends durch den Harn /oder das Erbrechen ausgeführet werden kan. Manfagt sonsten/ daß der jenige / welcher einen Türckis-Stein antrage/nicht leichtlich vom Pferd falle / oderihm etwas begegne. Und hat mir einsmahl ciNesFreyherm Schreiber erzehlet/ daß er mir seinemPferdvon einem Hügel in einen Graben hinab gestürtzet/ dochweder ihme noch dem Pferd das geringste Unglück be-begnetseys: Allein sein TürckiS-Stein/welchen er incinemRing am Finger getragen/habe nur einen Spaltbekommen. Wann sich hierauf zu verlassen wäre /soltc wol niemand ohne einemTürckis seyn.Sonstcn istauch vor dem Fall vom Pferd gut ein Quintlein 5pcr-mz(.'cii(Wallrath) odersovielKrebs-Augen/ wansin einer Brühe eingenommen wird. Theils thun imNothfall / da man sonsten in der Eil nichts haben kan/einen guten Trunck Baum-Oel. Andere brauchenButter mit warmen Bier. Theils Essig und Honiguntereinander gemischet.

19. Frosch. Für dem Frosch unter der Zungen:Nimm klein Feigwartzen-Kraut mit Wurtzel undBlü-he/das im April/ bey zunehmendem Mond undhüp-schem Wetter gesammlet / und an einem trocknen Ortnufgehebt sen worden/ ?. Quint / bind es in ein rothesseidenes Sacklein / häncks an Hals/an blossem Leib/rrags einMonat lang/Tag und Nacht/und verbrents

alsdann. Weiter / nimm des erstgemeldten Krauts/mit Wurtzeln und Blühe x.Quinr/ thue es in ein sau-ber verglaßres Häfelein/gieß daran ein Viertel gutenstarcken/ weissen Wein/ d^cks zu / laß den halben Theileinsieden. Netze dann eineBaum-Wolle darein / oderein lindes zartes Tüchlein/ an ein Höltzlein gebunden/und wasche das Gewächs damit / das thue offt. Undwann du denWein gebrauchet hast/so dorre dasK:aut/und'wirffs auch in das Feuer/und verbrenns.

Item/nimm Poley/Dosten/und wilde Deumentenoder wilde Müntz/ jedes so viel als man mit drey Fin-gern halten kan/Berrram-Wurtz/Neßeln/ jedes 2.Quinrlein/Gilgen 1 .Quintlein/geschnittenes Frantzo-ftn-Holtz ein halbes Quintlein ; dieses alles unterein-ander klein zerschnitten/dann kochs im Wasser / undgurgele dich des Tages drey mal. Darnach schmierees mir Oi.,morum (Maulbeer-Saffr/ der fein süß undgelinde ist/) oder zerstosse Wesche Nüsse mit ein wenigRosen-Honig / thue ein wenig Pfeffer und Saltz dar-zu/streichs o-ft auf/es hilffr.

Für dem Frosch im Hals. Nimm altes Schmcerund leisten/jedes gleich viel/stoß es durcheinander/sal-be den Hals damit bey dein Feuer/ oder in einer war-men Smben/ daß sie wohl hineingehe / und binde denHals mir einem warmen Tuch zu.

20. Gelenck. So man ein Gelenck Vertret-ren und verrencket hat / so nimme Wegrich / kochesin sauremBier-oder Wein-Eßig/schlag es um dasGlied/so befindest du/daß sichs von Stund an wiederzu recht giebt.

Ein Pflaster auf zerfallene oder kalreGelencke/ diesehr zerschallet sind: Nimm weiß Wax zwey und einhalb Loth/Mastir ein halb Quintlein / Hartz 2. Loth/Bibergeil 2.Quintlein/Zimmet/Bockshorn Kraut/Cbamillen- Blumen / Wermmh - (saamen/ jedes einhalb Loth/ zerlasse und mische es wohl untereinander/und bereite es zu einem Pflaster.

21. Geschoß. Vom Geschoß in Handen / Füssenund allen Gliedern / und voraus in Fingern/ darvonein grosser Schmertz entstehet. Von dem Geschoßwäre viel und mancherley zu schreiben / dann man haterfahren/daß ein Mensch das andere über 6oo. Meil-Weegs erschoßen hat; wie auch einsnrals zu Paris ge-schehen ist/ da ein Ehe-Mann über Meer/ wegen seinesWeibes/ zu der ein anderer grosse Liebe hatte/ermordetworden; Wie aber dieses zugegangen / mag bey dengelesen werden.

Es sind auch noch andere Geschoß / welche die alteWeiber und Wettermacherinnen wohl wissen zuzu-richten/mit Schlehen-Dorn/ mit Eychenen-Zweigen/mit Nadeln / damit ein Todter eingenehet worden/durch Fisch-Angeln/ durch Nagel aus Roß-Huss/ undvon allen andern Dingen/ das vonNatur kalt und tro-chen ist/welche dem 8atumo unterworssen. Wie esnun die tägliche Erfahrung giebt/ daß nicht allein vor-erwehnte Stücke/alsHaar/Bein/ Marck / und aller-ley solch häussigGauckelwerxk muß ausschweren/wel-ches nicht zu glauben/der es nicht mit Augen gesehenhat.

Solche Geschoß von ersten zu curirenist leicht/dannso bald du den Balsam von Hasen-Mispel daraufstrei-

"chcst/