Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
221
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Dritten Theils Duttes Buch.

Oel in Hafen hinein /dasselbige Oel soll man nehmen/und sich damit schmieren Abends und Morgens/bißso lange man sieher / daß das Glied zu nimmt. Sol-ches ist bewährt.

7. Arbein. Demstinckenden hilff also : Wascbeden Mund innwendig offt mir Essig und Wasser/ dar-nach masticir und käue ein gut Theil des Qummi .vi.,-tticis, über eine Weile hernach spühle den Mund mitWein/ darinnen Anis-Saamen und Negelemgesot-ten seyn. Kommt aber der üble Geruch von einem fau-len löcherichten Zahn / so ist nichts bessers / dann denZahn ausreisn lassen.

W'.llt du 'des stmckenden Athems gar schnell undplötzlich loß werden/ in 4. oder s.Tagen: Nimm eineHandvoll ^izsyntkii oder Wermut!)/und eine Handvollcorticsm citn, oder Citrinat-Schelffen / gießhalb blancken Wein und halb Wasser m eine zinnerneKanne / die muß mit Meel und Eyer-Weiß dick ver-kleidet seyn/ und lege diese zwey Dinge darein / daß derWein den Schelffen gleich sey/ und nichts darüdec.Cs^ darff nicht voll/sondern 2. Theil müssen oben in derKanne lediq seyn/ und die nur in dem drittenTheil/sonst weichts auf. Laß es sieden in einem heissensiedenden Kessel z.oder ^Stunden. Darnach nimmsheraus/ und laß es kühlen/ mache die Kanne nicht auf/biß es kühle ist. Darvon trincke alle Morgen einenguten Tnmck/oder H.Löffel voll / biß es allen üblenGeruch des Magens benimmt.

g.Augen.Wann sie roch und hitzig.SiedeinEyhart/^ schal - und schneide es in der Mitten entzwey/thue das^ Gelbe heraus/legs aufdas Aug/so warm du kanst.

Oder stoß einen lebendigen Krebs/zwing ihn durchein Tüchlein/ leg solchen über die Augbraunen/auf einklares Tüchlein.

Item/weich Hslder-Schwämlein in Rosen- Was-ser/ legs aufdas Äug/ wann man schlaffen gehet/ziehetalle Hitze aus.

Oder vermische Rittersporn-Wasser / weiß Lilien-Wasser/Fenchel-Wasser/Wegbmr-Wasser/undTu-ti-Pulver/mach ein Penselein von klarem Leinwad-Fäßerlein/ tuncks in obbemeldte Stucke / und schmieredie Augen darmit. Oder binde Brenn-Neßel in einTüchlein und häncks hinterwärts am Halß.

Item / stoß Haus - Wurtz in einem Mörßner/zwing den Saffr durch ein Tuch/schütte solchen in einetwas dick und starckes Gläßlein/ verbinde es mit einerBlasen wohl und vest / laß es in einem Laib-Brod ein-schlagen / und den Laib im Ofen dachen wie anderBrod; Wann solcher gedachen und erkaltet / schneideihn auf / nimm das Gläßlein heraus / und verwahr eszum Gebrauch. Wann man böse oder rothe Augenhat/ schmieret man aussen herum die Augen darmir/es nimmt alle Hitze und Rothe hinweg.

Item/ ftlsche guldeneBuntzen in ^ztücklein geschnit-ten/ und sttangs an den Halß gebunden/daß sie in demGenick liegen bleiben. Ilem / ein'^othund ein halb QuinrZinnober/ davon alle Morgen 2.Messerspitzen voll genommen/ist -m.

Vor blöde Augen. Nimm ein Nebhuhn Feder-lem/ nincks in Wasser/ und laß solches allgemach in dieAugsn fliesscN.

Die Wermchel zu vertreiben. Halt einen Koch-Löf-fel von fernen zum Feuer/so wird ein Schmaltz herausgissen/ solchem nimm mit einem Federlein von demLöffel und bestreiche den Wernichel darmir. Oderschmier ihn alleTag ftüb nur deinen nüchrernSpeichel.

9. Augbrauen. Für schmertzende Augbrauen:Nimm Silber-Aschen/ mache es mir Essig unoBaum-Oel/ wol untereinander gennschet zu einem SÄblem /darmit bestreiche sie/wann du Nachts schlaffen gehest/eine Zeit lang. Oder nimm Bley-Aschen / mache esmit Eyerklar an / und legs über. Oder zerstoß denZainen vom Brunnen Kressicb mit Wein / und be-streich die Augbrauen damit. Für kahle und blosseAugbrauen. Streue darauspuiv. incl. Oderbestreiche sie mit abgesottener Fisch- Brühe. Zu denübrigen Augbrauen/rauffe die Haar aus/und streuedaraufPulver von einer gebrannten Haselnuß / odervon gebrannten Fröschen. Für die Mülben in denAugbrauen.Brate ein neu gelegr Ey in heissemAschen/biß es wol harr wird / schäle es/ und nimms also heiß /binds in ein reines weißes Tüchlein/hebs an die Aug-brauen/so heiß du es leiden magst/ so fallen die Mül-ben alle aus den Augenbrauen/ das thue dreymahl.

i O. Backen. Für der Backen Geschwulst : NimmEvbischwurtz / ohngefehr 12. siede es wol im Wasser/und rhue das Mittelholtz heraus/ die Wurtzel stosse /und thue darzu fcs»u!n(ZrXcum,Lein-Saamen/Vill-saamen/Chamillen-Blümlein//jedes 2. Loth/ Gersten-Meel 4. Loth/ stoß wolziisammen/mit Chamillen-Oel/undDülen-Oel/jedes 6. Loch / legs auswendig wolwarm über. Wann dir die Backen geschwollen sind/und die Hitze darinn ist/so nimm eine Schnitte weißBrod/ tunckees in Spring-Wasser/ und legsauf diegeschwollne Backen. Item Welschen Wintergrünund Bertram im Wein-Essig gesotten/ und spiele denMund darmit/ das benimmt allenUnslat vondenZäh-nen/reiniget den Mund und Zahn-Fleisch/ die Ge-schwulst mir auswendig auf dem Backen ge-schmierr/ wann Hitze darbey ist. Die WurtzelBertramziehet vie Feuchtigkeit an sich.

11. Bauch. Vor einen geschwellnen Bauch: Nimdas Marct von den Röhren aus Mich / koche es mitWein in einem verdecktenTopUHafen) hald ein/hier-von Morgens und Abends z. Löffel voll getruncken /alsdann bade in diesem Schweiß-Bad über den vierd-tenTag. ^.eaciz, Lzrcjuidenecj. 6c

^lar. »smducci, lormcntil. im Wasser ge-

sotten. Dann auch Pappeln/Genserich / Chamillen/Ameisen mit den Eyern / Dosten/ Steinbrech/ Hopf-fen/ Nesseln/grosseGletten/jedes zwey Hand voll/ zerschnitten und wohl gesotten im Wasser/ alsdann in ei-ne Wannen gesetzt / samt einem heissen Schlacken /Eisenstein/giesse von dem Bad auf den Stein / undschwitze bey einer Stund darinnen/ wann du ins Badgehen wilt / so trincke 8. Loth Rertich-Safft. Vordem Pauch-Fluß gebrauche aü>jerlich folgendes L-ua-welchesdieDsrmeerwärmet/ num'rer/ undzugleich auch stopftet :Nimm Wermurh-Knöpff/Cha-millen Blumen/ rothe Rosen/ jedes eine Handvoll/Mastix emLoth/Muscatnuß z./alr ausgedackcnBrod/die Brosamen auf zwey Hand voll. Dieses alles siede

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