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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
220
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Des Adelichen Land-und Feld-Leben6

Artzney- Kittel für diejenigen Gebrechen des Menschlichen

Leibes/ nach dem Alphabcch.

i. AMCHsel. Den Gestanck unter denielbmzuver-(Ml^tteiben: Nimm Mohr-Rüben-Oel/Misch einwenig Wein darunter / damit wasche diestinckenden Oerter alle Abend und Morgens eine Zeit-lang/so vergehts.

2. Ader. Wann einem eine Ader verrencket wird/so wird er bald fühlen/ welches die Ader sey. Schmie-re sie nur samt der Geschwulst/ mit alter Butter/ undlaß es beym Ofen oder Feuer eintrocknen. Du mustes aber des Morgens und Abends thun/so wirds bes-serwerden. OdermitChamillen-Oel/ oder dpiruu^'cs-biniKinT, oder Altheä-Salben.

So einem die Adern zerhauen seynd: Nimm Rin-dern-Mist/und einen starcken Eßig mische das zusam-men/mache ein Pflaster daraus / und leg es über dieWunden/ so lassen sich die Adern zu/und heilen.

Vor Schwinden der Adern: Nimm ein gut TheilRegen -Würmer/thue sie in einen Hafen/siede sie mitungesaltzner Butter / und läutere sie ab : Wann esnun wohl gesotten hat/so winde es durck ein klein Tüch- ^lein/und schmiere denSchaden damit gegen der War- >me. Öder/ nimm Lein-Oel 8. Loth/ Brandrwein vor4. Pfenninge/ schlage das wohl durcheinander/ schmie-' re die Sännen damit/ und bade offt mitVenedischer >

Item: Nimm Nachtschatten - Beere / Wachhol-der-Beere / jedes gleichviel/ stoß sie im Mörßner/undsieds in einemTiegel mitaltemSchmeergarwohl/dru-!cke sie durch ein Tuch / thue Brandtwein darein 1.!Quint/Wniere die Sännen damit. i

Z. Alp/oderSchrettel / wann er den Menschendruckt: ( So nichts anders als eine Kranckheit desGeblüts ist.) Schähle die schwartze Schelffen vonl s.Betonien Körnern stoß die K örner / und nimmsie in einem Löffel voll Wein ein/Abends benmSchlaf-fen-gehen; das wiederhohle etliche mal. Ist bewehrt.

4. Angesicht. Vor die Rothe desselben : Thueinein Glas gebrandren Wein/und ein gut Theil Erd-Beer; vermachedas Glas wohl mir Blasen/ laß es 8.Tage an der Sonnen stehen/hernach abgeseyhet/wie-der frische Erd-Beer hinein gethan / und das / wie öff-ter/wie besser wiederhoh!r;Zu letzt ein Loth Gaffer dar-unter gemischt. Hernach das Angesicht damit ge-waschen.

Oder stoß Mandeln mir Rosen-Wasser ab/drucksdurch ein Tüchlein/wische das Gesicht Morgens undAbends damit ab. Es ziehet die Hitze aus. Solchesthut auch die Geiß-Milch.

Item/ laß spitzigen Wegricht graben/daß er mit kei-ner"Hand gerührt wird/häncks in einem Sacklein hin-terwärts an/^.Stund ; In derselben Stund/damans angehänckt/thut mans wieder herab.

Ein köstlich Oel/die Pocken/Blatterlein und weisseSchuppen des Angesichts zu vertreiben: Lasset z.oder

4. lebendiqeGatten-Krötten inBaum-Oel ^'"eSiun-de lang sieden/ dann seyhets du: ch ein Tüchl«...:/ in einGlas/ darmirdas Angesicht raglich gesalbet/ machetin wenig Tagen solches rein und schön.

5. Appetit. Wermutb-Blatter in die Schuhe ge-legt/und mit blossen Füssen daraufgegangen / bringetAppetit oder Lust zur Speise; Doch soll man täglichfusche Blätter in die Schuhe legen/und ist dis ein son-derbahr geheimes Experiment.

Oder/wann ein "Patient keinen Appetit zum Essenhat/auch nicbt essen kan/ so nimm Krafft-Meel/oderdas schönste Waitzen-Äteel/schlage ein frisch Ey dar-an/rührs durcheinander/gieß Milch daran / und ko-che es wie ein Müßlein. Darnach streue viele Zuckerdarauf/und lasse es ihme also essen mit gestoßnemZimet.Bißweilen kommts / daß ein Mensch nicht essen kan/und hat doch grosse Lust zu essen/wann eraberisset/ sobleibt es ihme aufderBrust stecken/und willnicht hin-ab in den Magen : Nimm ein halb Pfund Calmus/schneide ihm die äusserste Rinde sauber ab/thue es ineine zinnerne Kanne/ und eine Hand voll Saltz daran/gieß ein wenigWasser darzu,' daß dasSaltz nur schmel-zet/hange es an die Wand 8. Tage lang / mittels alleTage einmal oder zwey. Darnach lege es aus/ laßes trucken werden / heos auf/ iß alle Morgen ein^-tücklein/ daß machet einen Appetit und Lust zumEssen.

6.Arm. Wann einem ein Fluß aufdem Arm fallt,:so nimmRosen-und Hollunder-Blüh-Wasser/Weig-breir-Wasser/sna ^.Untzen/ l utise .eine Untze/Bley 2.Untzen/dZitii>i aibi eineha!be Untze/ Krafft-Meel eme Untze; Diese Stück zusammen gemachet/in einen Mörßner/und auf einmal/ein wenig hinzu ge-gossen/so lang/biß alles vermischet ist ; Dann warmgemachet/ und gebrauchet.

Oder/so einem ein Fluß fiele am Arm / so soll mandie Seiten gegenüber reiben / mir warmen Tüchernfür emem warmen Ofen; Darvon vertreibet sich derFluß.

Item/ man kan einen guten Fluß-Rauch/ oder auchnur Weyhrauch/auf eine Kohlen streuen/ die Tücherdarüber halten/und aufbejagre Art ixumt verfahre!:.

Wanns einem in den Armen reissn vder sticht / sonehme er die Wurtzeln vom Röhricht oder Rohr-Bu-schen/ so in sümpffichten Wassern wachsen/brare sie beydem Feuer weich/ und lege sie auf den Schadm/ sowarm ers erleiden kan / und thue es des Tages zwey-mal/ das benimmt die Schmertzen/und stiklct das Wehe in Gliedern.

Wann einem Menschen ein Arm schwindet/ so nickRegen-Würmer / und thue sie in einen glasurtenHafen/mache unten in selben ein Löchlein/setze wie-derum ein glasurten Hafen darunter / setze das auf dieSaltzstatte/ oder in einen Back-Ofen / so schmüm ein

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