Dcs Adelichen Land-imd Feld Lebens
dem Löffel den warmen Zucker durch das Löchlein dar-über/ in solcher Gestalt/daß es nicht köllicht/ sondern dasich sodann die Krause schon erzeigen wird/biß daß es/dem Gutdüncken nach / schön genug zu seyn scheinet.Endlich/so kan man solches in einem Sieb / allwosauber Papier eingethan/schütten/ mir saubern Pa-pier ferner bedecken / und hernach auf den Stuben-Ofen vollends recht trocknen lassen. »vla. Watmman dieses Consect bald / oder sonsten groß und wol-feil haben will / so nimmt manreimgestossenes-Stärck-oder sonsten schön weisses wolgetrocknetes Waitzen-oder Speltzen-Meel/und traget esnach und nach/ zuAnfang aber gar wenig/nachdeme der Saamen mit ^geläuterten Zucker befeuchtet ist/ein.
Mandeln / Hasel-Nüsse/Pistacien undPinees-Nüßlein/sollen zuvor von den innern Schalen gesau- !
bett/ in mocieritter Warme/ jedoch nicht zulange/damit sie nicht oelig werden/getrocknet / die gantzenallsgelesen / und wie oben gelehrer worden / darmitproccciirt werden.
f. Wann man die grossen Zucker-Bisam-Kugelnmachen will/so ninnnt man ein koth vom schönen/weis-sen Tragant/giesset darüber vier Loth saubere Wasser/lasscr es über Nacht weichen/zwinget es hernach durchein Tuch/ stösset es mit einem Viering schwartz-^erstos-senem Zucker/ und 9. Gran Bisam ab / machet denTaichziemlich starck und hart / alsdann macht manKugeln daraus / sogroß als man sie haben will / undweigert selbige in der Hand gantz glatt/ lasset fernerselbige in einem Schachtel-Deckel auf- und ablaussen/und solches fast eine Stunde lang/ biß daß sie gantzhart werden/sonsten bekommen sie Blatten.
ix.
Pommerantzen und Atroncn aus sonderbare Art einzu-
machen.
mmerantzen einzumachen/ daß sie gantz ver-bleiben : Man nimmt schöne Pommerantzendie nicht fieckicbtsind/so vollkommenen Sastr/und dünne Schelffen yaben; schneidet sie Srern-welß/aber nicht tiess hinein / oder man kan solche auch schrau-ben / löset nur die Schalen auf da s subtilste/ damit derinnern Apssel mit seinen Häutle'n gantz bleiben unddaran nichts verletzet werden ; Die äussere Schalenmuß mit grossem Fleiß gantz zart von dem Apssel ge-löst werden/unten und oben al^r daran bleiben/daßes anzusehen/ als stünde der Apssel nur gleichsam inder Schalen ; Absonderlich aber / muß aussen-herdas weisse Karte Hautlein gantz bleiben/daß der Apsselvon dem Sieden nicht möchte »erletzet werden;Wannnun die Pommerantzen also geschnitten und zugerich-tet/ leget sie in ein verglaßtes sauveres Geschin/darin-nen sie wohl Raum haben / giesset frisches Brunnen-Wasser daran/und lasset es Tag und Nacht/wol ver-deckt stehen; Dann seihet das Wasser davon/und gies-set wieder ein frisches Wasser daran/ lasset es ferner/wie zuvor/stehen/und dieses Wasser aus und ab-gies-sen/wiederholet jeden Tag zwey mahl/ leger auch einsubtiles Brettlein daraus/damit sie im Wasser nichtüber sich schwimmen; und wann sie ein paar Tag ge-wässert haben/so leget sie in einen schönen verglassur-ten Hafen; giesset wieder ein frisches Brunnen-Was-ser daran / wie zuvor/oder legts / welches noch besser/in ein siedendes Wasser / daß es darüber zusammenschlage; deckt es geheb zu / und lasset es auf einerGlut allgemach sieden/ biß die Schalen beginnet lindzu werden; dann thuts heraus/aufein schönes weis-ses Tuch / bedeckts alsobald mit einem andern; Her-nach giesset das Wasser in eine grosse Messinge Pfan-nen/darinnen die Aepssel zuvor gesotten haben / thutZucker daran/zu dreyen 'Aepsseln/wann sie groß sind/ein Pfund Zucker; sind sie aber gar groß/ muß man
fünff Viertel Pfund Zucker nehmen / damit sie mitder Brüh / wann sie gesotten / wol mögen bedecket
werden; und zu einem Pfund des schönsten Zuckers/eine halbe Maas dieses Wassers/darinnen die Aepf-fel gesotten haben / ( wiewohl man auch / welches fastnoch besser/ ein frisches Röhren-Wasser dazu nehmenkan/) stosset den Zucker/oder leger nur ein Stückleinnach dem andern in das Wasser / lasset ihn alsdannwohl sieden/ wie einen Syrup/ oder Julep/ doch also/daß er nicht zu dick werde/ dann lasset ihn verkühlen/unterdessen leger die Aepssel in ein weites Gefthin /giesset den gesorrenenZucker darüber/ und lasset sie zweyoder drey Tage/ nach dem die Aepssel den Zucker bald/oder langsam annehmen/wol bedeckt stehen; Wanner wasserichr werden will/ seyhet selbigen davon ab/undsiedet damit die Aepssel wiederum/ wie zuvor ab: die-ses wiederholet zum dritten mal/ biß die Aepssel schöndurchsichtig sind; Man muß aber »m Sieden fleisslgAchtung haben/ daß sich die Schalste nicht abstosse/noch auch die Schalen von den innern Aepsseln/sichgar zu weit abziehen 7 dann setzet sie in einem Geschirrauf oder nebeneinander / lasset die Zucker-Brüh nachferner etwas dicklicht sieden / biß sie Faden spinnet;hernach erkalten/wie zuvor/giesset es wieder über dieAepssel/ und verwahret sie alsdann; Solte die Brühzu wassericht werden/so kan man sie nachmalen über-sieden.
2. Eine andere Manier / Citronen und Pomme-rantzen / ohne Schalen einzumachen/ist folgende:Nehmet Citronen und Pommerantzen / schneidetScheiben daraus/ wie ein Thaler dicke/schneidet dieauswendige Schale ab / doch also/ damit das Fleischbeysammen bleibet/(oder ihr könnet die Schalen gantzabziehen/so ist sie besser zu gebrauchen/) hernachnehmer etwas Zucker in einen Tiegel/giesset etwas mehrWasser darauf als ihr sonst pfleget/ setzet ihn ausdasFeuer/ und lasset ihn so dicke sieden/ wie Syrup/ her-nach thut eine Citronen und Pommerantzen hinein/lasset sie ein wenig mit sieden; Wann solches gesche-hen/so schüttet es miteinander in ein Geschirz / thut
noch