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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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Des Adelichen Land-undFeld-Lebenö

und öffnet sie jedesmahl. Dann/ je weniger Zuckerihnen anhänget / je besser sie sind.

lo. Allerley Gewürtz zu Kän^ren/verfahret manalso : Die Negelein müssm vorhero wohl destilliretwerden/welches folgender Art geschicht: Man nimmtgantzs Negelein / giesset warm Wasser darüber/las-set sie etliche Tage stehen / hernach destilliret mans/so steiget das Wasser samt dem Oel herüber; Danndie Negelein heraus genommen / auf ein Sieb gele-get/ trocken werden lassen/ und alsdann zumCan-diren gebraucht. Sonst/ wann dasOel dabey blei-bet / wird der Zucker - Candigelblecht/ und bleibetnicht schön weiß. Will man sie aber nicht destilli-ren/ so kan man sie gleich einlegen/ so bleiben sie schärf-ftr am Geschmack.

Muscae,n- Nuß zu candiren. Nehmet gantzeMuscaten-Nüsse/ giesset warm Wasser darüber/ lassetsie stehen/daß sie wol weick werden; Dann mir einemspitzigen Holtze Creutz-weis durchstochen/und mit samtdem Wasser/ so zuvor darauf gewesen / in einen Kol-ben gerhau/und gedistillirt/ daß das Oel etwas dar-von kommt/ alsdann herausgethan/wol trocknen las-sen/ und zum Candiren eingelegt. Wann das Oelbey ihnen bleibt/ so hanget sich der Zucker nicht gernean/wird auch gelb/ und bleibet nicht wol hart darauf/sondern wird feucht/lind/und fället endlich ab; Willman sie aber gleich so einlegen / wie sie ansichselbstensind/ so kan man es auch thun. ^ö Wann mandie Nägelein lind Muscaten-Nüß destilliret / so Ver-liehren sie die Schärfte: Als kan man das abgedestil-lirte Wasser nehmen/und den Zucker zum Candiren/mit absieden / so bekommt es einen schärften Ge-schmack.

Zimmet zu candiren : Man nimmt guten langenZimmet/thut ihn in einen Hafen; giesset warm Was-ser darauf/ lassets einen Tag oder Nacht stehen;Wannsie erweicbr/ so schneidet sie in die Lange und in der Di-cke eines Messer-Rückens: Hernach leger man sie zu-sammen/ mit einem Bind Faden umwickelt und ge-bunden/ in einer warmen Stuben wol trocknen lassen/und alsdann zum Candiren eingelegt.

I"?bcr ju candiren. Schöne/ lange und dicke Jng-ber -Zehen genommen/weicher sie nur / wie mit demZimmet geschehen/ dann schön abgefchahlet/ und in dieLänge und Dicke eines Messer-Rückens geschnitten/ inder Breite lasset man ihn/wie er an sichselbsichernachwieder trocken werden/und zum Candiren eingelegt.Nö. Der eingemachte Jngber mit Zucker abgesotten/ist besser zum Candiren zugebrauchen/ als der roheJngber.

" Muscaten-Blumen/Pfeffer/ Cardomomlein undCubeben zu candiren. Diefe Stücke werden uns /wie sie an sich selbsten sind / zwischen emgeworffen /wann man andere Sachen candiren thut/deßgleichenauch die Negelein. n». Die Cardomömlein zumCandiren/ müssen in Schalen seyn.

Oder nimm ein Pfund feinen Zucker / acht Löffelvoll Rosen-Wasser / so viel Arabischen Gummi/ alsein halb Kopss^tuck wiegt / laß es alles zusammensieden / nach der Candir-Art / darnach schütte es inein Topfflein : Thue die Specereyen darein / nach-

dem sie erst eine Nacht über im Wein oder Rosen,Wasser eingebeitzr gewesen ; Bedecke es mir einemSchüsselein / und kleibe es zu mir Töpffer-Leim oderThon / daß keine Lufft darein kommen könne: Haltees in einem heissen Ort/drey Wochen/ es wird gantzhart canciirt werden. Du must denTopff mir ememHammer zerbrechen oder zerschlagen/sonsten kanst duihr nicht habhafft werden. Auf solche Art kanst duauch Pomerantzencanciiren/undLimonim/ so einge-macht sind/ oder auch sonst andere Früchte.

11. Candirte Krantzlein zu machen/ nimmt manfrische Citronen und Pomerantzen / schneidet überQuer/ runde Scheiben daraus/ eines Feder-Kiels di-cke ; Das innerste weisse Marck heraus geschnitten/dann un Wasser weich gesotten/ heraus genommen/abgekühlet/und hernach meinen dicken Zucker-^aftreingelegt/einen Tag sder zwey stehen lassen/daß siewol Zucker an sich ziehen; Wan der Safft dünne wird/muß er wieder dick abgesotten/das 2.oder z.mahl/undendlich kalt eingelegtwerden. Alsdann nehmet frischenZucker / läutert ihn mir Eyer-Weiß und Wasser/den Schaum abgenommen / durch ein rein Tuch ge-gossen / dann die eingemachten Schalen hmein ge-than/ miteinander so lan^e sieden lassen / b»ß daß derZucker recht hart wird/lasser ihn ein wenig erkalten/dann heraus genommen / über eine Schüssel oderKessel auf Höltzlein gelegt/ daß sie können ablausten/und wohl trocken werden / alsdann zum Candireneingelegt, ttö. Auf diese Weise kan man auch denCalmus/ Alant/ Bibenell-Wurtzeln / m die Rundezusammen bringen / Kräntzlein daraus machen/und zum Candiren einlegen. Item/ von Roßmarin/Lavendel und andern Blumen / einen Roßmarm-Stengel/ oder was man will / zusammen gebogen/und in Sasst eingedrucket/ mit gestossenem Aucker be-streuet/und also zum Candiren eingelegt/ wie bey denBlumen gemeldet. M. Die Wuryeln müssen ».an-ciiret werden/als wie die Citronen- und Pomerantzen-Schalen.

12. Daß die Candilata nichtmösigtwerde/ ver-fähret man/ wie folgen wird; Dann / wann die Can-dilata mösichr wird / ist nichts anders die Ursach/als daß der Zucker zu hart gesotten/so schießet er nichtschön hell an / sondern leget sich dunckel und weiß-licht an / das heist mösichr. Also muß man Acht ha-ben/ daß der Zucker/ehe gelinder/als zu harte gesot-ten werde/auch muß man den Safft von dem Can-dirten wohl ablausten lassen/wann sonst so viel Safftdaran bleibet/ so wird er auch weiß uno dunckel/soman es lasset trocken werden / so ist ihr also zu helf-fen: Man nimmt die Candilata/ leget sie wieder ein/daß das Mösichte über sich liegt / giesset einen siedig-heissen Zucker darüber / etwas linder/als zum can-cliren/doch/ daß er sich nicht ziehet/ alsdann wiederabgegossen / das Candirte in ein Sieb geleget/ in derwarmen Stuben abgetrocknet; Dann kan man eswieder einlegen/ und den Zucker/wie zum csnciiren/

abgesotten/daraufgiessen/ und ^.Stunden stehenlassen/wie bereits gemel-det.