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De6 Adelichen Land und Feld-Lebens
XVI.
Was ein Haus-Vatter thun solle / daß seine Gesundheit / mit
GOtteö Beyhülffe / lange in gutem Wohlstände bleibe. Item / wie mansich wider die Gesetze der Gesundheit/ in Erquickung deö Leibes/
übel verhalte/zc.
Aß des Menschen Gesundheit lange Zeitin gutem Wohlstand bleibe / sollen diedrey Selbst-Wesen desselben wohl beob,achtet und verpfleget werden ; Selbige nun sind eingeistiges/ fleischigtes und fettes oder dichtes. Wannnun deren ein jedes/ durch seines gleichen angenehmeVerpflegung auf das fleißigste erhalten wird/ so kander Mensch/naturlicher Weise/ sein Leben sehr hochbringen: So aber die Krafft/aus Mangel der Gei-ster/ beginnet abzunehmen / so muß die Erfrisch- undErquickung / durch die Wiederholung und Durch-gehung des Athems / wie auch durch denjenigenH)unst/ der von dem Gebiüte zurück gebracht wird/erstattet werden. Damit aber ein nutzlicher Dunstoder Dampff zurück geschicket werde / so muß dieErfrisch- und Erquickung / durch eine geistige Nah-rung/ geschehen/die nemlich dünn/lüfftig und feuchtseyn: Dergleichen sind die flüßige erquickende Mit-tel/ der Wein nemlich / und starckende Brühe oderSuppen mitZimmet-Wasser und dergleichsn. Wannsich ein Mangel ereignet an der fleischigten Substantz/so muß man durch eine solche Nahrung derselben zuHülffe kommen/ welche weder zu dicht/ noch zu feuchtist / nachher Art und Weise des Affects/ und nach-dem die Kranckheit mehr oder weniger treibet. Wanndie Krafft in der dichten Subst.mtz abnimmt/ ais inden Schwmdsüchtigen/so muß man ein dichtesttriment anwenden und gebrauchen/ als zum Exem-pel/ das Fleisch von einem Capaun/ Kalb/ Krebs/item/Morsellen von Pistacien-Nüßlein/Mandeln unddergleichen.
2. Es pflegen sich aber die Menschen insgemeinwider die Gesetze der Gesundheit / in Ecquickung des?eibes/übel zu verhalten/durch die Menge und Viel-heit der Speisen / und unterschiedliche Niessung der-elben. Was die Menge der Speisen betrifft/ ver-hält sich derjenige nicht recht / welcher mehr Nah-rung zu sich nimmt / als der Hunger erfordert/unddie Gesundheit erleiden kan. Dannenhero wird derMagen beschweret/ die Wärme ermüdet und unter-gedrucket. Höchstschädlich aber pfleget es zu ftyn/wann die Speise dem Leibe zugeschicket wird/ da dievorhergenommene noch nicht verdauet worden. Tho-mas Morus/der vortreffliche Englische Raths-Her:/hat sich in dieser Sache gar weißlich und maßig ver-halten. Dann/ er asse (wieStzpicmnus in seinemLeben / cap. 6. berichtet) über einer Mahlzeit nichtmehr/als nur von einem einigen Gericht/und zwarvon Rind-Fleisch; Weil aber sein Tisch/nach seinemStand und Amt / mit vielen Speisen übersetzet wä-re / so hielte er sich nur einig und allein zu derjeni-
gen / wovon er zu erst gekostet hatte. Da er nochjung wäre/hatte er sich lange Zeit des Weins ent-halten/ in seinem Alter aber solchen nicht anders/! alF mit Wasser vermischet / getruncken. Was dieArt und Weiß der Niessung der Speisen betrifft/verhalten wir uns nicht recht / wann wir dieselbennicht recht käuen / und mit den Zähnen zermalmen/sondern die Bissen nacheinander begierig verschlingenund hinein werffen/ ja/ uns/so zu reden / siarck an-schoppen/ und alle Speisen rips raps hinein fressen.Da wäre nun die Speise nicht zu viel/ und nicht schäd-lich / wo sie nur mit Massen genossen würde / weilaber/olcheMaaß ermangelt/so ist nicht allein dieSpei-se zu überflüßig / sondern auch allezeit schädlich. Käy-ser ämulimu!. ?,U5 hat/nach ^apiroiim Zeugniß/übereiner Abend-Mahlzeit zu begierig den ausgesetzten Käßgegessen / den er die erfolgende Nachr wieder erbro-chen/des andern Tages aber ein Fieber überkomcn/undam dritten Tage seinen Geist aufgegeben. Es istwarhasslig höchstschädlich/ die Speisen dem Magenalso geschwind zu schicken; Dakero entspringen dieFäulungen/ ein verderbtes Geblüt / schlimme Feuch-tigkeiten/ Engbrüstigkeiten/schweres Ächem,Holen/und unzehlich viele Kranckheiten und Leibes Gebre-chen : Folge dannenhero dem Rath / den dir Sy-räch gibt / csp 37. Sey nicht zu begierig bey allenkö lichen Mahlzeiten/ und fahre nichr aus über alleSpeise: Dann / wann man zu viel Speise nimmt/daraus entstehet Schwachheit/ und die unersättlicheBegierde zum Essen wird biß zum Grimmen im Leibhernach kommen. Vom Fraß sind viel Leute gestor-ben/ wer aber maßig lebet / der wird sein Leben ver-langern. Ich werde nicht irren / (spricht Ocrppe->,us m seinem Büchlein vom Fasten / das er Aloebetitult) wann ich sage/ daß alle Wochen/ ja/alleTage viel tausend Menschen sterben / welche »hr Le-ben auf viele Jahre verlängert hätten / wo sie nichtso begierig und eilfertig gegessen/ja/wo sie sich nichtso sehr anpeschoppet / und mit Speisen biß oben an-!gefullet hätten. Diejenige / so etliche Jahre nach- ^1 einander im Fraß leben / und begierig die Speisen !verschlucken/ pflegen gemeiniglich vor der Zeit zu ster-ben. Ja / so jemand sich über einer Mittag- oderAbend - Mahlzeit zu sehr anschoppet / und wie einHund frisser / so kan er gar leichtlich eine ungemeineKranckheit überkommen / welche der Tod an, bestencuriret / wo man nicht durch eine gute Diät undMäßigkeit/ bey Zeiten vorbauet. Nimm derohalben/0! lieber Mensch/ desKäysers äusutii tjvml-oium,oder Denck-Spruch/ in Erfrischung deines Leibes/wolin Acht/der also Heisset: ?-Nina i-nie.-Eile mit Weile.
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