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Muni)/ Hinterleib und der Blasen / von sich gegeben/und seye die gestrige Speise gantz und gar verkochet;Weil sonst der Leib mit groben Feuchtigkeiten und vie-lem Unrath wird angefüllet werden. An dem Aus-werfen und dem Urin kan man erkennen / daß dieSpeise verkochet seye; Dann/wann selbige weißlichrsind/ so zeigen sie an/daß man sich der Bewegung ent-halten solle; wann sie aber etw5s gelblich erscheinen/ soist daraus abzunehmen/ daß die Zeit vorhanden sey/ ei-ne und andere Übung vor die Hand zunehmen.
20. Wann der Magen allzu leer/ und heißhunge-rig ist/ so solle man keine Übung vornehmen; dann sonstwird die eingeschlnckte/ und vom Magen noch nichtverkochte Speise / von den sehr hungerigen Glied-massen gar begierig genossen; Woraus alsdann vielegrobe Verstopfungen zu entstehen pflegen.
21. Man solle nicht alsobald nach der ÜbungMahlzeit halten/ sondern noch ein wenig verziehen/biß die Bewegung des Leibes sich gesetzet zu haben/ver-spühret wird.
22. Zur Frühlings-Zeit / solle man eine Mittags-Stunde zur Leibes- Übung erwählen/ wann die Lufft-Beschaffenheit gemäßigter sich ereignerJm Sommeraber solle man eine Frühe-Stunde darzu anwenden /damit die Tages-Hitze /so viel möglich/verhütet wer-de. Im Herbst und Winter ist die Adend-Stund diebequemste: Dann/weil alsdann der Tag ziemlich kurtzist/so kan die zu früh genommene Speise nicht eher/als Abends / verdauet werden ; Worzu die Übungtrefflich behülfflich seyn wird.
i 2?. In der Leibes-Ubung soll man diejenige Zeit-Beschaffenheit vor allen Dingen fliehen und meyden/wann starcke und höchstschadliche Winde wehen/alsda sind die Sud-und Nord-Winde.
24. Ja/ einer jeden Leibes-Ubung sey eingedenckder güldenen Massigkeit; Dann / eine allzu unmäffigeÜbung ist allezeit und allen Leuten schädlich : DennKindern/ weil sie solche cun Wachsen verhindert / unddie Mieder schwächet. Den Erwachsenen/ indeme siebey demselbigen allerhand Unordnungen erzeiget/undungleiche I'-Mperamsnlm verursachet. Den Alten' aber/indeme die Übung ihnen eine sehr grosse Müdig-^ keit und trockncs Wesen zu wegen bringet. Die Zei-! chen aber einer unmässigen Übung sind / wann der gan-tzeLeib sehr warmund trocken erscheinet; Wann dieArbeit gezwungen und nichr freywillig von statten ge-het ; Wann nach dem Schweiß eine bleiche Farbeerfolget; Wann man endlich eine ungewöhnliche undsehr gefährliche Müdigkeit verspühret.
Ferner wird gefraget/was die Ursach sey/ daß dasallzuviele Schlaffen der Gesundheit vor höchstschäd-lich gehalten werde? Und wird darauf geantwortetWeil nach deine durch die rechtmäßige Schlaffens-Zeit/ welche in sieben Stunden bestehet/( dann dieNeclici wollen solche nicht länger hinausziehen/) dievon der Nahrung herkommende gute schlaff- brin-gende Dämpffe verzehret worden / darauf nothwen-dig erfolgen muß/daß/wann der Mensch sich demSchlaffen noch länger ergeben wollte / alsdann einegrosse Menge unreiner und Unrath-reicher Dämpffe
-undFeld^Lebenö
im Hirn sich sammlen / und die Sinnen - Geister ge-schwächet werden. Wann aber solche Werck-Zeugeder Sinnen verletzet sind/so werden auch die Sinnenselbst/ insonderheit das Gedächtnüß/gewaltig geschwä-cbet : Ja/es werden auch endlich unterschiedlicheKranckheiten/sowol im Hirn/als in den Nerven undandern Gliedern des Leibes erzeuget.
Hier wird weiter gefraget / ob derjenige Schlaff/der an den Monds-Srraklen genossen wird/schädlichsey ? Die Antwort ist: Es ist nicht nützlich/ an einemOrt/wobin die Monds-Strablen sich erstrecken/derNacht-Ruhe pflegen / weil dardurch das HauptSchaden nimmt; Dann der Mond befeuchtet dasHirn/ und ziehet die Feuchtigkeit aus dem gantzenLeibe an sich. Zu einem ruhigen und sanff-ten Schlaff aber wird ein guter Dampff erfordert/welcher aus einer wol verkochten Nahrung zu entste-hen pfleget.
Die Antwort auf die Frage / ob es nützlich seymit hinter sich gebogenem Leibe/und aufdem Ruckenliegend/zu schlaffen? Ist diese : Daß solche Weisezu liegen / im Schlaffe dem Leib höchstschadlich seye/weil dardurch das Hirn verstopffet wird / und dasHintertheil des Haupts sich gar übel davon befindet/auch der Alp sich ereignet. Es ist aber der Alp keinGespenst (wie der gemeineMann davor hält/)sondernnur Einbildunge/welche entspringen aus derVerstops-fung des Hinterrheils des Hirns ; Dann / so jemandauf dem Rücken lieget / so geschiehts / daß der Ruck-grad/ und was sich darunter befindet/ das Hertz naherberühret/zimlich presset und drücket / insonderheit/wo unterschiedliche schädliche Dämpffe sich um dasHertz ereignen. Durch diese Zusammenzwingungwird die Bewegung des Hertzens in etwas verbin-dert Durch die verhinderte Bewegung sammlen sichviel Dünste um das Hertz/ welche in das Hirn stei-gen'/ und daselbst verwunderliche und phantastischeEinbildungen erzeugen.
Die Ursache/ warum die Aertzte rathen / daß manim Schlaffsich aufdie rechte Seiten legen solle / istdieft/ weil der Mensch also sänffter und lieblicher ein-schlummert/ und zwar aus folgenden dreyfachen Um-ständen : 1. Weil bey wenigers gezwängten und ge-pressrem Hertzen desselben Bewegung kurtiger undfreyer geschiehet. 2. Weil die rechte Seite / welcheein Urheberin der Bewegung ist/ und durch die denTag-über verrichtete Arbeit ermüdet wird/ alsdann >ruhet, z. Weil/indem der Magen-Mund zur lin- ^cken Seiten sich neiget/selbiger nothwendig muß ge-!presser und beschwehret werden/ daß dannenhero un- ?terschiedliche Dämpffein das Haupt steigen/so jemandauf der lincken Seiten liegt.
Auf die Frage: Warum der Mensch öffters nies-le als andere Thiere / und ob das vieleNiessen gesabr- ^lich sey ? Ist die Antwort: Das Niesen ist nichtsanders/als eine Bewegung des Hirns / welche durchnaturliche KrA die unnützliche Feuchtigkeit austrei-bet ; Solche Bewegung entspringet von der natürli-chen Warme des Hirns/welches die schädliche Ma-terie ausgiejset/ und die austreibendeKrafft darzu heff-
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