Dritten Theils Anderes Buch.
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Übung obliegende Leiber / die wie ein Schwamm alles
an sich ziehen / leichtlich könnten geschwächet werden.
Dergleichen Orr sind insgemein diejenige / welche na,
, ./ he bey den Pfützen/ Seen/ Holen/ und heimlichen Ge-
6. Welch-Leiber MW ! mächem gelegmsind. Sollm derohalben alleUbumie sollen durchaus keine Übung yaben^ ^ueiu)eav^ ^ ---
/. Kalte Leiber müssen eine starcke Übung haben /wie auch die mit feuchter Lompi,xion begäbet sind/Haun beyde haben viel Unrath be^) sich
die sollen durchaus ..
warmund feucht sind/ sollen eme gemassgte/und nichtallzu starcke/ noch hurtige Übung haben.
7. Kalte und trockne Leiber brauchen / wegen ih-rer Kalte/ einiger Ubungen/wegen ihrer Trockne aber/sollen solche Übungen weder zu geschwind / noch zustarck/sondern vielmehr gemäßigt und langsam ge-schehen.
8. Kalten und feuchten Leibern dienen starcke undbehende Übungen trefflich wol / als welche die überflüs-sige Feuchtigkeit hinweg nehmen / und die natürlicheWarme erwecken und vermehren.
9. Diejenige/ so von einer Hranckheit aufstehen/sollen unter andern zu völliger Exlangung der vorigenGesundheit dienenden Mitteln / insonderheit sich einund anderer Leibes-Übung bedienen ; Dann durchselbige werden die Glieder bevestiget/mid die übrigenFeuchtigkeiten verzehret/ die natürliche Warme er-wecket / und endlich die gantze Leibes- Beschaffenheitwieber zu recht gebracht. Doch muß man sich sehr wolfürsehen/daß die Bewegungen Anfangs gelind/ lang-sam und allmählich geschehen : Wann aber hernachdieKrafften zunehmen / so können auch die Leibes-Ubungen vermehret werden.
i O. Die Leibes-Ubungen bringen allen Leuten sehrgrossen Nutzen / w'il iyr Alter/ wegen Mangel derWärme/ sehr viel Unrarh sammlet. Doch muß manhier aufdieKräfften sehen: Dann wann selbige beyden Allen schwach sind/ so müssen auch lindere und ge-mäßigtere Übungen vor die Hand genommen werden.Es haben/über das/die alten Leiber unterschiedliche Ge-brechen und Schwachheiten an sich/ welche etlicheÜbungen gäntzlich ausschlagen/als da sind zum Exem-pel/ der Schwindel/ die fallende Sucht/hefftigesAu-gen-Wet) / Schwachheit des Gehörs / welche insge-samt solche Übungen / die demHaubt schädlich sind/verwerffen.
11. Der jenige Ort / wo man die Leibes-Übungenwill vornehmen/ soll von gesundesten Winden durch-wehet werden/ uyd vor den schlimmen und ungesun-den verdecket seyn; Dannenhero pfleget man diejeni-gen Ort / welche gegen Mitternacht und gegen Auf-gang liegen/denen änderst gelegenen Orten weit vor-zuziehen.
12. Der Ort / wo die Übung geschehen solle/sollfrey/unbedecket/ und nicht überschattet seyn / dann jefreyer die Lufft durchstreichen kan / und nirgend ange-halten wird/ je frischer und lebhaffter werden die Lei-ber der jenigen seyn/ die ihre Übung daselbst haben/undzwar weit besser/als wann sie ihre Übung in einem ver-schlossenen und dampfichtenOrt verrichten.
i z. Man muß sich wol vorsehen / daß von den be-nachbarten Orten / an demjenigen Ort/wo man derLeibes-Ubung oblieget/ keine böse keuche sich begebe / jwelche die Lufft anstecken möge / wordurch die der
gen desLeibes in gesunden und mir reiner Luffr begab-ten Orten vorgenommen werden/wie üb. z.c. ^17. garfeinbemercket. !
14. Wann die Leibes-Übung an einem Ort / wo >die Sonne starck hmscheinet/geschehen muß /'so solle ^man sich ja sieijsig hüten/daß man daselbst sich nicht nie-der fetze/ noch der Ruhe pfiege/dann ^riltotciez füh-ret diefe Worte in seinen ?lvbicmatibus: Welchesich in der Sonnen üben / die werden mehr von derSonnen gestochen/als wann sie sich bewegen; Dann/wann sie in der Bewegung sind/so treiben sie die Luffthin und her/ und werden von dem Wind gleichsamdurchlüfftet: Wann sie aber sitzen / so empfinden sieeine stärckereKraffr der Sonnen-Hitze/weil die Lufftunbeweglich verbleibet.
is. Welche Leiber zu einem bösen Temperamentgeneigt sind / denen solle zur Übung ein demselbenI'empei-amcnt gantz widriger Ort und Zeit zugeeig-net werden. Also können sich kalte Leiber zur warmenZeit/nemlich im Sommer / der Übung besieissigen/im Gegentheil/können die warmen Leiber zur kaltenZeit / nemlich im Winter / die feuchten zur trocknen/und die trocknen zur feuchten Zeit / ihre Übung an-stellen.
16. Gemäßigte Leiber verlangen zur Übung einetcwperirts Zeit/nemlich den Frühling.
17. Die Leibes-Ubung solle zur Frühlings - Win-ters-und kalter Zeit starcker seyn/ als im Sommer/Herbst/ und zur warmen Zeit; Dann die Warme in;Sommer ist in den Menschlichen Leibern schwächer/als im Winter; Dannenhero wird zur Sommerö-Zeit in Menschlichen Leibern viel Unrath gesammlet/welcher hernach im folgenden Winter / durch die vor,genommene Übung/muß ausgetriebe» werden.
18. Die Übung solle von allen gesunden Leuten zufrühe/ vor der Mahlzeit/vorgenommen werden;dann/wann das geschiehet / so ist ein doppeller/ trefflicherNutz davon zu hoffen; Der erste ist / daß dardurchdie eMgepsiantzte Warme erwecket/vermehret/und zubevorstehender Verdauung gar schicklich zu bereitetwird : Der andereist/ daß er den nützlichen Safftin dem gantzen Leib/ wohin er von der Narurverordnet ist / auffs beste austheilet / und dem Un-rath einen leichtern Durchgang verschaffet. ImGegentheil / so jemand nach der Mahlzeit die Übungvornimmt / so werden nicht allein der Beschaffenheitdes gantzen Leibes unzehliche Unverdäulichkeiren ver-ursachet/ sondern es wird auch die allgemeine Verko-chung der Nahrungs-Säffte verhindert. Doch ver-werten kluge und verstandige Leute die Bewegungennach der Mahlzeit nicht so gar/ weil selbige den Ma-gen gar dienlich ist/insonderheit/ wann man sich baldschlaffen legen will.
' 19. Niemand soll einige Übung vornehmen / erhabe dann zuvor den Unrath aus der Nasen / dem
O?
Mund