Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
109
Einzelbild herunterladen
 

Dritten Theils Anderes Buch.

1O9

Übung obliegende Leiber / die wie ein Schwamm alles

an sich ziehen / leichtlich könnten geschwächet werden.

Dergleichen Orr sind insgemein diejenige / welche na,

, ./ he bey den Pfützen/ Seen/ Holen/ und heimlichen Ge-

6. Welch-Leiber MW ! mächem gelegmsind. Sollm derohalben alleUbumie sollen durchaus keine Übung yaben^ ^ueiu)eav^ ^ ---

/. Kalte Leiber müssen eine starcke Übung haben /wie auch die mit feuchter Lompi,xion begäbet sind/Haun beyde haben viel Unrath be^) sich

die sollen durchaus ..

warmund feucht sind/ sollen eme gemassgte/und nichtallzu starcke/ noch hurtige Übung haben.

7. Kalte und trockne Leiber brauchen / wegen ih-rer Kalte/ einiger Ubungen/wegen ihrer Trockne aber/sollen solche Übungen weder zu geschwind / noch zustarck/sondern vielmehr gemäßigt und langsam ge-schehen.

8. Kalten und feuchten Leibern dienen starcke undbehende Übungen trefflich wol / als welche die überflüs-sige Feuchtigkeit hinweg nehmen / und die natürlicheWarme erwecken und vermehren.

9. Diejenige/ so von einer Hranckheit aufstehen/sollen unter andern zu völliger Exlangung der vorigenGesundheit dienenden Mitteln / insonderheit sich einund anderer Leibes-Übung bedienen ; Dann durchselbige werden die Glieder bevestiget/mid die übrigenFeuchtigkeiten verzehret/ die natürliche Warme er-wecket / und endlich die gantze Leibes- Beschaffenheitwieber zu recht gebracht. Doch muß man sich sehr wolfürsehen/daß die Bewegungen Anfangs gelind/ lang-sam und allmählich geschehen : Wann aber hernachdieKrafften zunehmen / so können auch die Leibes-Ubungen vermehret werden.

i O. Die Leibes-Ubungen bringen allen Leuten sehrgrossen Nutzen / w'il iyr Alter/ wegen Mangel derWärme/ sehr viel Unrarh sammlet. Doch muß manhier aufdieKräfften sehen: Dann wann selbige beyden Allen schwach sind/ so müssen auch lindere und ge-mäßigtere Übungen vor die Hand genommen werden.Es haben/über das/die alten Leiber unterschiedliche Ge-brechen und Schwachheiten an sich/ welche etlicheÜbungen gäntzlich ausschlagen/als da sind zum Exem-pel/ der Schwindel/ die fallende Sucht/hefftigesAu-gen-Wet) / Schwachheit des Gehörs / welche insge-samt solche Übungen / die demHaubt schädlich sind/verwerffen.

11. Der jenige Ort / wo man die Leibes-Übungenwill vornehmen/ soll von gesundesten Winden durch-wehet werden/ uyd vor den schlimmen und ungesun-den verdecket seyn; Dannenhero pfleget man diejeni-gen Ort / welche gegen Mitternacht und gegen Auf-gang liegen/denen änderst gelegenen Orten weit vor-zuziehen.

12. Der Ort / wo die Übung geschehen solle/sollfrey/unbedecket/ und nicht überschattet seyn / dann jefreyer die Lufft durchstreichen kan / und nirgend ange-halten wird/ je frischer und lebhaffter werden die Lei-ber der jenigen seyn/ die ihre Übung daselbst haben/undzwar weit besser/als wann sie ihre Übung in einem ver-schlossenen und dampfichtenOrt verrichten.

i z. Man muß sich wol vorsehen / daß von den be-nachbarten Orten / an demjenigen Ort/wo man derLeibes-Ubung oblieget/ keine böse keuche sich begebe / jwelche die Lufft anstecken möge / wordurch die der

gen desLeibes in gesunden und mir reiner Luffr begab-ten Orten vorgenommen werden/wie üb. z.c. ^17. garfeinbemercket. !

14. Wann die Leibes-Übung an einem Ort / wo >die Sonne starck hmscheinet/geschehen muß /'so solle ^man sich ja sieijsig hüten/daß man daselbst sich nicht nie-der fetze/ noch der Ruhe pfiege/dann ^riltotciez füh-ret diefe Worte in seinen ?lvbicmatibus: Welchesich in der Sonnen üben / die werden mehr von derSonnen gestochen/als wann sie sich bewegen; Dann/wann sie in der Bewegung sind/so treiben sie die Luffthin und her/ und werden von dem Wind gleichsamdurchlüfftet: Wann sie aber sitzen / so empfinden sieeine stärckereKraffr der Sonnen-Hitze/weil die Lufftunbeweglich verbleibet.

is. Welche Leiber zu einem bösen Temperamentgeneigt sind / denen solle zur Übung ein demselbenI'empei-amcnt gantz widriger Ort und Zeit zugeeig-net werden. Also können sich kalte Leiber zur warmenZeit/nemlich im Sommer / der Übung besieissigen/im Gegentheil/können die warmen Leiber zur kaltenZeit / nemlich im Winter / die feuchten zur trocknen/und die trocknen zur feuchten Zeit / ihre Übung an-stellen.

16. Gemäßigte Leiber verlangen zur Übung einetcwperirts Zeit/nemlich den Frühling.

17. Die Leibes-Ubung solle zur Frühlings - Win-ters-und kalter Zeit starcker seyn/ als im Sommer/Herbst/ und zur warmen Zeit; Dann die Warme in;Sommer ist in den Menschlichen Leibern schwächer/als im Winter; Dannenhero wird zur Sommerö-Zeit in Menschlichen Leibern viel Unrath gesammlet/welcher hernach im folgenden Winter / durch die vor,genommene Übung/muß ausgetriebe» werden.

18. Die Übung solle von allen gesunden Leuten zufrühe/ vor der Mahlzeit/vorgenommen werden;dann/wann das geschiehet / so ist ein doppeller/ trefflicherNutz davon zu hoffen; Der erste ist / daß dardurchdie eMgepsiantzte Warme erwecket/vermehret/und zubevorstehender Verdauung gar schicklich zu bereitetwird : Der andereist/ daß er den nützlichen Safftin dem gantzen Leib/ wohin er von der Narurverordnet ist / auffs beste austheilet / und dem Un-rath einen leichtern Durchgang verschaffet. ImGegentheil / so jemand nach der Mahlzeit die Übungvornimmt / so werden nicht allein der Beschaffenheitdes gantzen Leibes unzehliche Unverdäulichkeiren ver-ursachet/ sondern es wird auch die allgemeine Verko-chung der Nahrungs-Säffte verhindert. Doch ver-werten kluge und verstandige Leute die Bewegungennach der Mahlzeit nicht so gar/ weil selbige den Ma-gen gar dienlich ist/insonderheit/ wann man sich baldschlaffen legen will.

' 19. Niemand soll einige Übung vornehmen / erhabe dann zuvor den Unrath aus der Nasen / dem

O?

Mund