Dritten Theils Erstes Buch»
wie mans verladet/kan gebracht werden ; Wanndas nicht geschiehet/und man das Eisen osst muß wie-der ins Feuer einstossen / jo geht gar viel davon un-nützlich alv sonderlich/wo man Blech/oder Platten/vor sich hat/ oder wann man Ketten machet / da mandann die Glaich und Ring/niemalen vesi wl. dschweis-sen und zusammen bringen/ wann nicht das Eisen wohlerhitzet ist.
Gleich wie auch in der gantzen Welt / in allen Ertz-und Metall -Gruben/die Metalle unterschiedlich seyn/und immer eines besser als das andere; even so gehetsauch bey den Eisen/ welches aus ungleicher Erden undGruben/auch gar ungleich gegraben wird / immer ei-nes besser/oder schlimmer und schlechter/ als das an-dere ist;Dannmhero ist es auch in ungleichemWerth/wie Schmied/Schloffer/ Platner/ ^>chwerdfeger/Si-chel-Schmiede/ Messermacher / und dergleichen Leute/aus täglicher Erfahrung wol wissen.
Vey uns wird/insonderheit zwe^erley Etstn/ ver-arbeitet/ und zur Haushaltung nutzlich gebrauchet.Das ein« ist w ick und zäh / last sich wol strecken/schmieden/und seilen.
Das andere aber ist hart/grob/ voller Erden/Genossin und Schlacken / läst sich übel verarbei-ten und schmieden; und ist ein grosser Abgang dabey/weilen es von einer unreinen Materie und Zeug;springtehender entzwey/als daß es sich biegen/ oder zu Blechund Platten schlagen/und verarbeiten last / wann esauch einmal gesprungen/ last es sich übel / und gar un-gern wieder schweißen.
Das erste/ nemlich das «eich und zähe Elftn/ lastsich zu allerhand Sachen / und gar zart und subtil ar-beiten ; man kan es krümmen/ biegen/ drehen/ ründen/wie es nur immermehr der Schmied haben will / undverlanget.
Wegen dieser Weiche und Zähe nun / ist dieses Ei-sen zu etlichen Feldbau-Zeug untauchlicher/ als dasandere/nemlich zu Pfiug-Schaaren und Pflug-Se-gen/ davon der harte und jieinerne Boden in den Ae-ckern sich nicht zwingen last/ sondern seynd vielmehrgleich verderbet und abgenutzet. Hergegen das an-dere oder harte Eisen zwingt und bricht allen Bodenund Grund/ er sey/ wie er immer wolle.
Das zähe «Luc«» aber / dienet besser zu allerhandNageln/ Huf-Eisen/ Rad-Schienen / Ketten/Blech/Platten/ und dergleichen/wie auch zu Ringen/Segen/Schlössern / und was sonsten von dem Platner/Schlosser/Schwerdseger/und Klein-Schmied gema-
7?
chet wird/ und gefeylet oderpoiiretund geglättet wer-! den soll. Die Ursach ist/ weil dieses Eisen aus reinem! Zeug/der gedigen und mcht luck ist/das andere her-gegen von unreinen voller Schlacken und Schro-sen.
Aus besagtennun / ist zu schliesset^: Erstlich / daßman wol zu zusehen have/ daß der Schmied das guteEisen/ so die Herschafft in .die Schmiede schasset/nichtmit groben und untauglichen verwechsle und ver-rausche. Vors^ndtre / damit der eigennützige undgewinnsüchtige Schmied/diejenigen Stück und Sa-chen/ so ein gutes und zähes Eisen erfordern/nichtaus dem Groben und Sprißigen schmiede nnd mache.Drittens ist in Acht zu nehmen/daß das Eism Mckgehartet werde/ wann es noch heiß und glüend / indem Lösch-Trog/geschwind abgelöschet wird; dann/wann es wol heiß und glüend ist/ so seyn die Luffl-Lö-cher offen/ und so es dann ins Wasser geflossen wird/so dringet die subtile Materie/so indem Wasser ist/insolch-offne ZuffMchlein/treibet das andere Elementaus/ und zwinget die Lufft-Löchlein wieder hart-usain-men; dann die Härte entstehet daher/weiien die Stück-lein sich genauer zusammen thun / und desto vester zu-sammen halten.
Es gibt aber mancherleyWeise undArt/dieSchm,k-den zu verleyhen/und auszuthun/ ingleichem/mit demSchmied/ wegen seiner Arbeit/ zu dingen/ so er aufdenHöfen zu machen hat.
Etliche dingen mit ihnen überhaupt/und geben jahr-lich ein Gewisses/nach der Zahl der Pflüge/Huf-Ei-sen/ Wagen/ Karren/ und dergleichen / so auf den Hö-fen sich findet. Andere/ ob sie schon ^lück/ vor Stuck/zahlen/ so ist doch / Henschaffts-wegen/ ein Gewissesmit dem Schmied gemachet; was vor jegliches zu be-zahlen. Dieser Verding/ wird doppelt abgeschrieben/in das Register eingetragen/ und mir derHandschrifft/oder Unterzeichnung/ bekräfftiget. Eben dieses soll auch
mit allen Werckstatt- Vorgesetzten/Geschehen. Wo-bey auch in ein richtiges Verzeichnüß und lnv-ma.rmm, soll gebracht werden/ was vor Geschirr undWerck-Zeug/bey jeglicher Werckstatt/gelieffert/undüberlassen worden / damit alles / bey dem Abzug/wie-der erstattet/oder/so etwas verlohren und zu Schan-den gegangen/ ersetzet werde. Eben auf diesem Brief/soll auch eine kurtze vorgehende instruction, oder AmWeisung/ gesetzet werden / wie sich jeglicher Mei-ster und Handwercker zu verhaltenhabe.
( ik )
< 5 W
m. Ahoi.
K
Inhalt