6
Des Aoelichen Land-und Feld-Lebenö
0tt. 8uci-VVsli.
I^oi-cj-XVeK, und OK-dlvräOK.
Die Oli-Winde sind mirtelmässig trocken /Md alsoder Gesundheit anständig / werden insgemein demFrühling zugeeignet/ob wol sie auch im Winter wehen/und die Kälte gewaltig vermehren. Die/ sonst demHerbst zugetheilte/ West-Winde/ sind feucht / und also-dem Feld-Bau nützlich / doch erquicken sie im Sommerauch den gantzen Erdboden; sie erfrischen die jungenWantzcn / ergötzen uns/durch hervorgetriebene Blu-men / verncuern gleichsam alles / und ermuntern dasgantze Menschliche Gemühte.
Mit angehendem Winter beginnen auch die Windescharfer zu werden/ so/daß sie Meer und Erden erschro-cken / auch Kalte und flügge Kranckheiten mitbringen.
Die Winde zwischen Westen und Norden erweisenihre grösie Macht nach dem Herbst/und im Martzen;sie entstelln urplötzlich/schaden der Saat/und verur-sachen (wie l.cii,nius erweiset )sowol/als der zur Unzeitgefallene Regen/ daß das Feld/ zur Vertilgung der gu-ten Früchte/ eine Menge Nesseln / Disteln/Dornen/Kletten/und andre solche schädliche und unnütze Ge-wächse/ausbrütet / wordurch die Saat (wann sienicht bey Zeiten ausgejätet werden ) ersticket wird.
Die von Mitternacht zu uns Hersturmende Nord-Winde sind scharff und trocken / sie gehen über vielSchnee-Gebürge zu uns her / verzehren die Feuchtig-keit/zierenden Leib/ erlängern das Leben / trösten al-
les/und er lautern Wasser und Lufft / weil sie gemei-niglich sauber/ und nur zu weilen / als nemlich im Win-ter rauh sind. Die von Mittage / über viel Meer undWasser ignner zufahrende Sud-Winde sind unstat/warm/ mehren die Feuchtigkeit / gebühren Flüsse / Hu-sten/^chmippen/Ungeziesser/ und Würmer; sie ver-ursachen/daß das Vieh hinscharffet/ Laub und Blat-ter verfaulten/ die Wasser auf-trüben / der Gestanckvermeyret/ die Wände benetzet / Haußraht und allerZeug rostig wird. Der Sud-West / bringt Donnerund Hagel / und ist dem Vieh sehr wol bekandt/ wel-ches/ob seinem Brausen die Flucht nimmt / so weit esimmer kan/ und dieser Nord-und Sud-Wind/wirdsammt den ihnen beederseirs verwandten Winden inTeutschland am meisten wahrgenommen / weil sie inKur pa diegrösten Veränderungen würcken/und kei-ne andere unaufhörlich durch das gantze Jahr wehen/als eben diese/ die miteinander abwechseln; dahingegendie übrige Ost-und West-Winde sich viel eher wiederlegen. Im übrigen sind des Windes ohnsehlbareZeichen / wann die Gipjsel der Berge schön sind/ wannbey einem anziehenden Ungewitter eine gantze Reiheweiß-geflammter Wolcken / vor der schwartzen herlauf-fen/ wann die Wäider vor sich selbst ein starckes Brau-sen von sich hören lassen / und sich bey niedergehenderSonne/nur gegen Morgen / einige rothe Flecken imGewölcke sehen lassen.
Achdem bereits gcsaget worden / daß auf einem^.erhabenen/nächst anBerge angrankenden/Ort^das Wohn-Haus/zur Geniessung der gesun-den Lufft/ am bequemsten gelegen seye; so wollen wirkürtzlich an die Hand geben / wie fruchtbarer und un-fruchtbarer Erdboden von einander zu erkennen; Wirwollen auch die Fruchtbarkeit / sonderlich nach der Ge-legenheit des Orts / und was vor Winde/ oder zu wasvorZeit des Tages dieSonnen-Strahlen anfallen kön-nen/sich meistens richtet; Dann an Heissesten Ortenwachsen die besten Weine/Obst und andere Früchte/diesich lang halten ; dahingegen an kalten Orten solcherAbgang / denen Einwohnern/ durch die schönen Brun-nen-Quellen/kühlen/undgesundenVieh-Trifften/auchWaidwercks Einträgigkeit reichlich ersetzet wird;wie wir dann weiters vielmals in Acht genommen/ daß/wo die Erde oberhalb zur Hervorbringung einigerFrüchte und Getraidigt gantz untüchtig gewesen / siehingegen in der Tieffe ihrer Schooß/Stein / Ertze/Metall und andere Schätze getragen/ die den obigenMangel verschmertzenMolffen.
Das erste Zeichen aber / einer guten fruchtbaren Er-den ist/wann dieselbe schwartz ausstehet / und sich zwi-schen denFingern zerreiben lasset/die man leicht/süß undfett/ im Antasten und Versuchen / befindet/ dergleichenman in schönen Getraid-Böden / in unserm Unter-und
Lä?. IV.
Bon des Land-Guts votthcilMn Lager/undwie eigentlich der
Unterscheid des Erdreichs zu erkennen sey.
Ober-Oesterreich / auch Francken/ Schwaben/ undmehrern Orten des Heil. Röm. Reichs so wol und sohauffig antrifft/ als in Franckreich / wo sie jener 4uw>'allein in der i<äunc und 8-mne, und in der Gegendänjuu hat suchen wollen; deme ichs hier widerspreche/dabey aber gestehe / daß Provence und em Theil desl.gn^ueclc>kischenLandes / bey der Gegend in Hquirz-men/ vor genandtcn Orten / vorzuziehen seye. Wel-cher Vortheil aber/ ( wie Eingangserwehnet worden)von dem inständigen Anfall der Mittaas-Sonne her-rühret/ die besser- und kräfftigcre Früchte zu wegenbringet.
Weiter von allerhand Erden zureden / sosoll manausfolgendes wolAcht haben/wann sie nemlich schwartzoder blaulicht; wann sie/da man sie nicht genug arbei-tet/nicht ausreissr oder zerschrindet; wann sie nach denRegen nicht kothicht wird/sondern das Regen-Wasseralles verschlucket / und solche Nässe und Feuchte langeZeit behalt; Wann sie oben auf nicht hart noch schief-ferickt ist; wann sie unerbaut/ oder ohne empfangeneSaat/ und ungemistet / frisch grün Krallt / schöne/ un-tadelhaffte/gerade/ starcke/ dicke / und geschlachte indie Höhe wachsende Bäume träget / von denen dieFrüchte wolgeschmack und saffrig sind / oder wannsie schwere Korn-Aehrenernehret:Wann sie qenetzet /oder beregnet auslauffet/ und gleichsam in die Schwac-he